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Ost IGS-Schüler gestalten Graffiti gegen Diskriminierung und Vorurteile
Hannover Aus den Stadtteilen Ost IGS-Schüler gestalten Graffiti gegen Diskriminierung und Vorurteile
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09:00 20.04.2019
Die beteiligten Schüler der IGS Vahrenheide zusammen mit Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (von links), Graffitikünstler Jonas Wömpner und Initiatorin Alena Litvinchuk (ganz rechts). Quelle: Laura Ebeling
Sahlkamp

Graffiti sind eine Kunstform, die immer noch von vielen mit Vandalismus assoziiert wird. Zwölf Schüler der IGS Vahrenheide-Sahlkamp haben jetzt ihren Beitrag dazu geleistet, dieses Vorurteil weiter abzubauen: Innerhalb von einer Woche haben die 14- bis 16-Jährigen unter dem Motto „Love your Neighbour“ zusammen mit Graffitikünstler Jonas Wömpner die Mauer gegenüber dem Familienzentrum Hägewiesen am Eingang zum Stadtteilpark Sahlkamp mit knalligen Farben, aussagekräftigen Motiven und viel Liebe zum Detail verschönert. Die Wand für das Projekt wurde von der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen zur Verfügung gestellt. „Ich freue mich, dass dieses außergewöhnliche Kunstwerk jetzt hier steht“, sagt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, der zur Präsentation gekommen war.

Ahmed lebt seit drei Jahren in Deutschland und ist einer der Jugendlichen, die an dem Kunstwerk mitgearbeitet haben. „Es war für uns ein Spaß, das zu machen“, meint der 16-Jährige und erklärt dabei gleich die einzelnen Motive auf der Mauer. Die Taube dort solle eine Friedenstaube darstellen und für Liebe in der Welt stehen. Die Kinder mit unterschiedlichen Hautfarben sollen zeigen, dass es keine Diskriminierung und keine Vorurteile geben darf. Dem stimmt auch Adem zu, ein weiterer an der Gestaltung der Mauer beteiligter Jugendlicher. „Das Projekt war beeindruckend, und wir haben mit der fertigen Wand unser Ziel erreicht“, erzählt der 14-Jährige stolz.

Für Graffitikünstler Wömpner war es nicht das erste Projekt mit Jugendlichen. Für ihn sei es immer wichtig, dass sich alle selbst kreativ ausprobieren könnten, sagt er. Das Thema sei mit „Love your Neighbour“ zwar vorgegeben gewesen, doch die Jugendlichen hätten es in „Respektiere deinen Nachbarn“ umgewandelt. Deswegen stehe auch ganz groß das Wort „Respekt“ auf der Wand, erläutert der 33-Jährige.

Dank des Engagements des Stadtteiltreffs Sahlkamp, Schülern der IGS Vahrenheide-Sahlkamp und Graffitikünstler Jonas Wömpner strahlt die Mauer gegenüber dem Familienzentrum Hägewiesen gegen Vorurteile.

Neben der Deutsche Wohnen hat auch die IGS Vahrenheide-Sahlkamp das Projekt unterstützt. Die Aktion sei zusammen mit den Schülern geplant worden, berichtet Kunstlehrerin Inge Krestel-Titz. „Wir konnten unsere Schüler in diesem Zeitraum noch besser kennenlernen, die Hälfte der Teilnehmer kommt von hier“, sagt sie begeistert. Besonderer Dank gelte der Schulleitung, die die Jugendlichen für das sechswöchige Projekt zum Teil vom Unterricht freigestellt hatte. 20 Schüler hatten die Aktion vorbereitet, zwölf waren am Ende an der Umsetzung beteiligt.

Alena Litvinchuk, Initiatorin des Projekts und Mitarbeiterin des Stadtteiltreffs Sahlkamp, ist gerührt von dem großen Zuspruch und Lob. Die 29-Jährige hat ein Berufspraktikum im Stadtteiltreff Sahlkamp absolviert und musste in diesem Zusammenhang ein Projekt durchführen. Sie habe etwas schaffen wollen, das Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen miteinander verbindet, sagt sie und ergänzt im Hinblick auf das Motto: „Wir sind alle in irgendeiner Form Nachbarn.“

„Sie musste viel Überzeugungsarbeit leisten – bei der Schule, bei der Deutsche Wohnen und vor allem bei mir“, meint Hajo Arnds, Leiter des Stadtteiltreffs Sahlkamp. Die Graffiti auf der Mauer seien am Ende aber „super“ geworden, auch der anliegende Platz habe jetzt eine ganz andere Wirkung als früher. Litvinchuks Idee war offenkundig so überzeugend, dass das Graffitiprojekt fortgeführt werden soll. „Ich habe vorgefühlt, ob es eine Möglichkeit gibt, die rechte Wand auch zu besprayen – und es sieht ganz gut aus“, verrät Arnds.  

Von Laura Ebeling

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