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Süd Die IGS an der Bonner Straße wächst
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Die IGS an der Bonner Straße wächst
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06:15 17.11.2012
Im neuen Physikraum tauschen sich Joschka, Charlotte und Paula (v. l.) sowie Schulleiter Wim Ruijsendaal aus. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Südstadt

In ein paar Jahren könnte Joschka zu den ersten Schülern gehören, die ihr Abitur an der Südstädter Montessori-Schule ablegen. Kindergarten, Grundschule und die ersten Jahrgänge einer Integrierten Gesamtschule (IGS) - all das gibt es im Schulgebäude an der Bonner Straße bereits unter einem Dach.

Joschka gehört zu den vier Siebtklässlern der Einrichtung, ältere Schüler gibt es noch nicht. Einsam lernen die Jugendlichen dennoch nicht: Jahrgangsübergreifendes Arbeiten hat die Schule schon gepflegt, als sie 2006 im Heideviertel ihre Arbeit begann. Seither wächst sie nach und nach zur IGS heran, in der es einmal rund 400 Schüler geben kann; gut 170 sind es derzeit. Vor Kurzem wurden neue naturwissenschaftliche Fachräume eröffnet.

Im Heideviertel war es dem Trägerverein Montessori-Bildungshaus Hannover zu eng geworden. Seit dem Umzug in die Südstadt im Sommer 2011 steht der Einrichtung aber genug Platz zum Wachsen zur Verfügung. Die Stadt hatte zuvor die Grundschule Bonner Straße zur nahe gelegenen Stresemannallee umgesiedelt. Das sanierungsbedürftige Gebäude an der Bonner Straße kaufte die Klosterkammer Hannover und verpachtete es an den Montessori-Verein, der bis zum August dieses Jahres zwei Gebäudetrakte sanierte.

Kurz vor den Herbstferien eröffnete die Schule ihre Fachräume für Physik, Chemie und Biologie. Die Eltern der Schüler leisteten mit hunderten von Arbeitsstunden ihren Beitrag. Für sie war diese Hilfe selbstverständlich, denn die elterliche Mitarbeit im Schulbetrieb gehört zum Selbstverständnis jeder Montessori-Schule. Voraussichtlich im nächsten Jahr soll der dritte Schultrakt hergerichtet werden. Dort sollen Räume für Politik, Kunst und auch Geisteswissenschaften entstehen. Insgesamt plant der Verein rund 3,7 Millionen Euro für den Umbau der ehemaligen Grundschule ein.

Die Entscheidung, wann und mit wem sie lernen, treffen Montessori-Schüler stets für sich selbst. Diese Wahlfreiheit der Kinder ist ein Grundzug der nach der Reformpädagogin Maria Montessori benannten Schulform. So sitzt Joschka im Physikraum an einem Tag neben einem Experimentierkasten, bei dem es um die Dichtebestimmung von Flüssigkeiten geht. Die Sechstklässlerinnen Charlotte und Paula haben sich Joschka angeschlossen. „Es ist schlauer, sich mit anderen zusammenzutun“, sagt Charlotte. Und es ist Schulalltag, dass ältere Schüler mit den Jüngeren arbeiten.

Gemeinsam baut das Trio seine Versuchsreihen auf, kippt Apfelsaft in Behälter, misst und wertet aus. Irgendwann wird es die Aufgaben gelöst und die Ergebnisse an den Physiklehrer gegeben haben. „Wim guckt sich dann immer unseren Wissensstand an“, wirft Elisa ein, die am selben Tisch sitzt und gemeinsam mit Jana am Experimentierkasten zum Stromkreislauf tüftelt. Mit „Wim“ ist Schulleiter Wim Ruijsendaal gemeint, der Mathematik und Physik unterrichtet. Kurz taucht er bei den Schülergruppen auf, beantwortet Fragen und gibt Tipps. Frontalunterricht und feste Unterrichtszeiten gibt es an dieser Schule nicht.

Die Schule orientiert sich allerdings am niedersächsischen Lehrplan und baut danach das Jahresprogramm für ihre Klassen auf. Für jedes Fach werden sechswöchige Perioden entwickelt, in denen ein bestimmtes Thema behandelt wird. „Mit jedem Schüler wird dann verabredet, was er in einer solchen Periode schaffen kann“, erläutert Ruijsendaal. Ein kluger Schüler bekomme mehr Aufgaben. Wer sein Pensum in einer Periode nicht schafft, kann auch in der nächsten Phase weiter an dem Thema arbeiten. Innerhalb eines Schuljahres, weiß Ruijsendaal, gleiche sich das meist wieder aus.

So gibt es einen begabten Sechstklässler, der sich schon jetzt durch Matheaufgaben für Siebtklässler arbeitet - aber dafür in Deutsch ein wenig nachhängt. „Man arbeitet hier so schnell, wie es einem am besten passt“, erklärt Joschka. An einer Regelschule, meint er, müssten die Schüler doch stets in der Gruppe gemeinsam weitermachen. Und Charlotte bestätigt: „Hier geht jeder sein eigenes Tempo.“

„Der Lehrer ist bei uns Berater und Helfer“, sagt der Schulleiter. Die hätten mehr Zeit für jeden Schüler, eben weil es keinen Frontalunterricht gebe - etwa für Fragen, für die Durchsicht der Aufgabenhefte oder die Anfertigung von Kompetenzberichten, die den Leistungsstand jedes Schülers zeigen. Noten gibt es dabei nicht. „Das Viereck steht für die beste Note“, erläutert Siebtklässlerin Paula. Eine Raute entspricht in etwa den anderenorts üblichen Noten fünf und sechs. „Da wird dann immer genau geguckt, woran es liegt“, weiß Paula. Und dementsprechend würden die Aufgaben für eine neue Lernperiode gestellt, in denen der Schüler wiederum entscheidet: Löse ich die Dinge allein oder mit anderen?

Die Lehrer hätten eine besondere Verantwortung, sagt Ruijsendaal: „Es kann vorkommen, dass Schüler etliche Stunden an einem Thema sitzen. Als Lehrer muss man dann auch mal ermahnen, dass es noch andere Aufgaben gibt.“ Selbstständiges Lernen passiert also ständig an der Montessori-Schule - aber es ist kein einsames.

Marcel Schwarzenberger

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