Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ost Gute Aussichten für das Bürgerhaus
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Gute Aussichten für das Bürgerhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:55 24.10.2013
Anliegerin Hildegard Zimmermann macht sich stark für den Erhalt der Versammlungsstätte. Quelle: Mario Moers
Hannover

Die Misburger Vereine können aufatmen. Das Bürgerhaus wird voraussichtlich auch in Zukunft als zentraler Ort für ihre Vereinsaktivitäten erhalten bleiben. Im Rahmen einer von der Arbeitsgemeinschaft Misburger und Anderter Kulturvereine organisierten Podiumsdiskussion bekannten sich am vergangenen Freitag die drei Oberbürgermeisterkandidaten von CDU, SPD und Grünen zum Erhalt des Bürgerhauses.

Gerüchte um eine Schließung

Die Stimmung in der Festhalle war angespannt. Mehr als 200, vorwiegend ältere Bürger und Mitglieder im Stadtbezirk ansässiger Vereine, hatten sich im großen Saal des Misburger Bürgerhauses eingefunden. Sie wollten sich über das weitere Schicksal des Gebäudes informieren. Hintergrund der von der Arbeitsgemeinschaft Misburger und Anderter Kulturvereine (AMK) organisierten Podiumsdiskussion sind die seit einem Jahr kursierenden Gerüchte, die Stadt steuere im Zuge haushaltskonsolidierender Maßnahmen möglicherweise gezielt die Schließung des Bürgerhauses an.

115.000 Euro Einsparungen

Auf einen Antrag des Rates hin sollen ab 2014 durch ein neues Nutzungskonzept der städtischen Flächen in Misburg 115.000 Euro eingespart werden. Diese Einsparungen könnten auch das ohnehin mit Problemen kämpfende Bürgerhaus treffen. Aufgrund von Brandschutzbestimmungen dürfen im Bürgerhaus seit einem Jahr zwei beliebte Räume im zweiten Stockwerk nicht mehr genutzt werden. Eine fehlende Brandschutztreppe nachzurüsten würde 40 000 Euro kosten. Zudem gibt es Probleme mit dem für die Bewirtung im Bürgerhaus zuständigen Pachtwirt. Aktuell prüft die Verwaltung, ob im Misburger Rathaus ungenutzte Flächen zur Verfügung stehen, die von Vereinen alternativ genutzt werden könnten. Die im AMK organisierten Kulturvereine sind geschlossen gegen eine Umsiedlung von Vereinen aus dem Bürgerhaus in das Rathaus.

Deutliche Worte an die Oberbürgermeisterkandidaten

Zur Podiumsdiskussion am Freitagabend waren die Befürchtungen der Misburger und Anderter Bürger dementsprechend groß – die Erwartungen an die drei Oberbürgermeisterkandidaten hoch. Der Vorsitzende der AMK, Jürgen Quardt, richtete gleich zu Beginn deutliche Worte an die drei Kandidaten Matthias Waldraff (CDU), Stefan Schostock (SPD) und Lothar Schlieckau (Die Grünen). „Wir erwarten, dass sie sich zu der Erhaltung des Bürgerhauses bekennen“, so Quardt.

Keine rechtsverbindliche Zusage

Rechtsverbindliche Zusagen konnten die drei Politiker an dem Abend nicht machen. In mehr oder weniger deutlichen Formulierungen bekundeten jedoch alle Kandidaten ihr Verständnis für die Sorgen der Bürger. Lothar Schlieckau von den Grünen wies auf die grundsätzliche Notwendigkeit hin, ein neues Stadtteilkulturkonzept für den Stadtbezirk zu entwerfen. Abgesehen von den räumlichen Fragen, sei dieser Bereich in den letzten Jahren nicht ausreichend entwickelt worden. Im Bezug auf die Raumsituation müsse geklärt werden, wie viel Platz im Rathaus tatsächlich für Vereine zur Verfügung steht. Die Angaben der Verwaltung und des Hauptnutzers AMK unterscheiden sich in vielen Fragen der derzeitigen Nutzung deutlich. Laut Verwaltung ist das Bürgerhaus zu 25 Prozent ausgelastet. Der AMK spricht von 75 Prozent. Diese Fragen müssten endlich eindeutig geklärt werden, so Schlieckau. Eine Umsiedlung der Vereine in das Rathaus zwecks Kostenreduzierung schloss er nicht gänzlich aus.

