Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Bezirksrat billigt Kirchgrund-Bebauung
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Bezirksrat billigt Kirchgrund-Bebauung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 27.05.2012
Von Michael Zgoll
Zwischen den Neubauten sollen Sichtachsen den Blick auf die Döhrener Auferstehungskirche freihalten. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Döhren

Der Bezirksrat Döhren-Wülfel hat keine Einwände dagegen, dass auf dem östlichen Grundstück der Auferstehungskirche drei Doppelhäuser gebaut werden. Einstimmig - bei einer Enthaltung - billigte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung eine Beschlussdrucksache der Verwaltung, die eine Änderung des Bebauungsplans für die Fläche an der Ecke von Peiner Straße und der Straße Im Bruche vorsieht: Damit wird dieses rund 1500 Quadratmeter große Areal als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Gleichzeitig stimmten die Politiker einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit zu, das heißt, dass der Bebauungsplan einen Monat lang in der Bauverwaltung einzusehen ist.

Die evangelisch-lutherische Auferstehungsgemeinde verkauft ein Viertel ihres Grundstücks, um Sparvorgaben der Landeskirche erfüllen zu können. Rund die Hälfte des Erlöses - die Rede ist von gut einer Viertelmillion Euro - fließt in die gemeindeeigene Stiftung, die den baulichen Erhalt von Kirchengebäude und Gemeindehaus unterstützt und hilft, Personalkosten zu begleichen. Die andere Hälfte des Verkaufserlöses ist für den Umbau und die energetische Sanierung des Gemeindehauses an der Helmstedter Straße bestimmt. Beides ist bereits in großen Teilen abgeschlossen.

Anzeige

Investor für die Eigenheim-Bebauung ist die Isernhagener Firma „Weber Massivhaus“. Die Grundstücke pro Doppelhaushälfte sollen etwa 250 Quadratmeter groß sein, die Wohnflächen der zweigeschossigen Flachdach-Häuser zwischen 130 und 150 Quadratmeter liegen. Um vier Stieleichen im Südosten des Kirchengrundstücks erhalten zu können, werden die drei Doppelhäuser nicht in gerader Linie parallel zur Straße im Bruche gebaut: Das südliche Haus rückt um elf Meter nach Westen und damit relativ nah an das Kirchengebäude heran. Der Verkaufserlös, so hatte Pastor Uwe Keller-Denecke im Vorfeld gesagt, mindere sich aufgrund des Erhalts der Baumgruppe um 40000 Euro.

Der Schutz der vier Eichen hat noch andere Auswirkungen. So müssen die beiden nördlichen Einfamilienhaus-Grundstücke ein Stück weiter nach Norden rücken, um den Bäumen nicht zu nahe zu kommen. Das wiederum bedeutet, dass die bestehende Ost-West-Wegeverbindung von der Straße Im Bruche zum Kircheneingang um rund anderthalb Meter nach Norden verlegt werden muss. Der Pfad solle „aufgrund seiner Bedeutung“ auf jeden Fall erhalten bleiben, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die neue Trasse wird damit aber direkt an das nördliche Wohngrundstück anschließen.

Michael Zgoll 26.05.2012
23.05.2012
Andreas Schinkel 17.05.2012