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Süd Ärger um Aushub und Dreck auf Seelhorster Friedhof
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ärger um Aushub und Dreck auf Seelhorster Friedhof
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10:23 27.02.2010
Von Sandra Schütte
Der Aushub der Nachbargräber ist nah an Schleifen und Gestecke geworfen worden.
Der Aushub der Nachbargräber ist nah an Schleifen und Gestecke geworfen worden. Quelle: Schütte
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Fast täglich besucht ein 71-jähriger Witwer das Grab seiner Frau auf dem Seelhorster Friedhof. Er wolle Abschied nehmen, doch stattdessen müsse er sich jedesmal ärgern, sagt der Südstädter. Kurz vor Weihnachten wurde seine Frau in einem Reihengrab beigesetzt – doch seitdem gleiche das Umfeld der Ruhestätte einer Baustelle, klagt der Hinterbliebene. „Mal lagen die Schleifen kreuz und quer über das Grab verteilt, mal fanden sich Erdhügel davor, also der Aushub der nächsten Gräber in der Reihe.“ Direkt am Rand anderer Gräber seien sogar Reifenspuren zu sehen gewesen, sagt der Fahrlehrer. Hinzu käme der Dreck, der sich im Schnee auf dem Grab seiner Frau abzeichne. „So geht man nicht mit Trauernden um“, kritisiert der Witwer.

Im vergangenen Jahr hatte das Paar noch Goldene Hochzeit gefeiert. „Wir waren sehr eng verbunden“, sagt der Südstädter. Den Anblick der letzten Ruhestätte seiner Frau beschreibt der Rentner als „pietätlos und unwürdig“. Mehrfach hat er sich mit der Friedhofsverwaltung in Verbindung gesetzt, es gab sogar einen Ortstermin. Der zuständige Mitarbeiter habe sein Bedauern ausgedrückt und Besserung gelobt, aber auch darauf hingewiesen, dass der Zustand rund um die Gräber angesichts der Witterungsverhältnisse derzeit nicht zu ändern sei. Jüngst hat die Verwaltung nun schriftlich Stellung genommen: Sobald der Frost aus dem Boden ist, soll die Rasenfläche vor dem Grab wieder hergerichtet werden.

Die Friedhofsverwaltung will künftig auch anders mit dem Erdaushub der Gräber verfahren, kündigt Cordula Wächtler, die Leiterin der städtischen Friedhofsabteilung, an. Damit der Boden nicht allzu stark durchfriere, würden die noch unbelegten Ruhestätten momentan mit Tannenzweigen bedeckt, daneben die Erde deponiert. Künftig soll der Aushub auf dem nächsten zu belegenden Grab gelagert werden und dann mit Zweigen abgedeckt werden, um Dreck zu vermeiden. Die Mitarbeiter auf dem Seelhorster Friedhof hätten sich allerdings nichts vorzuwerfen. „Wir konnten nicht feststellen, dass unsere Kollegen nicht würdevoll mit der Ruhestätte umgegangen sind“, sagt Wächtler. Es sei durchaus üblich, den Aushub bei Beisetzungen neben das Grab zu legen. Wenn es nicht geschneit hätte, wäre die Erde rund um das Grab der Südstädterin wohl auch kaum aufgefallen, denn auf der Rasenfläche wäre davon kaum etwas zu sehen gewesen.

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