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Süd Anwohner sorgen sich um Gründerzeit-Ambiente
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Anwohner sorgen sich um Gründerzeit-Ambiente
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11:30 19.01.2012
Mit ungewisser Zukunft: Das Haus hinter der Natursteinfront in der Waldhausener Güntherstraße ist verkauft – ob es abrissen wird, steht noch nicht fest. Quelle: Schwarzenberger
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Waldhausen

Hinter einer Natursteinfront mit Garagentoren, schlanken Zypressen erhebt sich ein weiß getünchtes Wohnhaus. Mit seinen schlichten, fast mediterran wirkenden Formen bildet es einen reizvollen Kontrast zu den Jugendstilvillen und Gründerzeithäusern der Nachbarschaft. Das Wohnhaus an der Güntherstraße 43 a besticht mit seinem Charme. Und den sehen Anwohner nun in Gefahr. Das Haus ist verkauft; die Firma BBK Bau bereitet im Auftrag des neuen Eigentümers ein Bauprojekt vor. Abriss oder Anbau, das ist derzeit die Frage.

Seit Wochen fragen sich Anwohner, was wohl mit dem Grundstück passiert. Ob womöglich ein Hotel im Wohnviertel entsteht. „Das wäre ein schrecklicher Gedanke“, sagte eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen mag. „Wir fürchten, dass hier ein idyllisches und historisch geschlossenes Straßenbild zerstört wird“, sagte sie. Das Haus, das vielleicht abgerissen wird, passe einfach gut in das alte Ambiente. Die Güntherstraße im gutsituierten Waldhausen zählt zu den prachtvollsten Straßenzügen Hannovers. Liebevoll restaurierte Fassaden reihen sich dort aneinander; gut 15 Stadtvillen und Bürgerhäuser stehen unter Denkmalschutz. Nummer 43 a zählt nicht dazu. Womöglich entsteht dort „ein nichtssagender Klotz“, argwöhnt die Nachbarin.

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BBK-Architektin und Geschäftsführerin Birgit Tesic-Kurth wundert sich über manches Gerücht. „Ein Hotel wird dort nicht gebaut“, betonte sie auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Dem neuen Eigentümer – ein privater Käufer – gehe es eher um die Schaffung von Eigentumswohnungen. Ob das alte, noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammende Haus abgerissen wird, stehe noch gar nicht fest. „Das muss unser Auftraggeber noch entscheiden.“ Derzeit liefen zudem noch Verhandlungen mit der Stadt. Die hat eine erste Bauvoranfrage abgelehnt. Darin ging es noch um einen viergeschossigen Neubau. Nun liegen zwei weitere Vorschläge bei der Stadtverwaltung; mit dem Einreichen dieser Ideen hat BBK eine neue Bauvoranfrage gestellt. Um drei Geschosse gehe es diesmal, erläuterte Tesic-Kurth. Ob der Altbau erhalten bleibt und durch einen Anbau ergänzt wird oder das Gebäude doch abgerissen und durch ein völlig neues Haus ersetzt wird, steht zur Debatte. Am Ende müsse sich das Vorhaben für den Eigentümer rechnen. „Eine Sanierung des alten Hauses ist fast nicht wirtschaftlich“, sagte die Architektin.

Die Stadt muss noch die Rahmenbedingungen vorgeben. „Die Zulässigkeit des Vorhabens wird nach Paragraph 34 Baugesetzbuch beurteilt“, sagte Stadtsprecher Dennis Dix. Es geht bei der Entscheidung nicht etwa um einen Ensembleschutz, sondern darum, wie sich das Bauvorhaben „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“, wie der Paragraph besagt. „Gestalterisch ist vieles machbar; aber das entscheidet der Auftraggeber“, sagte Tesic-Kurth. Ein Neubau im Villenstil zöge auch entsprechende Kosten nach sich. Möglichst in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Die Anwohner wollen mitreden und womöglich einen Rechtsanwalt einschalten. Dieser Schritt hat aus Sicht der Anlieger ein erfolgreiches Vorbild: Im vorigen Jahr zog der Arbeitgeberverband Chemie Nord nach einem Nachbarschaftsstreit aus der Güntherstraße 1 aus. Der Verband durfte wegen fehlender Grenzabstände seinen Verwaltungssitz nicht vergrößern.

Marcel Schwarzenberger

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