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Ost Stadt übernimmt Misburger Bad
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Stadt übernimmt Misburger Bad
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14:36 21.05.2014
Von Veronika Thomas
Das Misburger Bad hatte immer wieder mit Problemen zu kämpfen – aber nicht gestern, als Frank Kollmeier mit seinem Sohn Ole Silas baden ging.
Das Misburger Bad hatte immer wieder mit Problemen zu kämpfen – aber nicht gestern, als Frank Kollmeier mit seinem Sohn Ole Silas baden ging. Quelle: Felix Schledding
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Das Privatisierungsprojekt Misburger Bad ist gescheitert: Der Betreiber, das niederländische Unternehmen Optisport, gibt den Betrieb des Bades zum 31. August auf. Am 1. September übernimmt die Stadt das Bad inklusive der Sauna wieder in Eigenregie. Damit endet ein jahrelanges Debakel um mangelnde Hygiene, häufig wechselndes Personal, rückläufige Besucherzahlen und schlechte Wasserwerte. Der Bezirksrat Misburg-Anderten stimmte den Plänen der Stadt zur Rücknahme während seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu. Auf Fragen vonseiten des Gremiums, ob die Stadt beabsichtige, einen neuen Betreiber suchen zu wollen, antwortete Christian Schaefer vom Fachbereich Sport und Bäder: „Wir gehen davon aus, das die Stadt das Bad wieder dauerhaft betreibt.“

Das Misburger Bad bereitet seit Jahren Probleme. Erst im November 2012 hatte der damalige Oberbürgermeister Stephan Weil dem privaten Betreiber mit einem erhöhten jährlichen Betriebskostenzuschuss von 405 000 statt 100 000 Euro für drei Jahre bis 2014 unter die Arme gegriffen, um nicht nur den laufenden Betrieb sicherzustellen, sondern ihm auch Instandhaltungs- und Investitionsmaßnahmen zu ermöglichen. Doch auch diese Geldspritze reichte offenbar nicht, um das Bad kostendeckend zu betreiben. Deshalb hatte Optisport die Stadt zuletzt noch darum gebeten, unter anderem den erhöhten Betriebskostenzuschuss über das Jahr 2014 hinaus weiter zu gewähren, die Öffnungszeiten zu reduzieren und die Freibadsaison zu verkürzen. Als die Stadt dies ablehnte, schlug Optisport vor, den Vertrag mit der Stadt einvernehmlich aufzuheben.

Noch ist nicht klar, ob das Unternehmen den Fitnessbereich in Eigenregie weiter betreiben will. An der Gastronomie hat dem Vernehmen nach bereits die Sportgemeinschaft Misburg Interesse signalisiert. Wenn die Stadt das Bad zum 1. September übernimmt, muss es voraussichtlich für zwei oder drei Wochen geschlossen werden, damit die technischen Anlagen überprüft werden können. Mit der städtischen Übernahme aber gelten dann auch dort die für städtische Bäder üblichen Preise. Nur die Öffnungs- und die Nutzungszeiten für Schulen und Vereine bleiben vorerst im gleichen Umfang wie bisher bestehen. Die 17 Mitarbeiter werden übernommen.

Für die Stadt wird die Rücknahme kein preiswertes Unterfangen. Nach Berechnungen der Sportverwaltung liegen die Betriebskosten bei jährlich rund 960 000 Euro. Mit dem Betreiberwechsel entfällt jetzt zwar der komplette Jahreszuschuss für 2014 an Optisport; er wird nur anteilig ausgezahlt. Weil die Summe laut Verwaltung aber nicht reicht, um Personal- und Betriebskosten abzudecken, benötigt der Fachbereich Sport und Bäder für den Zeitraum vom 1. September bis 31. Dezember außerplanmäßig 171 000 Euro.

Kosten wird außerdem noch der Ersatz von Einrichtungsgegenständen im Bad verursachen, weil die Stadt das Inventar von Optisport nicht übernehmen und dafür Abstand zahlen will. „Diese Summe dürfte sich aber im Rahmen halten“, versprach Schaefer.

Juliane Kaune 20.05.2014
23.05.2014