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Ost Zwei junge Organisten begeistern die Kirchgänger
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Zwei junge Organisten begeistern die Kirchgänger
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00:15 20.04.2013
Anton (l) und Tobi spielen in Hannover in der Timotheuskirche auf der Orgel. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Misburg / Lahe

Das Orgelspiel gehört zu jedem Kirchensonntag wie die Predigt des Pastors. Doch während er dem Ablauf des Gottesdienstes Gesicht und Stimme gibt, wirkt der Organist eher im Verborgenen. Seine Musik ist zwar zu hören, beim Spielen aber sieht man ihn nicht. Wer versucht, sich ein Bild von ihm zu machen, denkt sicher nicht unbedingt an 16- oder 17-jährige Jugendliche, die an dem imposanten Instrument sitzen. Doch Anton Deicher aus Misburg und Tobias Stolz aus Lahe sind zwei junge Musiker in diesem Alter, die genau das tun - und dabei auch noch ausgesprochen erfolgreich sind.

Heute treffen sich die beiden jungen Musiker in der Timotheuskirche in Waldhausen. Ganz selbstverständlich schließt Anton hier die Kirchentür auf. Oben, auf der Empore, setzen sie sich an die Orgel und beginnen mit den Trockenübungen - ohne Ton. Die Stunden, die sie an der Orgel verbringen, haben bereits Früchte getragen: Anton und Tobias sind 2011 unter den ersten neun Nachwuchsorganisten gewesen, die mit dem Orgelstipendium des Sprengels Hannover gefördert werden. Ziel der Stipendiaten ist es, innerhalb von zwei Jahren die sogenannte D-Prüfung - die erste von vier Prüfungsstufen an der Orgel - zu absolvieren. Beide Jugendlichen haben diese Prüfung schon frühzeitig abgelegt, ein halbes Jahr vor Ende des Stipendiums. Tobias sieht das Ganze nüchtern: „Wir haben jeder 450 Euro bekommen. Damit waren die Kosten für die Prüfung einigermaßen gedeckt.“

Die nächste Herausforderung ist die C-Prüfung

Doch es geht weiter: Derzeit stecken die beiden Jungorganisten schon wieder mitten in den Vorbereitungen für die nächste Herausforderung, die C-Prüfung. Dafür müssen sie außer der Spielpraxis bei Marktkirchen-Organist Ulfert Smidt, auch Theoriestunden ablegen und Fächer wie Gehörbildung, Musikgeschichte und Hymnologie lernen. Für eine Stunde an der Orgel nimmt Smidt 40 Euro. „Das lohnt sich. Er ist gut, und wir können immerhin an der Orgel in der Marktkirche spielen. Die ist schon ziemlich groß“, sagt Tobias begeistert.

Angefangen hat die Karriere beider Jugendlicher am Klavier. Tobias begann mit fünf Jahren, Anton mit sechs Jahren Klavierunterricht zu nehmen. Später sang Anton im Chor und spielte sogar mit dem Gedanken, zu dirigieren. „Dann kam eins zum anderen, und ich habe mit der Orgel angefangen“, erzählt er. Damals war er 14 Jahre alt. Bei Tobias gab der Vater, der selbst Organist ist, den Anstoß. Und was macht den größten Unterschied zwischen der Orgel und dem Klavier aus? „Die Füße“, sagen die beiden jungen Musiker gleichzeitig und lachen. Durch das Treten des Pedals können bei einer Orgel mehrere Stimmen gleichzeitig gespielt werden.

Eine Karriere als Kirchenmusiker streben sie nicht an

Nach der C-Prüfung soll aber für beide Schluss sein. Eine Karriere als Kirchenmusiker können sie sich nicht vorstellen. Ein Musikstudium wäre dann Pflicht, und für ihre Zukunft haben die jungen Musiker schon andere Pläne. Zur Zeit besuchen beide die elfte Klasse und streben das Abitur an. Danach möchten sie jeweils etwas im naturwissenschaftlichen Bereich studieren und in eine andere Stadt ziehen. „Aber auch dort würde ich mir sofort eine Orgel suchen“, sagt Tobias.

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