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Süd Lärm und Verkehr: Initiative Pro Kronsberg kritisiert geplante Logistik-Halle
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Bemerode: Initiative Pro Kronsberg kritisiert zweite Verdion-Logsitikhalle an der Messe

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11:57 13.06.2019
Der neue Logistikkomplex auf den alten Messe-Parkplätzen in einer Computersimulation: Rechts die Arvato-Halle, in der bereits gearbeitet wird, links die neue Verdion-Halle, für die derzeit die Bodenarbeiten laufen. Quelle: Verdion (Computersimulation)
Bemerode

Der Unmut der Anwohner über das neue Logistikzentrum zwischen Bemerode und dem Messegelände wächst. In einem offenen Brief kritisiert die Bürgerinitiative Pro Kronsberg den Bau der zweiten Halle neben dem bereits bestehenden Arvato-Distributionszentrum. Als Nutzer für diese zweite Halle war ursprünglich der Burgwedeler Drogeriehändler Rossmann im Gespräch gewesen. Diese Mietverhandlungen sind aber gestoppt, Rossmann hat sich von diesem Standort verabschiedet, wie eine Sprecherin am Donnerstag bestätigte. Das Unternehmen sei aktuell mit Eigentümern anderer Flächen in der Region in Verhandlungen zur Nutzung einer Logistikhalle.

Verdion investiert 40 Millionen Euro in die 43.000 Quadratmeter große Logistikhalle

Bauherr auch im zweiten Abschnitt der riesigen Logistikanlage östlich der Weltausstellungsallee ist das britische Unternehmen Verdion. Die Stadt hat der Firma eine Teilbaugenehmigung für die Erweiterung des Verteilzentrums erteilt. Verdion investiert in den zweiten Bauabschnitt nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro, die Halle soll etwa 43.000 Quadratmeter groß werden. Nach der Rossmann-Absage steht ein neuer Mieter noch nicht fest, die Bauarbeiten werden aber trotzdem fortgesetzt.

Initiative Pro Kronsberg beklagt Verkehr

Den Mitgliedern von Pro Kronsberg ist die Erweiterung der Anlage um eine zweite Logistikhalle ein Dorn im Auge. Es fehlten die nötigen Gleisanschlüsse, Schifffahrtswege und Flugplätze in unmittelbarer Nähe. Wegen der Anlieferung durch Lkw, Umsortierung in Container und Transport rechne man mit einer „erheblichen Zunahme an Verkehr sowie Lärm- und Umweltbelastung“, schreibt Pro Kronsberg. Der Verein beklagt außerdem die mangelnde Information über den Prozess seitens Verdion und der Stadt.

Lärmschutzwand zum Wohngebiet: Stadt erteilt Teilbaugenehmigung

Auf Anfrage von Andreas Grabbe, Schriftführer von Pro Kronsberg, gab Verdion nun Auskunft über einige Planungsdetails. Die Zufahrt zum Distributionszentrum werde sich an der Stockholmer Allee befinden. Die Anbindung solle dementsprechend „von der Stockholmer Allee über die Weltausstellungsallee auf den Messeschnellweg erfolgen“, schreibt André Banschus aus dem Managementteam von Verdion. Eine weitere Pkw-Zufahrt sei an der Weltausstellungsallee vorgesehen. Für Lärmschutz sei gesorgt: Richtung Bemerode solle eine acht Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden.

Grabbe zeigte sich zufrieden über die schnelle Antwort von Verdion. Trotzdem halte er auch den Bau der zweiten Halle weiterhin für eine „im Hinblick auf den Bürger-, Umwelt- und Naturschutz falsche Entscheidung“. Pro Kronsberg kündigte an, die Entwicklung des Großprojekts weiterhin mit kritischem Blick zu verfolgen.

Investor Verdion sucht neuen Mieter für die Fläche am Expo-Park

Bereits 2012, als Handelsriese Amazon an der Stockholmer Allee eine Fläche von 110 000 Quadratmetern beziehen wollte, gab es heftige Proteste von Anwohnern und der Bürgerinitiative. Amazons Vorhaben platzte schließlich wegen eines Konflikts mit der Stadt. Heute nutzt Bertelsmann-Tochter Arvato die bestehende Halle für den Warenumschlag. Verdion wird sich nun nach einem neuen Mieter für die zweite Halle umsehen. Übliche Logistikdienstleister stehen dabei weniger im Fokus, sagt Marie Noëlle Sbresny, Pressesprecherin bei Verdion. Die Zielgruppe seien „alle Unternehmen, die eigene Distributionszentren brauchen sowie der Onlineversandhandel“.

Von Jacqueline Hadasch

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