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Süd Bauwagen mit antisemitischem Schriftzug beschmiert
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Bauwagen mit antisemitischem Schriftzug beschmiert
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18:39 19.02.2010
Ärgernis: Der mit Neonazi-Parolen beschmierte Bauwagen.
Ärgernis: Der mit Neonazi-Parolen beschmierte Bauwagen. Quelle: Krings
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Bogamil Dzierza etwa macht fast jeden Tag mit seinem Hund eine große Runde über den Kronsberg. Dabei kommt er regelmäßig an dem Wagen vorbei, der seit Jahren am Straßenrand abgestellt ist und nach Angaben der Stadtwerke vor allem in den Herbst- und Wintermonaten als Abstellfläche für Material und als mobiler Besprechungsraum dient. Vor mehreren Monaten entdeckte Dzierza bei einem Spaziergang die Schmiererei an dem orangefarbenen Wagen. Er habe daraufhin sofort bei den Stadtwerken angerufen, die antisemitische Schmiererei gemeldet und freundlich um die Beseitigung derselben gebeten. „Das war ein Schandfleck, der so schnell wie möglich verschwinden musste“, betonte Dzierza. Doch geschehen ist nichts, auch nach etlichen weiteren Anrufen Dzierzas nicht. Dabei hätte man doch einfach nur einen Eimer orangener Farbe in die Hand nehmen und den Schriftzug damit überstreichen müssen, meint der Kronsberger – schließlich sei der Bauwagen an den Längsseiten sowieso schon mit verschiedenen Farben beschmiert.

Bei den Stadtwerken indes ist Dzierzas ernstes Ansinnen bis vorige Woche ohne ersichtlichen Grund ungehört verhallt. Sprecherin Bianca Bartels bedauerte dies auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers sehr. Sie gehe davon aus, dass die Beschwerde nicht bis in den zuständigen Fachbereich durchgedrungen sei oder es unter Umständen sehr schwierig gewesen sei, den Bauwagen einer bestimmten Abteilung zuzuordnen. Genutzt werde der Bauwagen vor allem von Mitarbeitern der Stadtwerke, die sich um die Freilandleitungen in der Nähe und der weiteren Umgebung kümmerten. Diese nähmen in der Herbst- und Wintersaison sogenannte Ausästarbeiten vor, um die Leitungen von hochwachsenden Ästen zu befreien. „Da die Arbeiten mittlerweile fast abgeschlossen sind, wird der Bauwagen dort dann auch so schnell wie möglich entfernt und dann komplett neu gestrichen“, sagte die Sprecherin. Bereits in der vergangenen Woche sind Mitarbeiter des Energieversorgers ausgerückt, um den Schriftzug vor Ort überzulackieren und damit unkenntlich zu machen.

Sigrid Krings

Michael Zgoll 11.02.2010
11.02.2010