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Süd Bezirksrat will Jordanstraße entlasten
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Bezirksrat will Jordanstraße entlasten
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11:37 24.06.2010
Im Kreuzungsbereich von Jordan- und Heinrich-Heine-Straße sowie An der Weide will die Stadt einen Mini-Kreisel bauen. Quelle: Schwarzenberger

Über das Grundkonzept für die Entwicklung des ehemaligen Kertessgeländes am Südbahnhof gab es in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Südstadt-Bult kaum Diskussionen. Es überwog die Erleichterung darüber, dass sich Stadt und Investor Aurelis nach jahrelangen Verhandlungen auf einen Bebauungsplan für das neue Gewerbegebiet geeinigt haben, und so stimmte die Mehrheit der Bezirksratsmitglieder der öffentlichen Auslegung der Pläne guten Gewissens zu. „Wir sind froh, dass auf dem Gelände endlich etwas passiert“, konstatierte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ekkehard Meese.

Die rot-grüne Mehrheit verabschiedete außerdem einen Antrag, der die Stadt zur Einführung eines Tempolimits von 30 Stundenkilometern in der Jordanstraße auffordert. Aus Lärmschutzgründen sollen dort künftig auch keine Lastwagen mehr fahren dürfen, die schwerer als 7,5 Tonnen sind. Ausnahmen dürfe es nur für Rettungswagen, Müllfahrzeuge oder Busse geben. „Der Lieferverkehr soll dann über den Bischofsholer Damm und die neue Erschließungsstraße laufen“, erläuterte Ludwig Diener (SPD). Die CDU lehnte den Antrag ab. „Die Jordanstraße ist eine wichtige Durchgangsstraße für die Südstadt“, begründete Peter Stichternath. Seine Fraktion befürchte, dass das Tempolimit Staus provoziere.

Der Einzelvertreter der Linken, Roland Schmitz-Justen, lehnte die städtische Drucksache komplett ab. „Die Stadt schafft vorhandene Lärmquellen nicht ab, sondern fügt neue hinzu“, begründete er seine Haltung mit Blick auf den zusätzlichen Kundenverkehr. Den Anwohnern sei das nicht zuzumuten. Schmitz-Justen bezog sich auf Einwände, die von der Umweltorganisation „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) gegen den Bebauungsplan erhoben worden waren. Der BUND hatte als Fachverband Stellung zu dem Projekt bezogen. „Der Lärmschutz ist nicht ausreichend berücksichtigt“, sagte Walter Feldt vom wissenschaftlichen Beirat des BUND. Auch der rot-grüne Antrag zur Lärmreduzierung gehe nicht weit genug. „Wenn die Stadt nicht nachbessert, erwägen einige Anwohner rechtliche Schritte“, berichtete Feldt.

Ein neuer Mini-Kreisel an der Kreuzung Jordanstraße, An der Weide und Heinrich-Heine-Straße soll helfen, den Verkehr an diesem Knotenpunkt besser zu bewältigen. Immerhin rechnen Gutachter mit täglich bis zu 2900 zusätzlichen Autos, sobald das neue Gewerbeareal zwischen Jordanstraße und Südbahnhof steht. Das Gebiet soll von Norden her über eine neue Verbindungsstraße vom Bischofsholer Damm erschlossen werden, die in die Straße An der Weide mündet. Die Nordkurve der Erschließungsstraße führt über das heutige Areal des Hagebaumarkts. Dessen Hallen werden abgerissen; der Baumarkt selbst ist einer von drei Großmietern im neuen Gewerbezentrum. Dort zieht auch ein Edeka-Markt ein. Dritter im Bunde soll ein Fachmarkt sein. Dafür gebe es noch keinen Mieter, sagte Aurelis-Sprecher Raik Packeiser.

Das Unternehmen will ab Anfang 2011 bauen. Konkurrenz für ansässige Firmen befürchtet die Bezirksratsmehrheit nicht. Ähnlich sieht es auch Peter Pilz vom Vorstand des Südstädter Wirtschaftsforums. Durch die Bebauung der Brache werde „endlich eine unsägliche Situation beendet“, sagte er. Dass Aurelis womöglich einen weiteren Möbelmarkt als Mieter gewinnt – eine von mehreren Optionen –, schreckt beim benachbarten Unternehmen SofaLoft niemanden. „Wir bekommen mehr Kundenfrequenz in diese Ecke, das kann eine gegenseitige Bereicherung werden“, sagte Geschäftsführerin Ina Rebenschütz-Maas.

Marcel Schwarzenberger

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