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Ost Verkehr an der Podbi soll fließen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Verkehr an der Podbi soll fließen
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10:16 08.09.2011
Ein Planungsbüro hat die Verkehrsströme auf der Podbi beobachtet und will den Knotenpunkt mit verschiedenen Maßnahmen entschärfen.
Ein Planungsbüro hat die Verkehrsströme auf der Podbi beobachtet und will den Knotenpunkt mit verschiedenen Maßnahmen entschärfen. Quelle: Link
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Bothfeld

Mit Spannung hat der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide das von der Stadt bereits für Mai angekündigte Verkehrskonzept für Bothfeld erwartet. In der jüngsten Sitzung des Gremiums stellte die Verwaltung nach mehrmaligem Verschieben ihre Pläne für den Stadtteil vor. Trotz einiger Kritikpunkte stieß das Konzept bei Vertretern aller Fraktionen auf Zustimmung.

Mehr als anderthalb Stunden brauchte Walter Theine vom Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr, um den Bezirksratsmitgliedern und den mehr als 20 Gästen die wichtigsten Erkenntnisse der umfassenden Verkehrsuntersuchung vorzustellen. Ausgangslage dafür war eine Verkehrszählung im März dieses Jahres, bei der das Planungsbüro die Verkehrsströme im Stadtteil beobachtete. Außerdem nutzte das Büro Zahlen, die die Gemeinschaft Bothfelder Kaufleute (GBK) im Oktober 2010 erhoben hatte. Im Zentrum der Untersuchung standen die Sutelstraße und drei Knotenpunkte auf der Podbielskistraße: an der Kreuzung Eulenkamp / Klingerstraße, am Gehaplatz und an der Kreuzung Im Heidkampe / Pasteurallee.

Die größten Mängel stellte Theine am Gehaplatz und in der Sutelstraße fest: „Der Knotenpunkt Sutelstraße ist nachmittags durch verschiedene Faktoren total überlastet“, fasste der Verkehrsexperte zusammen. Eine Ursache dafür seien Baustellen auf den Autobahnen. Sobald der Ausweichverkehr durch den Stadtbezirk fließe, entstünden Probleme, da es keine sinnvolle Umleitungsstrecke gebe: „Die können wir auch nicht einrichten, die gibt es im Grunde nicht“, sagte Theine. Eine mögliche Lösung hat der Verkehrsplaner dennoch parat. Schilder auf der Autobahn sollen die Verkehrsteilnehmer auffordern, bei Baustellen nicht von der Schnellstraße abzufahren. Theine rechnet jedoch mit Widerstand seitens der Landesverkehrsbehörde. „So eine Beschilderung gibt es bundesweit noch nicht. Die Stadt Hannover würde damit einen Präzedenzfall schaffen.“

Ein weiteres zentrales Problem im Bothfelder Verkehr sei aber auch das tägliche Verkehrsaufkommen. Das schließt Theine aus einer Befragung der Autofahrer nach ihrem Start- und Zielort an der Langenforther- und der Burgwedeler Straße: Danach kamen etwa 75 Prozent der Befragten aus Bothfeld, Groß-Buchholz und Langenhagen oder wollten dorthin. Der überregionale sowie der Schwerlastverkehr indes würden im Stadtteil kaum eine Rolle spielen, meinte Theine.

Um festzustellen, an welchen Stellen es auf den Bothfelder Straßen besonders hakt, untersuchten die Verkehrsplaner auch den Rückstau an den Ampelanlagen auf der Podbi. Vor allem die Autofahrer, die vom Eulenkamp in die Klingerstraße oder umgekehrt unterwegs sind, mussten demnach viel zu lange warten: Sie bekamen in der Regel erst nach mehr als 100 Sekunden grün. „Bei einem solchen Wert gilt die Verkehrsführung nicht mehr als ausreichend leistungsfähig“, erläuterte Theine.

Seit Mai dieses Jahres seien die Ampelphasen an der betreffenden Kreuzung aufgrund der Ergebnisse aber verändert worden. Der Verkehr auf der Podbi hat nun nicht mehr so lange Grünphasen. Eine weitere Verkehrszählung am 23. August habe nun gezeigt, dass der Versuch erfolgreich sei. „Der Verkehr auf den Nebenstraßen fließt nun besser“, betonte Theine. Spätestens mit der zweiten Grünphase könnten Autofahrer nun die Kreuzung überfahren.

An den beiden anderen Knotenpunkten auf der Podbi lasse sich die Ampelschaltung aber nicht so leicht optimieren, meinte der Verkehrsexperte. „Am Gehaplatz ist die Situation weitaus komplexer. Wir haben uns noch nicht getraut, dort Unordnung reinzubringen“, sagte Theine. Ein Anfang aber soll gemacht werden: Rechtsabbieger aus der Sutelstraße sollen in Zukunft zeitgleich mit den Fußgängern grün bekommen. Dadurch könne mehr Verkehr aus der Straße abfließen.

Außerdem gilt ab sofort auf der Sutelstraße ab der Adolf-Emmelmann-Straße stadteinwärts morgens ein Halteverbot. Zwischen 6.30 und 9.30 Uhr ist das Halten dort nicht mehr gestattet, so kann eine zusätzliche Fahrspur genutzt werden. Für die andere Seite der Sutelstraße ist ebenfalls eine Änderung vorgesehen. Die Haltestelle der Buslinie 125 Richtung Meierwiesen soll umgebaut werden. Der Bordstein wird um etwa einen halben Meter verkleinert, damit Autos am haltenden Bus vorbeifahren können. An der Kreuzung Podbielskistraße / Im Heidkampe / Pasteurallee sind dagegen zunächst keine Änderungen geplant.

Sollten die angedachten Verbesserungen nicht ausreichen, schließt Theine auch bauliche Veränderungen an den Kreuzungsbereichen nicht aus. Entsprechende Pläne liegen bereits vor. Eine weitere Verkehrserhebung im Herbst soll nach dem Vorschlag des Verkehrsplaners zeigen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

Christian Link

Vivien-Marie Drews 07.09.2011
07.09.2011