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Ost Neues Verkehrskonzept soll Staus rund um die Podbielskistraße auflösen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Neues Verkehrskonzept soll Staus rund um die Podbielskistraße auflösen
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10:07 15.12.2011
Von Margret Jans-Lottmann
Streitpunkt Bus-Umsteigeanlage: Wenn die Linie 125 vom Gehaplatz Richtung Meierwiesen fährt, muss sie von der Podbielskistraße nach links abbiegen.
Streitpunkt Bus-Umsteigeanlage: Wenn die Linie 125 vom Gehaplatz Richtung Meierwiesen fährt, muss sie von der Podbielskistraße nach links abbiegen. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Bothfeld

Vor dem Beschluss über das neue Verkehrskonzept für Bothfeld hatten die Fraktionen jedoch heftig über einen Punkt gestritten: Zur Entlastung der Sutelstraße wollen SPD, Grüne und Die Linke die Haltestelle Noltemeyerbrücke der Buslinie 125 von dort auf die Bus-Umsteigeanlage am Gehaplatz verlegen. CDU-Bezirksratsherr Jens-Michael Emmelmann nannte diese Variante für den Straßenverkehr „unverantwortlich“, CDU und FDP konnten sich jedoch nicht gegen die Mehrheit durchsetzen.

Autofahrer, die in den Hauptverkehrszeiten von den Straßen Eulenkamp und Klingerstraße, Sutelstraße und Groß-Buchholzer Kirchweg sowie Im Heidkampe und Pasteurallee in die Podbielskistraße abbiegen wollen, müssen an den Ampeln lange warten – an den Kreuzungen staut sich der Verkehr, die Anlieger leiden unter Motorenlärm und Abgasen. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrszählung im März hatte denn auch ein hohes Verkehrsaufkommen in dem Gebiet bestätigt: Allein auf den Hauptverkehrsachsen Langenforther Straße, Sutelstraße, Kugelfangtrift, Sündernstraße und Eulenkamp sind täglich zwischen 14 000 bis 15 000 Fahrzeuge unterwegs.

Das Verkehrskonzept, über das allein der Bezirksrat entscheidet, sieht folgende Schritte vor: Die Haltestelle Noltemeyerbrücke der Linie 125 wird aus der Sutelstraße herausgenommen und in die Umsteigeanlage am Gehaplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Podbielskistraße integriert. Dort fährt außer den Buslinien 123 und 631 bereits die Linie 125 Richtung Lahe und Anderten ab. Künftig sollen dort auch die 125er Busse halten, die in entgegengesetzter Richtung zur Endstation Meierwiesen in Bothfeld fahren. „Es ist die beste Lösung, die Haltstellen zusammenzuziehen“, sagte SPD-Fraktionschef Florian Spiegelhauer.

Sichtlich verärgert reagierte die CDU auf das Vorhaben von SPD, Grünen und Linken. Der Grund: Bei dieser Variante muss der Bus auf der vielbefahrenen Podbielskistraße zweimal nach links abbiegen – bislang überquert er die Straße nur einmal, wenn er aus Bothfeld kommt und geradeaus auf die Umsteigeanlage fährt. „Der Knotenpunkt ist nicht leistungsfähig genug“, schimpfte Emmelmann.

Auch die Stadt befürchtet Probleme. „Wo der Bus hinwill, da staut sich erst einmal der Verkehr“, sagte Bernd Ebeling, Leiter des Bereichs Bauen und Planen im Bauamt. Er verwies darauf, dass zudem die Üstra Verzögerungen im Fahrplan befürchtet, wenn die Haltestelle verlegt wird. Die Stadt wollte die Bushaltestelle in der Sutelstraße deshalb als halbe Busbucht in den Gehweg einrücken, damit Fahrzeuge am Bus vorbeifahren können.

Der SPD-Fraktionschef dagegen bewertete Fahrzeitverzögerungen „von ein bis zwei Minuten“ als hinnehmbar. „Die Vorteile überwiegen, zumal an der Umsteigeanlage bereits eine Vorrangschaltung für Busse besteht“, sagte Spiegelhauer. Seine Fraktionskollegin Claudia Heinrich erinnerte an „viele Unfälle mit Fußgängern im Bereich der Noltemeyerbrücke“. Die Umsteigeanlage sei für Fahrgäste sicherer. Christopher Steiner von den Grünen betonte die Kundenfreundlichkeit dieser Lösung. Die Fahrgäste hätten beim Umsteigen kürzere Wege zu Bus und Bahn, und auch Ortsunkundige fänden sich besser zurecht.

Einig waren sich die Fraktionen in den anderen Punkten des Verkehrskonzeptes:

  • Um Rückstaus zu verhindern, sollen Fahrzeuge aus Richtung Eulenkamp, Sutelstraße und Im Heidkampe, die in die Podbielskistraße abbiegen wollen, längere Grünphasen an den Ampeln erhalten.
  • An der Kreuzung von Sutelstraße und Podbielskistraße soll die Fußgängerampel ebenfalls deutlich länger Grün zeigen. Dies soll verhindern, dass Passanten bei Rot über die Straße laufen, weil sie nicht länger warten oder Bus und Bahn erreichen wollen.
  • Der Radweg an der Sutelstraße, der rund hundert Meter vor der Podbielskistraße endet, soll deutlich markiert werden.
  • In Teilen der Sutelstraße soll ein Halteverbot zur Hauptverkehrszeit morgens und nachmittags Staus verhindern.
  • Der Verkehrsknoten von Podbielskistraße und Kirchhorster Straße einschließlich der Auffahrten zum Messeschnellweg soll in die Überlegungen einbezogen werden. Der Bezirksrat rechnet damit, dass der Verkehr zunimmt, wenn die HDI-Versicherung ihren Neubau mit 1800 Mitarbeitern in Betrieb nimmt.
  • Verzichtet wird auf Schilder am Knotenpunkt von Langenfother Straße und Kugelfangtrifft, die den überörtlichen Verkehr von der Sutelstraße zum Eulenkam leiten sollten. Die Verkehrserhebung hatte ergeben, dass ohnehin drei Viertel der Fahrzeuge in dem verkehrsreichen Gebiet aus Bothfeld, Groß-Buchholz und Langenhagen kommt oder dorthin will.

Wann das Verkehrskonzept verwirklicht wird, vermag die Stadt noch nicht zu sagen. Das Halteverbot in der Sutelstraße könne kurzfristig umgesetzt werden, teilte Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers mit. Die Erweiterung des Konzeptes um die Verlegung der Bushaltestelle müsse jedoch mit dem Land und der Üstra abgestimmt werden. Damit sei die Stadt nicht allein „Herr des Verfahrens“, erläutert Dix.

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