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Ost Spielzeugladen Gogi erfüllt Kinderträume
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Spielzeugladen Gogi erfüllt Kinderträume
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00:15 17.03.2015
Auf Empfehlung: Claudia Mikutta (l.) bei ihrem ersten Einkauf bei Gogi-Inhaberin Karin Wickbold – „Meine Freundinnen hatten so viel davon erzählt“.  Quelle: Weiße
List

Einige Lister haben einen gehörigen Schreck bekommen, als das Schaufenster des kleinen Spielzeugladens Gogi an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße kürzlich mit Pappe beklebt war. „Ich dachte schon, das Geschäft schließt“, sagt eine Anwohnerin. Doch Inhaberin Karin Wickbold denkt noch lange nicht ans Aufhören. „Ich wollte schon länger renovieren“, sagt die 63-Jährige. Nur einen Freitag und Sonnabend hat sie geschlossen, nun sind die Wände frisch gestrichen, und es liegt ein neuer Teppich. „Hübsch ist das geworden“, sagt eine Kundin. Sie sucht Abschiedsgeschenke für die Kinder einer Krabbelgruppe. „An welche Preisklasse hattest Du denn gedacht?“, fragt Wickbold. „Wie wäre es denn mit Seifenblasen? Oder mit Wasserspritztieren?“

Karin Wickbold verkauft vor allem Spielwaren für Kinder bis sechs Jahre, der Schwerpunkt ist Spielzeug aus Holz. Das kleine Geschäft ist nur 24 Quadratmeter groß, inklusive Lager sind es 32 Quadratmeter. Das Angebot müsste dementsprechend eigentlich überschaubar sein, aber so ist es ganz und gar nicht. Wer besondere Geschenke sucht, kann lange stöbern und findet dabei immer etwas - auch in jeder Preisklasse. Viele Träume für Kindergartenkinder kann Gogi erfüllen, außerdem hilft Wickbold bei der Qual der Wahl.

Wickbold verkauft, was ihr gefällt

Anspruchsvolle Brettspiele stapeln sich in einem Regal, in einem anderen reihen sich Möbel fürs Puppenhaus aneinander: Miniatur-Zahnpasta, winzige Wäscheleinen, klitzekleine Bücher. Auf den oberen Regalbrettern schauen Hand- und Stoffpuppen in den frisch renovierten Laden. Und es gibt viele Artikel, die Kunden auch einzeln und nicht nur im Familienpack kaufen können: Murmeln, Luftballons, kleine Aufkleber oder Geburtstagskerzen. Außerdem legt Wickbold Wert darauf, außergewöhnliche Spielsachen im Sortiment zu haben. Wie die Purzelmännchen etwa, die schiefe Ebenen herunterkullern. Oder die sogenannten Schweif-Pois: Bälle, die man an einer Schnur umherschwingt und die ein langes Band hinter sich herziehen.

Die Auswahl ist reine Geschmackssache. „Ich suche aus, was mir gefällt“, sagt Wickbold. So hat sie eine Zeit lang keine Puppen im Sortiment gehabt. „Ich fand das Angebot einfach nicht schön.“ Und weil sie selbst kein Fleisch isst, gibt es beim Kaufmannsladen von Gogi auch keine gebratenen Hühnchen. „Ich kann es den Kunden einfach nicht verkaufen, wenn ich es doof finde“, sagt Karin Wickbold. „Mir hat deshalb schon mal jemand gesagt, dass ich gar keine Geschäftsfrau sei.“ Doch gerade diese Ehrlichkeit ist es wohl, die bei ihren Kunden gut ankommt. Karin Wickbold will nichts aufschwatzen, sondern einfach helfen.

Mit Freude bei der Arbeit - auch nach 34 Jahren

Dieses Konzept scheint aufzugehen, schließlich führt Wickbold ihr Geschäft bereits seit 34 Jahren. Angefangen hat sie 1979 als Aushilfe, damals waren die Geschäftsräume noch am Moltkeplatz. Doch als die Inhaberin 1980 den Laden aufgeben wollte, übernahm die heute 63-Jährige. Zunächst mit einer Partnerin, bald alleine. Trotz vieler Schwierigkeiten hat sie durchgehalten, auch als ihr zweites Kind geboren wurde, auch, als sie alleinerziehende Mutter wurde. „Ich habe Anna einfach in den Laden mitgebracht“, erzählt sie.

Eine Kundin betritt das Geschäft. „Was für ein Wahnsinnsboden, das ist ja der Hammer“, kommentiert sie den neuen Bodenbelag mit den quietschbunten Klecksen. Sie sucht ein Geburtstagsgeschenk, einen Zauberer der Firma Schleich habe sich das Kind gewünscht. „Den gibt es nicht“, sagt Wickbold stirnrunzelnd, greift aber sogleich zum Katalog und schaut nach, ob das Kind möglicherweise einen Elfen gemeint haben könnte.

Vorfreude der Kinder ist am schönsten

Spielzeug macht mir immer noch Spaß, auch nach 34 Jahren“, schwärmt die Inhaberin. „Ich habe tolle Kunden und bekomme so viel zurück.“ Sie freut sich immer wieder neu über die Vorfreude der Kinder, die bei ihr eine Geburtstagsgeschenkekiste zusammenstellen. Und über die selbst gebastelten Armbänder, die ihr Mädchen und auch Jungen schenken, die die Loom-Gummibänder vorher bei ihr gekauft haben. Und nicht zuletzt über den Kaffee, den ihr die Nachbarn Ike und Wolf Huy jeden Tag vorbeibringen. „Gogi ist auch ein Kommunikationsort“, sagt Wolf Huy.

Doch auch im kleinen Kinderparadies gibt es nicht nur heile Welt. Karin Wickbold merkt die Veränderungen beim Einkaufsverhalten, die der Internethandel mit sich bringt. Kürzlich hat eine Frau direkt gesagt, dass sie die Ware nur einmal anfassen wolle. Da hat selbst die sonst so geduldige Gogi-Inhaberin kurz die Fassung verloren. „So wird das hier in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren“, hat Wickbold entgegnet. In der Hoffnung, dass diese Unsitte nicht allzu viele Nachahmer bekommt.

Von Sonja Weiße

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