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Süd Gewerbepark Alter Schlachthof verlängert Vertrag bis 2029
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Gewerbepark Alter Schlachthof verlängert Vertrag bis 2029
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00:15 22.04.2019
Freuen sich über das Ergebnis der jahrenlangen Verhandlungen: Geschäftsführer Frank Krause-Dommnich-Meerheimb (von links), Mieter Heiko Voßgröne, Mietersprecherin Gabriele Wicke und Prokurist Stephan Böhm. Quelle: Foto: Amelie Rook
Bult

Mit einem Sektglas in der Hand und einem erleichtertem Lächeln haben vergangenen Freitag rund 50 Menschen im Gewerbepark Alter Schlachthof Hannover gefeiert. Nach knapp viereinhalb Jahren haben die Verhandlungen ein Ende – die Verträge zwischen der Stadt Hannover und dem Gewerbepark Alter Schlachthof wurden bis 2029 verlängert. „Es war ein langer Kampf mit viel Ungewissheit“, sagt Mietersprecherin Gabriele Wicke. In Wickes Galerie Turm 2 haben die Vermieter und Mieter zum Frühjahrsempfang angestoßen.

Hanova erhält Erbpachtvertrag

Der Vertrag des Hauptmieters mit der Stadt Hannover wird bis 2021 auslaufen. Damit die 70 Kleinbetriebe auch weiterhin im Gewerbepark Alter Schlachthof bleiben können, hat sich die Verwaltung erfolgreich dafür eingesetzt, den Vertrag mit der Stadt bis 2029 zu verlängern. Danach ist angedacht, dass die Hanova-Gewerbe GmbH, Tochtergesellschaft der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Hanova, einen Erbpachtvertrag erhält. Auf einzelnen Flächen im Süden sollen sie bereits bauen dürfen. Mit den neuen Vermietern könnten die einzelnen Mieter dann noch einen Vertrag bis 2031 verhandeln. Schon jetzt werde es mit dem neuen Vermieter mehr Gesprächsbedarf und Abstimmung geben müssen. „Wichtig ist, dass wir auch künftig mit einer Stimme sprechen“, sagt Frank Krause-Dommnich-Meerheimb, Geschäftsführer des Gewerbeparks Alter Schlachthof.

Vielfalt auf 55 000 Quadratmetern

Auf dem 55 000 Quadratmeter großen Gelände finden viele Kleinbetriebe einen Platz. Kaffeeröstereien, die hannoversche Gewürzmühle, Ateliers, Installateure, Musiker, das medizinische Laborservice Hannomed, Werkstätten für Töpferkurse, Caterer, zwei Gospelgemeinden, die Werbeagentur Print48 und viele andere Betriebe haben auf dem Gewerbepark Schlachthof Hannover ihr Zuhause. „Wir sind aus verschiedenen Kulturen zu einer richtigen Familie geworden, das hat etwas ganz Besonderes“, sagt Wicke. Auch Geschäftsführer Krause-Dommnich-Meerheimb und Prokurist Stephan Böhm freuen sich über die Vielfalt im Gewerbepark Alter Schlachthof.

Erleichterung für Mieter

Für viele Mieter waren es nervenaufreibende Jahre, es ging um ihre Existenz. „Seit 15 Jahren haben wir hier investiert, wir haben 30 Mitarbeiter und bilden Auszubildende aus“, sagt Mieter Ahmet Arici. In seiner Fleischhandelsgesellschaft Aket konnte er ohne Gewissheit, ob sie im Gewerbepark bleiben könne, auch keine neuen Auszubildenden einstellen. Die ersten Jahre ohne konkrete Pläne einer Vertragsverlängerung seien schwierig gewesen.

An der ausgelassenen Stimmung beim Frühjahrsempfang wurde denn auch die Erleichterung vieler Mieter deutlich. Zu Livemusik vom Oliver-Gross–Duo konnten sie gelöst über die Zukunft sprechen.

Um den Vertrag mit der Stadt zu verlängern, hat der Gewerbepark Alter Schlachthof viel Unterstützung bekommen. Unter anderem haben das Wirtschaftsforum Südstadt sowie einzelne Fraktionen des Bezirksrats Südstadt-Bult zur Verlängerung der Verträge beigetragen. Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne sei von Anfang an dafür eingestanden, dass das Gewerbe so erhalten bleibt. „Es ist ein Teil unserer Stadt, unserer Kultur – darauf wollen wir nicht verzichten“, sagt Pollähne. Für die nächsten zehn, vielleicht zwölf Jahre können die Mieter nun ihre Planungen fortsetzen – ein Teil von Hannovers Kultur bleibt somit erhalten.

Von Amelie Rook

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