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Ost Neues Nachbarschaftsbüro will Bewohner motivieren
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neues Nachbarschaftsbüro will Bewohner motivieren
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10:40 08.09.2011
Engagiert: Frauke Schulz und Kai Schiewek vom neuen Nachbarschaftsbüro für den Hinrichsring in der List.
Engagiert: Frauke Schulz und Kai Schiewek vom neuen Nachbarschaftsbüro für den Hinrichsring in der List. Quelle: Link
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Rund 2600 Menschen leben im Bereich Hinrichsring und Gorch-Fock-Straße in der List. Sie alle will das neue Nachbarschaftsbüro in der Gorch-Fock-Straße 28/30 unter der Trägerschaft der Schreberjugend Hannover erreichen, das sich am vergangenen Freitag mit einem Nachbarschaftsfest dem Wohnquartier vorstellte.

„Wir wollen die Menschen hier motivieren und sie unterstützen, um das Wohngebiet weiter voranzubringen“, sagt Kai Schiewek. Der Sozialpsychologe und die Sozialwissenschaftlerin Frauke Schulz bilden das zweiköpfige Team des Nachbarschaftstreffs. Mit ihrer Arbeit vor Ort beabsichtigen sie, die Eigeninitiative der Anwohner zu fördern, die bereits bestehenden Angebote im Wohnquartier besser zu koordinieren und dem schlechten Image des Hinrichrings entgegenzuwirken. „Das Potenzial des Wohngebiets ist groß: Die Lage am Kanal ist gut, es gibt viel Grün und viele soziale Einrichtungen in der Nähe“, sagt Schiewek. Die Nachbarschaftsarbeit wolle die positiven Seiten des Quartiers hervorheben, ohne eine rosarote Brille aufzusetzen: „Indem man das Negative betont, kann man keine Potenziale wecken“, meint der Sozialpsychologe.

Das neue Büro ergänzt den Nachbarschaftstreff in der Gottfried-Keller-Straße 1-3. „Ein Teil der Bewohner verlässt das Wohngebiet nicht und findet deswegen nicht in den Treff“, sagt Schiewek. Darum werde die Arbeit an zwei Standorten stattfinden. Die Räumlichkeiten konnte die Initiative zu günstigen Konditionen mieten. Die Finanzierung des Projekts übernehmen die Landeshauptstadt Hannover und das niedersächsische Sozialministerium.

Mit eigenen Angeboten will sich die Initiative zunächst zurückhalten. Schulz und Schiewek sind noch dabei, eine Untersuchung im Auftrag der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) zum Wohngebiet auszuwerten. Ab August 2010 hatten sie ein Jahr lang dazu intensive Befragungen bei Anwohnern und Institutionen am Hinrichsring und in der näheren Umgebung durchgeführt. Die Untersuchung soll zeigen, in welchen Bereichen die Nachbarschaftsarbeit besonders gefordert ist.

Die Auswertung steht noch aus, aus den Gesprächen mit Anwohnern hat Schulz aber schon mehrere Anregungen erhalten. So bestehe bei vielen das Interesse an Deutschkursen. Die Anwohner wollen sich aber auch selbst einbringen: Eine Frau etwa habe angeboten, Yoga-Kurse speziell für Kinder zu geben. „Wir sind für alle Ideen und Anregungen dankbar“, sagt Schulz, die sowohl das Nachbarschaftsbüro als auch den Nachbarschaftstreff betreut.

Die Nachbarschaftsarbeit am Hinrichsring ist aber nicht nur auf der Suche nach Ideen, sondern auch nach Logo und Namen. Vorschläge können bis zum 30. September in einem der beiden Büros im Stadtteil abgegeben werden. Die beste Idee wird mit einem Warengutschein im Wert von 100 Euro prämiert, die Zweit- und Drittplatzierten erhalten ebenfalls Preise.

Mit einem Fest begrüßen Spielpark List, Freizeitheim Vahrenwald, Kita Isernhagener Straße und weitere Einrichtungen den Herbst. Am Freitag, 23. September zwischen 15 und 20 Uhr können Kinder an der Iserhagener Straße 82 auf Kisten klettern, Stockbrot backen und musizieren.

Christian Link

08.09.2011
Vivien-Marie Drews 07.09.2011
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