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Süd Die Hip-Hop-Szene trifft sich zu Workshops in Döhren
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Die Hip-Hop-Szene trifft sich zu Workshops in Döhren
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00:16 30.05.2018
Beim HipHop-Pfingstcamp in Döhren zeigen Künstler aus aller Welt ihre Tricks. Quelle: Nele Schröder
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Döhren

Headspin, Windmill, Airflare. Diese und weitere Breakdance-Moves waren beim Hip-Hop- Pfingstcamp zu sehen. Drei Tage lang fanden im Jugendzentrum und im Freizeitheim Döhren Veranstaltungen rund um den Hip-Hop statt. Es gab Podiumsdiskussionen zur Entwicklung des Tanzstils, