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Ost Randalierer zerstören öffentliches WC
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Randalierer zerstören öffentliches WC
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11:50 05.07.2012
Von Susanna Bauch
Das öffentliche WC am Vahrenheider Markt ist seit März geschlossen. Quelle: Martin Steiner
Vahrenheide

Seit elf Jahren steht eine öffentliche Toilettenanlage am Vahrenheider Markt. Doch wer sie nutzen will, steht immer wieder vor verschlossener Tür. Jetzt ist die Anlage seit März dicht - Vandalen hatten sowohl von außen das Haus beschädigt, als auch im Inneren so gewütet, dass die komplette Sensortechnik für den automatischen Spülvorgang zerstört wurde. Der desolate Dauerzustand war Anlass für eine Anhörung, die Politiker des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide angeregt hatten. In der jüngsten Sitzung wurde dem Gremium nun der aktuelle Sachverhalt erläutert.

„Wir müssen eine komplett neue Steuerung einbauen“, sagte Marco Biedermann von der Firma Ströer, ehemals Deutsche Städte Medien, die die Anlage betreibt.Der Vertrag mit der Stadt sieht vor, dass Ströer das WC baut, es wartet und dafür städtische Werbeflächen nutzen kann. Das WC am Vahrenheider Markt gehört nach Angaben Biedermanns aber seit jeher zu den „schwierigen Fällen“. Ständig seien dort Vandalen am Werk, zerstörten regelmäßig Münzautomaten, Türen oder die Außenverkleidung. „Manchmal werden sogar die kompletten Toilettenschüsseln und Waschbecken aus der Verankerung getreten“, so der Ströer-Vertreter.

In der Regel würden die Anlagen umgehend wieder instand gesetzt, doch dieses Mal gibt es größere Probleme. „Bedauerlicherweise ist die entsprechende Technik nicht mehr auf dem Markt, so dass wir die Ersatzteile nicht beschaffen konnten.“ Es habe daher zunächst eine neue Technik entwickelt werden müssen. Biedermann ist zuversichtlich, dass die Anlage in rund sechs Wochen wieder betriebsbereit ist.

Um künftigem Vandalismus zumindest ein wenig vorzubeugen, hat die Firma die Außenfront mit Platten anstelle mit Glas verkleidet. Vertreter sämtlicher Fraktionen im Bezirksrat äußersten sich allerdings skeptisch, dass die Wiederherstellung von Dauer ist. „Vermutlich wird die Anlage eröffnet und ist tags drauf schon wieder demoliert“, meinte Burkhardt Schmidt von der CDU-Fraktion im Bezirksrat. Er schlug daher vor, dass in einem anliegenden Geschäft oder Kiosk ein Schlüssel deponiert wird. Sowohl die Stadt als auch der Vertreter der Betreiber-Firma hielten diese Idee grundsätzlich für sinnvoll, zweifelten aber daran, dass sich ein anliegender Händler zur Verfügung stellen wird. „Der Aufwand hier ist schon enorm hoch“, räumte Biedermann ein. Der Grad der Zerstörung in der Anlage am Vahrenheider Markt sei deutlich höher als an anderen Standorten. „Hier werden sogar Jacken und Mäntel ins Klo gestopft.“

Das Toilettenhäuschen komplett schließen wollen aber weder Verwaltung noch Ströer. Rund 20 Personen nutzen die Anlage pro Monat, behinderte Menschen haben einen eigenen Schlüssel. Für die politischen Fraktionen im Bezirksrat eine zu geringe Zahl für den hohen Aufwand: „Es gibt zwar mit rund 50 weitaus mehr öffentliche Toilettenanlagen in Hannover als in anderen Städten“, sagte Wilhelm Börger von der Verwaltung. Dennoch wolle man sich zunächst von keinem WC trennen. Mit Vertragsbeginn im Jahr 1999 habe man ein Konzept beschlossen, dass WC-Anlagen an zahlreichen Plätzen vorsehe. „Die Verträge mit dem Betreiber laufen allerdings Anfang 2014 aus, schon in diesem Jahr werden wir über die Standorte nachdenken - stadtweit“, sagte Börger. Dann werde sich die Frage stellen, ob die Stadt die Anlagen selber übernimmt und betreibt. „Und wie diese finanziert werden.“ Am Vahrenheider Markt wolle man die Anlage aber künftig besonders im Blick behalten. Und die Anregung für einen Ansprechpartner in Sachen Schlüsselgewalt werde ebenfalls aufgenommen.

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