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Ost Tieridyll bei Wakitu ist fast schon Geschichte
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Tieridyll bei Wakitu ist fast schon Geschichte
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13:01 25.02.2009
Inka Pursche und ihre einjährige Tochter Charlotte nehmen Abschied von Wildschwein Konrad, das in einen Tierpark in Bad Pyrmont umziehen soll. Quelle: Rainer Surrey
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Wildschwein Konrad kommt in Kürze in einen Tierpark nach Bad Pyrmont, die Ziegen voraussichtlich in eine Anlage hinter Burgdorf, und Kleintiere soll es auch nicht mehr geben. „Die Zeit bleibt nicht stehen“, sagt Peter Kemp von der städtischen Jugendarbeit. Für das Areal sollen andere Nutzungskonzepte erarbeitet werden.
„Pädagogisch gestützte Tierhaltung“ nannte sich im Verwaltungsdeutsch das, was Kinder am Wakitu-Park stets so magisch angezogen hat. Doch glaubt man der Stadt, hatte das Idyll eine Schattenseite. Schwein Konrad und die Ziegen waren nie Kuscheltiere: „Sie sind nicht handzahm, sondern gefährlich“, sagt Kemp. Und die Kleintiere hätten wegen der Feuchtigkeit vielfach unter Arthrose gelitten. Vor zwei Jahren wurde die Kleintierhaltung eingestellt. Weil es Proteste gab, hatte die Stadt im Herbst auf Drängen von Stadtteilbewohnern und Bezirksratspolitikern noch einmal einen Anlauf gestartet, um Patenschaften für eine neue Kleintierhaltung zu gewinnen. Überall seien Aufrufe verteilt, Kitas und Schulen angefragt worden, sagt Kemp: „Aber es gab keine Resonanz.“ Weil Personal abgebaut worden sei, könne die Stadt die Tiere auch „nicht zum Selbstzweck“ halten.

Sonja Eick (Grüne) und Marie-Luise Holz (CDU) äußerten in der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Mitte Zweifel an den Beteuerungen der Stadt. „Da hätte sich sicherlich mehr machen lassen“, kritisierte Eick. „Die Stadtverwaltung hat das Thema ausgesessen“, moniert Holz. Wilfried Engelke hingegen mahnte: Wenn keiner Verantwortung übernehmen wolle, sei es richtig, Projekte einzustellen. „Das wird sonst Tierquälerei.“
Die Jugendpflege hat bereits neue Pläne für das Areal. Auf der Fläche könne ein Walderlebnisbereich entstehen, sagt Kemp: „Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen haben sich gewandelt.“

von Jana Rosenmeier und Conrad von Meding

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