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Ost Neues Leben am Lister Platz
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neues Leben am Lister Platz
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08:00 09.09.2010
Von Susanna Bauch
Die Jakobistraße lebt: Rechts und links vom bestattungsunternehmen Böhmecke locken zwei neue Geschäfte künftig Kunden. Auch die außenbewirtschaftung wird ausgebaut. Quelle: Christian Burkert
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Ein knappes halbes Jahr waren die Schaufenster zugeklebt und blind. Zunächst war die „Chocolateria“ aus der ehemaligen Meffert-Filiale ausgezogen, kurze Zeit später schloss dann die erste Rossmann-Filiale. Der im Jahr 1972 eröffnete Drogeriemarkt war mit seinen 200 Quadratmetern zu klein und damit unwirtschaftlich geworden.

Obwohl zentral gelegen, dauerte es bis zur Neuvermietung; die „Ausverkauf-Schilder“ klebten seit Monaten an den Scheiben. Nun wird wieder gearbeitet, die Regale sind aus dem früheren Drogeriemarkt verschwunden und der ganze Laden wird komplett renoviert. Ein griechisches Restaurant wird demnächst seine Pforten öffnen, das „Ikaros“ will auch Mittagstisch und Platz für Familienfeiern bieten. „Wir arbeiten an einem neuen Konzept, wollen auch Fisch und Wild anbieten“, sagt der Besitzer Lysovas Achillefs. Der Grieche betreibt bislang sein Restaurant am Sahlkamp, im Oktober will er am Lister Platz eröffnen. 120 Sitzmöglichkeiten soll es geben, darüber hinaus 60 Plätze unter freiem Himmel – gleich neben den Eiskunden von „Panciera“. „Schön dass hier nicht noch ein weiterer Discounter oder Friseur eröffnet“, freut sich Anke Bitschmann, die als Anliegerin schon lange darauf wartet, dass in dieser Ecke endlich wieder etwas passiert.

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Gleich nebenan baut Sebastian Heusler die ehemalige „Chocolateria“ komplett um. Der ehemalige Mitarbeiter von „Polar Fuchs“ – einem Fachgeschäft für Bergsteiger, das bis vor einem Jahr an der Sedanstraße auf der Lister Meile ansässig war – will Anfang Oktober seine Bergsportzentrale eröffnen. „BSZ“ soll sein Laden heißen, „alles andere ist zu umständlich“. Lange hat er sich um einen Kredit bemüht, jetzt hat es endlich geklappt und Heusler kann seinen Traum vom eigenen Geschäft verwirklichen. „Wir wollen ein ganz traditionelles Angebot im Bereich Bergsport führen“, betont der Existenzgründer. Stammpublikum habe es an der Sedanstraße schon gegeben. Heusler hofft nun, dass sein Geschäft an zentraler Lage auch Neukunden lockt. Auf 145 Quadratmetern kann sich das BSZ-Team künftig ausbreiten, eine Kletterwand gibt es bereits.

Düster indes sieht es weiterhin in der Lister Lounge aus. Das Sorgenkind an der Ecke Edenstraße/Jakobistraße ist jetzt seit zwei Jahren verwaist, nachdem verschiedene Konzepte zur Wiederbelebung nach nur kurzer Zeit gescheitert waren. Aktuell steht die rund 1000 Quadratmeter große Passage komplett leer, zuletzt waren noch eine Sportsbar an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße und ein Döner-Imbiss an der Seite zur Edenstraße in Betrieb.

Seit Anfang 2009 ruhen aber auch diese Geschäfte. Eine rasche Wiederbelebung des Komplexes wird es wohl nicht geben. Ein Nachmieter scheint nicht in Sicht, geschweige denn ein Kaufinteressent. Derweil verkommt die Immobilie zusehends, keiner fühlt sich für den schlechten Zustand verantwortlich.

Hildegard George von der Buchhandlung „Litera“ an der Jakobistraße ist froh, dass sich immerhin Richtung Lister Platz wieder etwas tut. „Es war doch ganz schön trostlos hier mit einem ganzen leerstehenden Straßenzug“, sagt die Buchhändlerin. Und da es in ihrer Branche gerade nicht besonders leicht sei, hofft sie, dass die neuen Läden auch ihr Geschäft wieder ein wenig beleben. Über den trostlosen Eingang der Lister Lounge könne sie dann noch eine Zeit lang hinwegsehen.

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