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Ost Schüler machen ihre Mensa bunt
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Schüler machen ihre Mensa bunt
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12:27 02.04.2015
Die Mensa der IGS Roderbruch soll schöner werden. Eda, 10, und Leticia, 9, haben einen riesigen Kristall-Raumteiler gebaut. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

In der Grundschule Lüneburger Damm sollen im Herbst die Bauarbeiten für die geplante neue Mensa beginnen. Die Entwürfe dafür sind gerade in Arbeit. Doch nicht nur Architekt Matthias Duszat ist derzeit mit der Planung beschäftigt - auch die Schüler selber haben sich Gedanken gemacht, wie die Räume aussehen könnten, in denen künftig das Mittag ausgegeben. Der kreative Prozess ist Teil des Projektes „Raumforschung“, das die Künstlerinnen Andrea von Lüdinghausen und Christiane Oppermann betreuen. Ziel ist es, alle am Schulleben Beteiligten in Planungs- und Realisierungsprozesse von Umbauten oder Neubauten einzubeziehen.

In diesem Zusammenhang haben die Schüler der vierten Klassen vier Wochen an bunten Raumteilern aus diversen Materialien gearbeitet, die ihre künftige Mensa in unterschiedliche Bereiche teilen und eine fröhliche Atmosphäre schaffen sollen. Die Ergebnisse des Workshops wurden jetzt in der Mensa der IGS Roderbruch vorgestellt - schließlich gibt es die Mensa an der Grundschule Lüneburger Damm noch nicht. Neben den Künstlerinnen von Lüdinghausen und Oppermann hatte auch die Architektin und Künstlerin Renate Stuefer diese Projektphase begleitet, die dazu eigens aus Wien angereist war. „Selbst in den Schulraum eingreifen zu können, ist für die Kinder unheimlich beglückend“, sagt sie. „Ich hoffe, dass einige Ideen weiterwachsen.“

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Der neunjährigen Leticia hat es im Workshop vor allem gefallen, zusammen mit Oppermann Raumteiler zu gestalten, bei denen blickdichte Klebestreifen auf eine Folie aufgebracht wurden. Mit von Lüdinghausen dagegen haben die Schüler bestempeltes Papier in zweidimensionale Kristalle aus durchsichtiger Folie eingesetzt. Das hat etwa der zehnjährigen Eda besonderen Spaß gemacht. Bei der Präsentation der Raumteiler in der IGS Roderbruch durften die Schüler in der Mensa essen und so die Wirkung ihrer Raumteiler erproben. „Ich habe das Gefühl, dass dadurch die Akustik besser geworden ist“, sagt Elisabeth Holtkamp, Schulleiterin der GS Lüneburger Damm. Die Raumteiler würden der Mensa in der IGS auch dauerhaft gut tun, meint Schulleiterin Brigitte Naber. „Es ist wohnlich.“ Während des Projektes fanden Lehrer und Künstler generell heraus, dass für die Kinder Rückzugsräume im Schulalltag von großer Bedeutung sind.

Der mit dem Umbau beauftragte Architekt hat sich die Raumteiler-Modelle im Maßstab 1:1 in der IGS Roderbruch angeschaut. Duszat will sich nun davon inspirieren lassen und versuchen, die Entwürfe der Schüler in seine Planungen einzubeziehen. Nach dem Baubeginn im Herbst dieses Jahres soll die Mensa am Lüneburger Damm Mitte 2015 fertig sein. Zu diesem Zeitpunkt werden die jetzigen Viertklässler nicht mehr an der Grundschule sein. Doch vielleicht hat ein Teil ihrer Ideen Bestand.

Laura Kettler

Stefanie Kaune 09.04.2014
07.04.2014