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Ost Senioren entdecken das Leihauto
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Senioren entdecken das Leihauto
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09:10 05.01.2012
Teilauto für Senioren: Jens-Ulrich Katthagen (l) stellte den Bewohnern des GDA-Wohnstifts das Quicar vor.
Teilauto für Senioren: Jens-Ulrich Katthagen (l) stellte den Bewohnern des GDA-Wohnstifts das Quicar vor. Quelle: Link
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Groß-Buchholz

„Ein eigenes Auto macht mit zunehmenden Alter Schwierigkeiten“, sagt Eva Heyer. Die 80-Jährige lebt seit 13 Jahren im GDA-Wohnstift am Osterfelddamm in Groß-Buchholz und hat sich nun für das Mietfahrzeugprojekt Quicar angemeldet. Ihr eigenes Auto will sie zwar zunächst noch behalten und weiterhin nutzen, mit der Anmeldung beim Teilautoprogramm von Volkswagen will sie aber schon einmal für die Zukunft vorsorgen.

Wie viele andere Senioren auch hat Heyer eine Informationsveranstaltung von Volkswagen über das Quicar-Projekt im GDA Wohnstift genutzt, um sich anzumelden. Gebühren sind ihr dabei nicht entstanden. Daher fallen für sie erst dann Kosten an, wenn sie zum ersten Mal ein Mietfahrzeug nutzt. Zwei Jahre lang bleibt ihre Mitgliedschaft auch ohne Nutzung gültig. Vermutlich will die Seniorin bis dahin ihr eigenes Auto abmelden. Die Instandhaltung sei ihr zu aufwendig und große Fahrten mache sie ohnehin nicht mehr. „Mit 80 Jahren ist man am Steuer auch nicht mehr so sicher“, findet sie. Kurze Fahrten zum Einkaufen seien für sie kein Problem, aber dafür brauche sie nicht zwangsläufig ein eigenes Auto.

Auch Dietrich Marschhausen ist seit Kurzem Quicar-Projektteilnehmer. Der 84-Jährige lebt seit drei Jahren im Wohnstift und hat ebenfalls noch ein Auto. Er will aber aus Kostengründen mittelfristig auf Mietfahrzeuge umsteigen. „Mein Auto kostet mich 1700 Euro im Jahr, und ich fahre etwa 5000 Kilometer“, hat Marschhausen errechnet. Trotz seines Alters fühlt er sich zum Autofahren noch fit. „Nach Möglichkeit nehme ich aber das Rad.“ Zum Zündschlüssel greife er, um seine Frau zum Arzt zu fahren oder um Verwandte außerhalb von Hannover zu besuchen.

Ein anderer Wohnstift-Bewohner verrät, dass er mittlerweile lieber aufs Autofahren verzichte. Seit vier Jahren lebt er im Wohnstift und bis vor einem Monat hatte er noch sein eigenes Fahrzeug. Wegen einer Augenkrankheit habe er es aber schließlich aufgegeben. „Ich bin schon 85 Jahre alt, ich muss das nicht mehr haben“, sagt er. Schließlich habe er noch zwei Söhne, die ihn fahren könnten. Die Idee hinter dem Mietfahrzeug-Projekt findet er dennoch gut: „Das ist eine tolle Sache.“

Das findet auch das GDA Wohnstift, das bei Volkswagen für einen Standort direkt vor dem Stiftsgebäude nachgefragt hat. „Das Wohnstift kam auf uns zu, weil sie fanden, dass es für die Bewohner genau das Richtige ist“, sagt Jens-Ulrich Katthagen von Volkswagen AutoVision. Eigentlich sei Quicar für junge Menschen gedacht gewesen, aber für Senioren sei es ebenfalls attraktiv. „Viele ältere Menschen brauchen nur ab und zu mal ein Auto und fahren häufig kurze Wege“, meint Katthagen. Vom Interesse der Wohnstift-Bewohner an Quicar sei er überrascht gewesen: „Ich fand vor allem die viele interessierten Detailfragen ganz toll. Viele hatten sich im Vorfeld schon mit dem Projekt beschäftigt.“

Bisher ist das Wohnstift in Groß-Buchholz das erste Altenheim, das bei Volkswagen Interesse angemeldet habe. Für weitere Anfragen sei das Unternehmen aber offen, sagt Katthagen. In den östlichen Stadtteilen gibt es derzeit insgesamt zehn Quicar-Standorte. Dort stehen ständig Fahrzeuge bereit, die nach vorheriger Buchung kurzfristig ausgeliehen werden können. Weitere Informationen zu Standorten und Projekt gibt es im Internet unter www.quicar.de.

Mit Quicar macht Volkswagen dem Carsharing-Anbieter Stadtmobil Hannover Konkurrenz, der in der Landeshauptstadt 155 Fahrzeuge an 65 Standorten anbietet. Nach Angaben des Unternehmens nutzen derzeit mehr als 3500 Kunden das Angebot von Stadtmobil. Weitere Infos zum Angebot gibt es im Üstra-Kundenzentrum, Karmarschstraße 30-32, und auf www.stadtmobil.de.

Christian Link

Juliane Kaune 03.01.2012
Sonja Fröhlich 03.01.2012