Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ost "Wunschcontainer" sammelt Anliegen der Bürger
Hannover Aus den Stadtteilen Ost "Wunschcontainer" sammelt Anliegen der Bürger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:18 19.06.2013
„Tempolimit Friesenstraße“ – das und viele weitere Wünsche für Oststadt und List haben die Besucher auf die Außenwände des Containers am Weißekreuzplatz geschrieben. Quelle: Schwarzenberger
Hannover

Die exotischsten Schriftzeichen an der Wand des „Wunschcontainers“ auf dem Weißekreuzplatz hinterließ ein Besucher, der aus China stammt. Dazu malte er ein Pferd und übersetzte seinen Wunsch auch auf Deutsch: „Ohne Autos in die Stadt“ - dafür aber gern hoch zu Ross. Mit seinem humorigen Vorschlag kam der Mann den Zielen eines von Stadt und Region Hannover aufgestellten Masterplans ziemlich nahe. Erreicht werden soll ein verbesserter Klimaschutz bis zum Jahr 2050 - das umfasst auch die Frage, wie künftig das Leben in den Stadtteilen aussehen soll.

Genau das wollen die Vereine Ökostadt und Wissenschaftsladen Hannover von Oststädtern und Listern wissen. Noch bis zum 27. Juni steht der Container auf dem Platz in der Oststadt. Als Sammelstelle für Hinweise, Ideen und Kritik. „Wunschproduktion - Stadt neu denken“ ist die gut einen Monat dauernde Aktion der beiden Vereine übertitelt. Es geht dabei etwa um Ideen für einen klimaschonenden Alltag in den Wohnquartieren. „Stark nachgefragt ist aber auch der soziale Aspekt“, sagt Cheryl Meiseberg vom Verein Ökostadt. Der Masterplan, an dem städtische und Regionsgremien arbeiten, ist zwar auf Themen wie Klima, Energieeffizienz und ressourcenschonende Architektur ausgerichtet. Aber wenn schon nach dem künftigen Zusammenleben gefragt wird, dann sollen auch andere Lebensbereiche angesprochen werden können.

„Das sind Themen wie nachbarschaftliches Miteinander oder Selbstversorgung“, sagt Meiseberg. Und es geht auch um Fragen rund um eines der wichtigsten deutschen Statussymbole: „Verzichte ich auf ein eigenes Auto? Wenn ja, wie organisiere ich Transporte?“ Auf Papier und an den Containerwänden haben schon etliche Besucher ihre Gedanken hinterlassen. Das Thema Verkehr taucht dabei oft auf. Da wünschen sich Besucher mehr autofreie Bereiche in der Stadt, fordern ein Tempolimit in Friesen- und Wedekindstraße oder eine längere Grünphase für Fußgänger an der Ampelanlage am Emmichplatz. Auch die unter Politikern geführte Debatte um die Sanierung der Raschplatz-Hochstraße wird fortgesetzt. „Endlich abreißen“, fordert eine mit Kreide geschriebene Nachricht. „Und auf keinen Fall bunt anmalen“, sagt Meiseberg. Auch das hätten Besucher gefordert. Aber auch Wünsche wie ein Bürgercafé am Weißekreuzplatz oder eine „Sichtachse durch den Hauptbahnhof“ - vom Reiterstandbild Ernst Augusts bis zum Raschplatz - wurden geäußert.

Nicht nur Bewohner der List und der Oststadt sollen zu Wort kommen. Auch Besucher wie Carola Alejandro Zenteno sind willkommen. Die aus Peru stammende junge Frau kommt aus Ricklingen, hat aber oft in der Oststadt zu tun. Sie interessiere sich vor allem für das Miteinander von Menschen, sagt sie. „Viele Migranten zögern wegen ihrer Sprachprobleme, mit der Stadtverwaltung in Kontakt zu treten“, sagt sie. Da gebe es Verbesserungsbedarf.

Aus allen Anregungen stellen die Vereine eine Dokumentation zusammen. Die geht unter anderem an den Bezirksrat Vahrenwald-List, der den Wunschcontainer in den Stadtbezirk holte. Auch die Verwaltung bekommt ein Exemplar. Und schließlich sollen alle Anregungen in den Masterplan einfließen, an dem unter anderem die Klimaschutzleitstelle Hannovers arbeitet. Voraussichtlich im Juli werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt.

Der Wunschcontainer ist montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 23. Juni, können sich Bürger bei einem Zukunftsfest mit Essen aus der mobilen Küche ab 12 Uhr informieren. Initiativen können sich am Container präsentieren.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die vierjährige Hannah braucht dringend einen Stammzellspender, um ihre Leukämie zu besiegen. Am Sonntag sollen per Bluttest mögliche Spender ermittelt werden. Geldspenden für die Aktion gab es bereits reichlich.

Stefanie Kaune 19.06.2013

Randale im Klassenzimmer: Eine 20-Jährige hat am Montagmittag in der Ricarda-Huch-Schule in der List randaliert. Die ehemalige Schülerin betrat das Gebäude am Bonifatiusplatz in der zweiten großen Pause.

Tobias Morchner 18.06.2013

Ein 61-jähriger Mann hat am Montagnachmittag in Groß-Buchholz mit seinem Auto eine Litfaßsäule gerammt. Durch die Wucht des Aufprall brach der Werbeträger von seinem Betonsockel ab und stürzte auf den Wagen. Der Fahrer blieb zum Glück unversehrt.

17.06.2013