Herzensangelegenheit für Bürger

Vielen Mitgliedern der rund 41 Vereine, die das Bürgerhaus regelmäßig für ihre Veranstaltungen, Kurse oder Vereinszusammenkünfte nutzen, ist der Erhalt eine Herzensangelegenheit. „Es wurde uns ja bereits das Bürgeramt im Rathaus genommen. Wenn das Bürgerhaus geschlossen wird, ist Misburg ja gar nichts mehr“, sagt Barbara Soebach, die mit ihrer Yoga-Gruppe im geschlossenen zweiten Stockwerk trainierte. Das Bürgerhaus in Misburg, wie auch das AMK-Haus in Anderten entstanden in den 70er Jahren als Misburg ein rasantes Wachstum erlebte und den Städte-Status erlangte. Fast vier Stunden dauerte am Freitagabend die angeregte und manchmal aufgeregte Diskussion. Alle drei Kandidaten waren bemüht, die gefühlte Schere zwischen Politik und Bürgern zu schließen. Der Vorsitzende des AMK Jürgen Quardt zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden. „Die Kandidaten haben alle ihre Zusage gegeben. Ich denke, sie meinen das durchaus ernst.“

Angespanntes Verhätlnis

Eigentlich soll im großen Saal des Misburger Bürgerhauses getanzt und gefeiert werden. Doch große Veranstaltungen finden hier kaum mehr statt. Laut Aussage des AMK und vieler der Anwesenden ist aufgrund massiver Probleme mit dem Pächter keine ausreichende Bewirtung gegeben. Das angespannte Verhältnis zwischen Pächter und Kulturvereinen wurde am Freitagabend deutlich. Imbiss und Getränke servierte die Wirtin des benachbarten Sportvereins Stern Misburg. Der Pächter der Gastronomie, der in einem Teil des Gebäudes das Restaurant „Quo Vadis“ betreibt, erklärte im Gespräch mit dem Stadt Anzeiger, dass die Veranstaltung in seinen Betriebsferien gelegen habe. Stadt und Vereine wollen den Vertrag mit dem ungeliebten Gastronomen möglichst schnell auflösen. Die Oberbürgermeisterkandidaten zeigten sich in der Frage solidarisch mit den Vereinen, verwiesen aber auf bestehende Verträge.

Die Verwaltung hat dem Gastronomen bereits vor zwei Monaten fristlos gekündigt. Die Kündigung wurde allerdings im Juli zurückgenommen. Mit diesem Schreiben gab es eine Abmahnung wegen Verstoßes gegen die Verpflichtung zur Bewirtschaftung von Veranstaltungen im Bürgerhaus. Die Verwaltung beobachtet weiterhin, inwieweit der Mieter seinen vertraglichen Pflichten nachkommt. Wirt Werner Eggert ist darüber verärgert – aber gesprächsbereit. „Ich hab die Nase voll. Wenn es eine vernünftige Einigung gibt, gehen wir hier raus.“ Investitionen von mehr als 300.000 Euro in sein Römer-Restaurant und das Bürgerhaus hätten sich für ihn als Fehlinvestition erwiesen.

Mario Moers

In der Nacht zu Donnerstag hat die Polizei in Misburg einen alkoholisierten Einbrecher festgenommen. Der Mann hatte in einem Getränkemarkt eine große Menge Tabakwaren entwendet und war danach geflüchtet. Von seinem Komplizen fehlt jede Spur. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.

24.10.2013

In Kleefeld findet zum zweiten Mal das Musikfestival „30625MUSIK“ statt. Bei rund 34 kostenlosen Veranstaltungen zeigt sich der Stadtteil von seiner musikalischen Seite. Das Festival findet von Sonnabend, 31. August, bis zum 9. September statt.

Nadine Wolter 10.10.2013

An der Podbielskistraße ähnelt der Spannhagengarten einer Burg und gibt zugleich der nahen Stadtbahnhaltestelle den Namen. Im Osten der List besteht die historische Wohnanlage nun seit 100 Jahren.

10.10.2013