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Süd Bäume müssen Hochbahnsteig weichen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Bäume müssen Hochbahnsteig weichen
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17:03 25.06.2009
Die knapp 100 Teilnehmer der Stadtteilkonferenz in Kirchrode wünschen sich den geplanten Hochbahnsteig etwa auf Höhe der derzeitigen Haltestelle „Großer Hillen".
Die knapp 100 Teilnehmer der Stadtteilkonferenz in Kirchrode wünschen sich den geplanten Hochbahnsteig etwa auf Höhe der derzeitigen Haltestelle „Großer Hillen". Quelle: Sebastian Hoff
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Die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (Infra) hatte im Fachinstitut der Henriettenstiftung vier Varianten vorgestellt, die auf Vorschlägen der ersten Stadtteilkonferenz Kirchrode-Mitte im vergangenen Oktober beruhten. Gegen den Bau des Hochbahnsteiges an anderer Stelle wurden von den Anwesenden massive Vorbehalte geäußert: Bei einer Variante wird die Zufahrt für Krankenwagen zum Henriettenstift eingeschränkt, bei einer anderen die Entfernung zu den Bushaltestellen zu groß.

Eine der baulichen Lösungen würde die Einfahrt mit dem Auto von der Tiergartenstraße in den Großen Hillen unmöglich machen. Bei einer anderen würden die Fuß- und Radwege zu schmal werden.

Da der Hochbahnsteig in jedem Fall 70 Meter lang wird und an beiden Seiten Rampen erhält, müssten für die Umsetzung der favorisierten Variante 1 allerdings einige Bäume gefällt werden. Außerdem muss ein Teil des Geländes der Henriettenstiftung angekauft werden. Ein Vertreter der Stiftung signalisierte auf der Versammlung bereits, dass ein Grundstücksverkauf denkbar sei. Die Vertreter der Infra und der Region Hannover wollten sich dennoch nicht darauf festlege, dass in den weiteren Planungen nur noch die erste Variante verfolgt wird.

Mit dem Bau des barrierefreien Hochbahnsteiges für die Stadtbahnlinie 5 soll im Frühjahr 2014 begonnen werden, sagte Martin Vey, Betriebsleiter Bau bei der Infra. Frühestens dann werden auch die Gleise in dem Abschnitt auf der Tiergartenstraße erneuert, um die Geräuschentwicklung durch die Stadtbahnen zu mindern.

Ende 2014 sollen die Arbeiten am Hochbahnsteig abgeschlossen sein. Christian Weske vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover erläuterte, dass die Haltestellen Mettlacher Straße und Kaiser-Wilhelm-Straße zusammengelegt werden sollen, und eine neue Haltestelle Saarbrückener Straße entstehen soll. Diese und die Haltestelle Tiergartenstraße erhalten ebenfalls einen Hochbahnsteig. Mit den Planungen für die Bauarbeiten, die jeweils zwischen zwei und vier Millionen Euro kosten werden, wird bereits zwei Jahre früher als vorgesehen begonnen. Der Grund hierfür ist die aktuelle Diskussion um die Neugestaltung des Zentrums von Kirchrode.

Bei der Vorstellung der Varianten für den Hochbahnsteig wurde darauf hingewiesen, dass auch der „Klönschnack“ betroffen sein könnte. Je nachdem, welche Lösung gewählt wird, muss ein Teil des Platzes für die neue Straßenführung genutzt werden. Einige Besucher der Stadtteilkonferenz wiesen darauf hin, dass dieser Platz von den Einwohnern ohnehin schlecht angenommen werde.

Andere Teilnehmer wie der Vorsitzende des Bürgervereins Kirchrode, Gerhard Schröder-Hohensee, betonten hingegen, dass der „Klönschnack“ ein zentraler Treffpunkt und Wahrzeichen Kirchrodes sei, das nicht verändert werden dürfe. Als möglicher zusätzlicher Stadtteilplatz wurde von einem der Anwesenden der derzeitige Taxi-Stand vor dem Sparkassen-Gebäude vorgeschlagen. Diese Idee stieß auf Zuspruch und soll weiter diskutiert werden.

Die Organisatoren der Stadtteilkonferenz, das Stadtplanungsbüro plan zwei sowie das Beratungsunternehmen Rudnick, Rudnick & Partner Consulting, fragten zum Ende der Veranstaltung, wer sich künftig in Arbeitskreisen für die Neugestaltung der Mitte Kirchrodes engagieren wolle. Ein Großteil der Anwesenden bekundete Interesse, obwohl zu Beginn der Konferenz viel Kritik an den Veranstaltern geäußert wurde: Viele beschwerten sich, dass sie über die Versammlung nicht informiert worden seien, obwohl sie sich auf der ersten Stadtteilkonferenz im Oktober vergangenen Jahres in Adressenlisten eingetragen hatten. Selbst die Mitglieder des Bezirksrats waren nicht zu der Konferenz eingeladen worden. Man habe mit dieser Veranstaltung nicht so sehr die „Masse ansprechen“ sondern „vertieft“ einladen wollen, begründete Stadtplaner Matthias Fabich die Entscheidung der Verwaltung, vorrangig den Geschäftsleuten und Eigentümern eine Einladung zu schicken.

Die Tatsache, dass zwischen dem ersten und zweiten Termin für die Stadtteilkonferenz so viel Zeit vergangen sei, und ein bereits angesetzter Termin zwischenzeitlich kurzfristig abgesagt wurde, erklärten die Organisatoren damit, dass zwischen den beteiligten Akteuren, unter anderem der Üstra, der Infra und der Region Hannover, ausführliche vorbereitende Gespräche und Planungen stattgefunden haben. Die neu zu gründenden Arbeitskreise sollen sich nun frühestens im August treffen. Weitere Interessenten können gerne daran teilnehmen.

von Sebastian Hoff