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Süd Anwohner wollen Gutachten
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Anwohner wollen Gutachten
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21:47 16.12.2011
Hannover will eine große Versandhandelsfirma am Messegelände ansiedeln. Quelle: Rainer Surrey
Messe

„Uns wurde gesagt, dass die Gutachten im Dezember fertiggestellt werden“, kritisierte eine Anliegerin im Bemeroder Bezirksrat. „Ich kann mich als Bürgerin besser auf die Fragestunde vorbereiten, wenn die Gutachten vorher vorliegen.“

Auf 3200 Messeparkplätzen will ein Internet-Versandhandel eine Logistikhalle mit 110.000 Quadratmetern errichten – im Moment sind allerdings auch noch andere Standorte in Nordniedersachsen im Gespräch. Die Stadt will die Ansiedlung unbedingt, weil das Unternehmen, das ungenannt bleiben will, 1000 feste und bis zu 1500 Saisonarbeitsplätze verspricht.

Bezirksbürgermeister Bernd Rödel warb um Geduld: „Es ist vom Oberbürgermeister so gesagt worden, dass die Gutachten ergebnisoffen sind – und ich verlasse mich darauf.“ Zugleich kritisierte er die Stadt, die ein Informationsschreiben an die Anwohner versandt hatte, ohne den Bezirksrat zu informieren: „Das geht gar nicht.“ SPD-Ratsherr Michael Klie versicherte, dass auch die Ratsversammlung die Ansiedlung intensiv prüfen werde. „Wir lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen“, sagte Klie. Daher halte er den Zeitplan für unrealistisch. Die Firma will im März den ersten Spatenstich setzen und im Herbst den Betrieb aufnehmen – sofern sie sich für Hannover entscheidet. „Die Entscheidung des Unternehmens soll bis Weihnachten getroffen werden“, sagte Stadtplaner Matthias Fabich.

Derweil hat die Initiative „Pro Kronsberg“ gestern Zweifel an den Darstellungen der Stadt geäußert. Versprechungen etwa bezüglich der Zahl und Qualität der Arbeitsplätze hätten sich bei Großansiedlungen der Branche selten bewahrheitet, bemerkt Sprecher Frank Podschadly. Er zitiert Medienberichte, denen zufolge bei Unternehmen wie etwa Amazon vielfach nur Praktikumsplätze und geförderte Qualifizierungsjobs geschaffen würden, sodass der Arbeitsmarkt kaum entlastet werde. Die Initiative fordere, dass die Stadt die Gutachten wirklich ergebnisoffen prüfe und nicht nur versuche, zweifelnde Bürger zu überzeugen.

Christian Link und Conrad von Meding

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