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Ost Umbau verärgert Ladeninhaber
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Umbau verärgert Ladeninhaber
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15:12 01.12.2011
In der Friesenstraße am Weißekreuzplatz ist kaum ein Durchkommen für Fußgänger. Quelle: Schwarzenberger
Oststadt

In Fällen wie diesen setzen die Stadtwerke auf Informationen vor und während der Bauarbeiten. Doch nicht immer kommen diese auch bei den Betroffenen an. „Wir haben nichts erhalten“, sagt Christiane Kalberlah vom Papier-Kontor, die seit Wochen eine Baustelle vor ihrer Ladentür hat und nun über Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent klagt.

Die Stadtwerke erneuern in der Friesenstraße und in der benachbarten Kronenstraße gut 100 Meter Trinkwasserleitungen und 400 Meter Stromleitungen. Bei einem Projekt dieser Größe schaut Enercity in die eigene Datenbank und überprüft die Eigentümer der Gebäude an den betroffenen Trassen. „Die werden dann einige Wochen zuvor angeschrieben“, sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen. Details über Ladengeschäfte oder andere Nutzer lägen Enercity in der Regel gar nicht vor. Damit auch Geschäftsleute wissen, was vor ihrer Tür passiert, müssten sie von ihrem Vermieter oder ihrer Hausverwaltung informiert werden. Ihre Vermieterin habe aber keine Informationen bekommen, sagt Kalberlah, die dort nach dem Beginn der Bauarbeiten nachgefragt hatte. Auch für andere Geschäfte der Ladenzeile seien die Leitungsarbeiten überraschend gekommen.

In der Kronenstraße arbeitet das kommunale Unternehmen bereits seit dem Sommer an den Leitungen; in der Friesenstraße seit mehr als einem Monat. Der Gehweg vor den Geschäften wurde aufgerissen; gut zehn Parkplätze fallen dadurch vorübergehend weg – und das in einem Viertel, in dem ohnehin ein großer Mangel an Parkplätzen herrscht. Sie habe bei den Baufirmen erfragen müssen, worum es bei den Arbeiten überhaupt gehe, berichtet Kalberlah. Nach und nach seien immer mehr Kunden weggeblieben, weil Stellplätze fehlten und der Gehweg einem Graben glich. Die Geschäfte waren nur noch über provisorische Brücken zu erreichen.

Kallen verweist darauf, dass die zuständigen Firmen organisatorische Fragen vor Ort mit den Anliegern klären müssten. Dies sei aber nicht zu ihrer Zufriedenheit geschehen, sagt Kalberlah. Unglücklich ist sie zudem über die Zeitplanung. Im Sommer wären die Arbeiten verträglicher gewesen, meint sie. In der vergangenen Woche mussten die Stadtwerke für ein paar Stunden den Strom abschalten. Immerhin war den Ladeninhabern diese Einschränkung bekannt gewesen – und so musste Kalberlah ihren Laden in diesen dunklen Herbsttagen mit Kerzenschein beleuchten. Eine Zumutung, findet sie. „Außerdem hatten wir Angst, dass früher Frost die Bauarbeiten in die Länge ziehen könnten.“

Die Stadtwerke hätten für die Friesenstraße gern die Sommermonate genutzt, wie Kallen versichert. Aber ein Imbiss in der Ladenzeile hatte von der Stadt Flächen für einen Freisitz gemietet. Somit hätten die Arbeiten im Sommer nicht beginnen können, sagt Kallen. In dieser Woche will Enercity die Sanierung abschließen, dann müssen noch die Gehwege hergerichtet werden. „In wenigen Tagen ist das durch“, sagt Kallen. Im ebenfalls betroffenen Mediengeschäft „Zweitausendeins“ betrachtet man die Bauarbeiten gelassen. „Sie ist zwar lästig, war aber keine so große Behinderung“, sagt Filialleiter Jochen Haake. An dem Tag als der Strom abgeschaltet worden sei, habe er den Laden einfach geschlossen.

Marcel Schwarzenberger

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