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Ost Verein kämpft für Zukunft der Stadtpark-Sauna
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Verein kämpft für Zukunft der Stadtpark-Sauna
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14:29 23.04.2014
Von Stefanie Kaune
Die Stadtpark Sauna ist ein kleines Idill in Mitten der Großstadt. Hier entspannen vor allem ältere Menschen.
Die Stadtpark Sauna ist ein kleines Idill in Mitten der Großstadt. Hier entspannen vor allem ältere Menschen. Quelle: Felix Schledding
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Hannover

Das Vorhaben würde manchen ins Schwitzen bringen, doch die Mitglieder des Fördervereins der Sauna am Stadtpark wollen einen kühlen Kopf behalten: Bis Ende des Jahres wollen sie für Um- und Neubauten auf dem Gelände an der Kleefelder Straße die stolze Summe von rund 500 000 Euro sammeln, um den Bestand der ältesten Sauna der Stadt zu sichern. Kernstück des Projekts ist ein multifunktionaler Pavillon mit Naturheilpraxis, Physiotherapie, Massage- und Kosmetikangeboten sowie einem Raum für Vorträge und Veranstaltungen. Im Sommer 2015, so das ambitionierte Ziel, soll alles fertig sein.

„Wir müssen etwas tun, um das historische Gebäude zu erhalten und zugleich den gestiegenen Ansprüchen an Wellness und Freizeit gerecht zu werden“, sagt David Mastbaum, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft und Mitglied des Fördervereins. Die Sponsorensuche soll jetzt beginnen. Doch zunächst muss die Stadt als Grundstückseigentümerin das Konzept prüfen. Mehrere Fachbereiche sind beteiligt, zudem steht der Stadtpark als Gesamtheit unter Denkmalschutz. Voraussichtlich im Mai, sagt Stadtsprecher Alexis Demos, könne eine Stellungnahme vorliegen. Grundsätzlich sei es wünschenswert, dass das gut 70 Jahre alte Saunagebäude „als integraler Bestandteil der Stadtparkfläche“ erhalten bleibe.

Eröffnet wurde die Sauna 1943 in einem Fachwerkbau, der zehn Jahre zuvor als „Bauernschänke“ am Rand des Parks entstanden war. Seitdem gab es immer wieder Sanierungen und Umbauten. Erfahrungen damit hat auch der 100 Mitglieder zählende Förderverein gemacht, der im Herbst 2011 von engagierten Besuchern gegründet wurde, als der Sauna wegen technischer und hygienischer Mängel die Schließung drohte. Der alte Pächter wollte nicht mehr investieren, der Verein übernahm. Rund 160 000 Euro wurden seither nach Angaben Mastbaums in die Anlage gesteckt - je etwa zur Hälfte von der Stadt und vom Förderverein, der Spenden einwarb. Unter anderem wurden die Schwimmbadtechnik sowie die Holzverkleidungen in den Schwitzbereichen erneuert und das Mobiliar ausgetauscht.

Doch nun sei es „dringend geboten“, ein umfassendes Zukunftskonzept zu entwickeln, betont Renate Steinke vom Förderverein. Die Stadtpark-Sauna habe zwar ein treues Publikum von etwa 150 Stammbesuchern, zähle 7000 Gäste im Jahr und arbeite zurzeit wirtschaftlich. Aber zwei Drittel der Besucher seien über 50 Jahre alt. Um den Betrieb langfristig sicher zu stellen, müsse jüngeres Publikum gewonnen werden. „Wir wollen den Bogen schlagen zwischen Alt und Jung“, sagt Mastbaum. Die bisherigen Kunden sollen sich weiter wohlfühlen, zugleich aber soll es modernere Angebote geben.

Dafür ist der Pavillon mit etwa 200 Quadratmetern Grundfläche konzipiert, der in der freien Nordostecke des 2000 Quadratmeter großen Grundstücks entstehen soll. Der Förderverein hat einen Architekten beauftragt, die Pläne sind fertig. Neben Angeboten zu Gesundheit und Wellness soll es im Pavillon auch Kulturveranstaltungen geben. Außerdem ist eine Dampfsauna auf dem Außengelände geplant, und die Räume im bestehenden Haupt- und Nebengebäude sollen durch Umbauten neu aufgeteilt werden.

„Wir haben schon erste Kontakte zu potenziellen Sponsoren“, sagt Renate Steinke. Auch Stiftungen sollen angesprochen werden. Geplant ist zudem ein Sommerfest am 26. und 27. Juli, bei dem die künftigen Angebote präsentiert und Spenden gesammelt werden sollen. Der Verein hat die Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommen - weil er sich um den Erhalt eines historischen Gebäudes kümmert und sich der Gesundheitsvorsorge widmet. Der geplante Neubau soll nicht in Vereinseigentum bleiben, sondern an die Stadt übergeben werden.

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