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Ost Sanierungsbeginn im Raschplatztunnel in Hannover
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Sanierungsbeginn im Raschplatztunnel in Hannover
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21:06 12.01.2011
Die Zeiten des schmuddeligen Raschplatztunnels sind vorbei, nun wird umgebaut. Quelle: Christian Burkert

Wer derzeit zwischen Raschplatz und Lister Meile hin- und herlaufen will, muss das oberirdisch tun: Der Raschplatztunnel ist „aufgrund von Baumaßnahmen“ gesperrt, wie es auf Schildern an den geschlossenen Eingängen heißt. Seit Anfang Januar lässt sich aus der Tiefe unterhalb der Berliner Allee das Dröhnen von Presslufthammern und Baufahrzeugen vernehmen – Töne, die lange erwartet wurden.

Wegen seines Schmuddelzustands stand der Raschplatztunnel seit Jahren in der Kritik von Passanten und Politikern. „Der Ursprungsantrag für die Sanierung ist schon ein paar Jahre her“, sagt Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Der Baubeginn sei zu begrüßen, aber auch längst überfällig, so Hermann. Erst im vergangenen November hatte der Eigentümer des 80 Meter langen Tunnels, die Immobiliengesellschaft HRG, die Renovierung zugesagt. Damals hieß es noch, die Bauarbeiten würden innerhalb von drei Wochen bis Ende 2010 durchgeführt. „Aber wie das manchmal mit Baumaßnahmen ist, kann es länger dauern, bis begonnen wird“, erklärt HRG-Chef Thomas Heinemann. Seit Anfang des Jahres seien die Bauarbeiter nun am Werk, um zunächst „die Decke abzukloppen“ und den Boden aufzureißen, sagt Heinemann. „Später werden wir dem gesamten Durchgang neuen Boden, neue Decke, neue Wände aus Kalksandstein und eine moderne Lichtanlage geben.“

Eine halbe Million Euro will sich die HRG die Umbauarbeiten kosten lassen. Der Eigentümer hat allerdings nicht vor, auch die leerstehenden Geschäfte im Tunnel zu renovieren und zu vermieten. „Das gibt die Baulichkeit nicht her. Von der Straße dringt zu viel Wasser in die Räume“, erklärt Heinemann. Der baupolitische Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, Michael Dette, gibt sich damit nicht zufrieden: „Ich fordere, dass weiter geprüft wird, ob man den Durchgang mit einem Kiosk beleben kann.“ Die Renovierung des Tunnels soll Ende März beendet sein und dauert damit wesentlich länger, als noch im November angegeben. Trotz der Verzögerungen ist die Freude über die Neugestaltung des beliebten Verbindungsweges zwischen Oststadt und Hauptbahnhof groß: „Es ist schön, dass der Tunnel nicht zugeschüttet, sondern erneuert wird“, sagt etwa Klaus Eberitzsch, Sprecher der Bürgerinitiative Aktion Lister Meile. „Ich freue mich, dass das Drecksloch endlich renoviert wird“, meint auch die Oststädterin Sandra Bergmann. Weil die Rolltreppe ständig kaputt war, sei der Tunnel für sie mit Kinderwagen schwer passierbar gewesen. Viele Fußgänger hatten den dreckigen, dunklen Durchgang auch wegen des penetranten Uringeruchs gemieden. „Pissrille statt Passerelle habe ich immer dazu gesagt“, berichtet Passantin Beate Weiß. Sie sagt, sie habe den Gang nur bei strömendem Regen betreten.

Nicht nur für Fußgänger, auch für Politiker ist der neugestaltete Tunnel von Bedeutung: „Wenn Teile der Stadtverwaltung in das anliegende Bredero-Hochhaus ziehen, werden wir den Raschplatztunnel als wichtige Verbindung zur U-Bahn brauchen“, sagt SPD-Ratsherr Hermann.

Sophie Hilgenstock

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