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Ost Keine Mehrheit für die Bunsenhalle
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Keine Mehrheit für die Bunsenhalle
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06:21 08.03.2012
Die Tage der alten Sporthalle sind offenbar gezählt. Sie soll abgerissen werden. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Die Sanierungsarbeiten an der Integrierten Gesamtschule (IGS) List und der benachbarten Leibnizschule sollen Ende Mai abgeschlossen sein. Danach konzentrieren sich die Arbeiten auf die Schulhöfe – und da gibt es noch immer einen ungeklärten Punkt: die sogenannte Bunsenhalle. Die alte Sporthalle an der Bunsenstraße soll laut Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor, der kommunalen Tochter Union Boden, abgerissen werden. Die IGS List und der Bezirksrat Vahrenwald-List wollen die Halle dagegen möglichst erhalten. Den Abriss kann nur noch der Rat der Stadt verhindern. Die Ratsmehrheit sieht den Erhalt aus Kostengründen aber mit Skepsis.

Seit einigen Jahren saniert Union Boden das Schulgelände für insgesamt 32 Millionen Euro. Im Projekt inbegriffen ist auch der Abriss der mehr als 50 Jahre alten Bunsenhalle. Die wird bislang von der Schule und von Sportvereinen genutzt. Für den Schulsport soll aber nach Vorstellungen der Stadt künftig eine neue Dreifelderhalle ausreichen. Der Bezirksrat forderte indes eine Prüfung, ob die Halle nicht doch bleiben könnte. Nach Berechnung der Stadt würde eine Grundsanierung 750.000 Euro kosten.

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Die IGS-Leitung regte einen Teilerhalt an, wobei lediglich Dach und tragende Pfeiler stehen blieben, um wenigstens für Freizeitsportler dauerhaft einen Wetterschutz zu bieten. Dieser Umbau würde noch immer rund 250.000 Euro kosten. Eine weitere Alternative ist, die Halle ohne größeren Aufwand für die nächsten fünf Jahre zu erhalten. Allerdings wären auch dafür noch minimale Restaurierungsarbeiten nötig. Die Stadt schätzte den Aufwand dafür auf insgesamt rund 95.000 Euro. IGS-Rektor Oswald Nachtwey sieht darin indes wenig Sinn: „Die Halle einfach stehen zu lassen – diese Variante wird von uns nicht bevorzugt“, sagte er. Unvermeidliches würde damit nur aufgeschoben.

Aus Sicht der Stadt ist ein Abriss am wirtschaftlichsten. Und der ist nach bisherigen Plänen noch während des ersten Halbjahres 2012 vorgesehen. Die Halle soll Platz machen für eine Umgestaltung des Schulhofs. Diese Restarbeiten sollen bis zum Spätsommer die Sanierung endgültig abschließen. Wenn der Rat das Vorhaben unterstützt, wird die Sporthalle wohl verschwinden. „Der Rat hat Budgethoheit“, sagte Stadtsprecherin Susanne Stroppe. Bislang gebe es von dort keinen Auftrag für einen Erhalt der Halle.

Dabei hatte sich der Bezirksrat noch während der Beratungen zum städtischen Haushaltsplan für deren Erhalt ausgesprochen. „Die rot-grüne Ratsfraktion hat unser Anliegen aber nicht aufgegriffen“, sagt Bruno Gill, SPD-Fraktionschef im Bezirksrat. Für SPD-Baupolitiker Thomas Hermann zählt auch der wirtschaftliche Faktor: „Eine Sanierung der Halle kostet zu viel Geld.“ Für einen solchen Schritt sehe er keine Mehrheit bei SPD und den Grünen. Auch den Umbau in eine offene Spielhalle betrachte er skeptisch. „Das könnte aus Lärmschutzgründen problematisch werden."

Die CDU, im Rat in der Minderheit, will einen Abriss möglichst verhindern. „Die Turnhalle würde dem Breitensport fehlen“, sagt CDU-Sportpolitiker Dieter Küßner. Jens-Michael Emmelmann, der für die CDU im Ausschuss für Liegenschaftsangelegenheiten sitzt, will das Thema in die nächste Ausschusssitzung mitnehmen: „Wir wollen, dass die Halle bleibt“, sagt er.

05.03.2012
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