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Süd Anwohner verteidigen ihr Kopfsteinpflaster
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Anwohner verteidigen ihr Kopfsteinpflaster
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17:58 12.05.2015
Von Margret Jans-Lottmann
Foto: Das Kopfsteinpflaster bleib in der Ziegelstraße
Das Kopfsteinpflaster bleib in der Ziegelstraße Quelle: Tim Schaarschmidt
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Döhren

Punktsieg für etliche Anwohner von Ziegel- und Landwehrstraße: In beiden Straßenzügen bleibt bei der geplanten Sanierung das historische Kopfsteinpflaster erhalten. Das hat der Bezirksrat Döhren-Wülfel in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Die Kommunalpolitiker lehnten damit das Vorhaben der Stadtverwaltung ab, die Landwehrstraße im Zuge der Sanierung zu asphaltieren. Bei der Ziegelstraße hatte die Stadt schon vorher eingelenkt und nach dem Protest von Anwohnern dem Erhalt des historischen Kopfsteinpflasters zugestimmt. Nach dem Beschluss der Bezirksratsmehrheit sollen außer der Ziegel-, der Landwehr- und der Zeißstraße sowie den Rad- und Gehwegen der Schützenallee auch die Wolf- und die Borgentrickstraße in das städtische Sonderprogramm für Straßenerneuerung aufgenommen werden.

Der Beschluss der Bezirksratsmehrheit zum Straßensanierungsprogramm geht auf einen interfraktionellen Antrag sowie einen CDU-Antrag zurück, in dem diese den Erhalt des Kopfsteinpflasters auch in der Landwehrstraße forderte. Ein solcher Belag sei gut für die Umwelt, weil das Niederschlagswasser hier besser versickere, begründete CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob den Antrag. Außerdem sei Kopfsteinpflaster ein historisch-ästhetisches Kulturgut, dessen Erhalt der Bezirksrat im vergangenen Jahr für kulturhistorische Straßenzüge beschlossen habe.

SPD-Fraktionschef Sascha Glade indes nannte den interfraktionellen Antrag den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dem Antrag der CDU wollte die SPD denn auch nicht folgen. Es gebe auch Anwohner, die kein Kopfsteinpflaster wollten, zumal ohnehin bereits große Teile der Landwehrstraße asphaltiert seien, sagte Glade. Linken-Einzelvertreter Manfred Milkereit sprach sich grundsätzlich gegen Kopfsteinpflaster aus.

Auch die Stadtverwaltung schlug in ihrer Beschlussdrucksache eine komplette Asphaltierung der Landwehrstraße vor - unter anderem deshalb, weil das Natursteingroßpflaster bereits in vielen Teilen der Straße fehlt. Eine bituminöse Befestigung habe zudem den Vorteil, dass sie geräuschärmer sei, radverkehrsfreundlicher und barrierefreier, erläuterte Hannovers Tiefbauamtschef Andreas Bode. Und schließlich sei ein Asphaltbelag auch kostengünstiger zu haben als ein Belag aus Kopfsteinpflaster. „Wir akzeptieren aber den Beschluss des Bezirksrates“, sagte Bode. „Wir sehen ihn allerdings nicht als Optimallösung an.“

Ein Anwohner, der sich in der Bezirksratssitzung zu diesem Tagesordnungspunkt zu Wort meldete, vermochte die Vorteile einer Asphaltierung dagegen nicht zu erkennen. Die Landwehrstraße sei schon jetzt eine Durchfahrtsstraße. „Man möchte sich nicht vorstellen, wie das ist, wenn die Straße asphaltiert ist“, sagte er.

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