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Ost 700 Leute feiern auf dem Sahlkampmarkt
Hannover Aus den Stadtteilen Ost 700 Leute feiern auf dem Sahlkampmarkt
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00:19 01.05.2018
Beim Internationalen Tag im Sahlkamp kommen Anwohner zusammen, um gemeinsam zu essen, Kleinigkeiten zu kaufen und Musik zu hören. Quelle: Fotos: Kruse
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Sahlkamp

 In kurzen Hosen und mit Sonnenbrillen auf den Nasen sitzen Menschen der verschiedensten Kulturen am Sonnabend an Tischen, die auf dem Sahlkampmarkt aufgebaut sind. Um sie herum sind diverse kleine Stände verteilt, im Zentrum steht eine Bühne.

Der achte Internationale Tag im Sahlkamp hat auch in diesem Jahr wieder knapp 700 Anwohner aus ihren Wohnungen gelockt. „Wir wollen den Marktplatz hier beleben“, erklärt Harry Rothmann vom Stadtteiltreff die Veranstaltung. „Wir haben hier zwar einmal in der Woche den Wochenmarkt und einmal im Monat den Flohmarkt, aber das reicht nicht. 

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An den Ständen verkaufen Anwohner Marmeladen, Schmuck, Kleidung und landestypisches Essen aus ihrer Heimat – darunter sind kurdische, indische, türkische und deutsche Produkte. „Das Engagement der Bewohner ist toll“, sagt Rothmann. „Zehn Stände werden komplett von Privatpersonen betrieben, die jedes Mal wieder mitmachen wollen.“ Die Preise sind überschaubar. Zwischen einem und 4 Euro gibt es die Speisen, die von Kleinigkeiten bis hin zu vollwertigen Mahlzeiten reichen. 

„Wir sind schon seit zehn Jahren dabei“, sagt Ferdi Tekes, der mit seiner Mutter kurdische Spezialitäten verkauft. „Eigentlich mache ich das nur für Mama, weil es ihr Hobby ist. Aber es läuft ganz gut“, sagt er und reicht einer Dame Lahmacun. 

700 Leute haben das bunte Fest im Sahlkamp besucht.

Neben den Privatverkäufern sind auch der Stöbertreff, der Nachbarschaftsdienstladen, das Nachbarschaftscafé, eine Backstube und der Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide beim Internationalen Tag vertreten. Auf der Bühne sieht es mit der Vielfalt ähnlich aus. Kurdische, russische, syrische, griechische, afrikanische und internationale Musik sorgt den ganzen Nachmittag über für Unterhaltung. „Wir sind absolut zufrieden mit dem Angebot und wie es angenommen wird“, bemerkt Rothmann

Den Internationalen Tag gibt es alle drei Jahre auf dem Sahlkampmarkt. Er bildet in diesem Jahr den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Buntes Flair“, die pro Jahr vier Veranstaltungen auf dem Marktplatz beinhaltet. Unter dem Motto „gemeinsam.zusammen.leben“ feiern die Besucher bis 19 Uhr das bunte Fest. „Wir sind zum dritten Mal hier und die Musik ist richtig gut“, sagt die Syrerin Nirousz Ibrahim. Zwei Lehrern des Sprachcafés gefällt neben dem abwechslungsreichen Essen, vor allem die lockere Stimmung. „Es ist total entspannt hier und man sieht so viele verschiedene Kulturen“, bemerkt Uwe Heine

Kommentar: Licht und Schatten im Sahlkamp

Da sind sie wieder – die zwei Gesichter des Sahlkamps. Erst vor wenigen Tagen muss sich ein 27-Jähriger vor Gericht verantworten, der im Herbst im Sahlkamp völlig unvermittelt auf zwei Männer eingestochen hat. Im Drogenrausch, wie er behauptet. Bezeichnenderweise sitzt nicht nur der Täter, sondern auch eines der damals schwer verletzten Opfer inzwischen in der JVA. Wegen eines anderen Delikts. Die Tat zeigt in bedrückender Weise, wem man begegnen kann, wenn man nachts im Viertel unterwegs ist.

Wem man begegnen kann, wenn man tagsüber im Sahlkamp unterwegs ist, zeigt sich hier. Am Wochenende haben rund 700 Menschen das internationales Fest auf dem Markt gefeiert. Kurdische Leckereien standen neben türkischen, indischen und deutschen. Das Fest war der Auftakt zur jährlichen Veranstaltungsreihe „Buntes Flair“ auf dem Marktplatz, die den Stadtteil in seiner ganzen Vielfalt abbilden möchte.

Dem Sahlkamp ist zu wünschen, dass er häufiger mit solchen Nachrichten die Zeitungsseiten füllt – und nicht mit Gewalttaten die Kriminalstatistik.

Von Rüdiger Meise

Von Johanna Kruse

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