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Ost Roderbruch bekommt Discgolf-Parcours
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Roderbruch bekommt Discgolf-Parcours
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16:25 14.04.2011
Roderbruch Hannover
Fabio, Shawn und Abdul (v.l.) aus Groß-Buchholz spielen Frisbee - und üben so schon mal für den neuen Parcours. Quelle: Link
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Nach einem Beschluss des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld ist der Weg frei für einen Discgolf-Parcours im Roderbruch. Die Anlage soll auf dem etwa zehn Hektar großen Grünzug Roderbruch Nord zwischen Neue-Land-Straße und Nobelring entstehen. Dazu werden 15 Bahnen mithilfe von Schildern und Wurfkörben eingerichtet. Die Ausstattung allein kostet etwa 20.000 Euro, der Parcours insgesamt rund 30.000 Euro.

Discgolf wird ein bisschen so wie Golf gespielt. Statt Schläger und Ball verwendet der Discgolfer zwar eine Frisbee und er muss statt in ein Loch, in einen Korb treffen. Doch ist auch hier das Ziel, mit möglichst wenig Würfen eine Bahn zu vollenden. Discgolf wird in Hannover bereits im Expo-Park und im Georgengarten gespielt. Bisher werden aber nur mobile Körbe eingesetzt; einen ständigen Parcours gibt es noch nicht.

Hilke Bergerstock vom städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün stellte dem Bezirksrat die Pläne für den Parcours im Roderbruch vor. „Wir haben den Eindruck, dass es der richtige Standort ist und Interesse für den Sport besteht“, sagte sie. Im Stadtteilgespräch Roderbruch hätten sowohl das Jugendzentrum Roderbruch sowie das JugendSportNetzwerk Buchholz-Kleefeld erklärt, die Sportart in ihr Programm aufzunehmen zu wollen. Außerdem sei der Parcours mit wenig Aufwand einzurichten und leicht zu pflegen.

CDU-Bezirksratsmitglied und Ratsherr Friedrich-Wilhelm Busse ließ dagegen durchblicken, dass er die Anlage für Geldverschwendung hält. Vor dem Hintergrund der leeren Kassen müsse sich die Stadtverwaltung fragen, ob sie wirklich 30 000 Euro Steuermittel ausgeben wolle, damit Frisbees geworfen werden. „Die Bewegung an der frischen Luft geht auch ohne Korb“, so Busse.

Auch seine Fraktionskollegen kritisierten den Parcours. Gaby Kressel bezeichnete die Anlage als „Quatsch“ und mahnte: „Wir müssen überall aufs Geld schauen.“ Kurt Fischer konnte der Sportanlage ebenfalls nichts abgewinnen: „Wenn Sie der Meinung sind, dass sie 30 000 Euro zu viel haben, geben Sie das Geld den etablierten Vereinen“, sagte Fischer in Richtung von SPD und Stadtverwaltung.

SPD-Bezirksratsfrau Irma Tinnefeld wunderte sich, dass der CDU 30 000 Euro für einen Discgolf-Parcours zu viel sind, sie gleichzeitig aber den Wiederaufbau der Bockwindmühle in Kleefeld für 300 000 Euro fordere. Außerdem verwies Tinnefeld darauf, dass mit den von der CDU vorgebrachten Gründen auch jeder Spielplatz geschlossen werden könne – schließlich könnten Kinder ja auch ohne Spielgeräte spielen.

Der Bezirksrat befürwortete schließlich mehrheitlich die Einrichtung des Discgolfparcours. SPD, Grüne und FDP stimmten für die Beschlussdrucksache der Stadt; die CDU stimmte dagegen.

Christian Link

Vivien-Marie Drews 13.04.2011
Veronika Thomas 12.04.2011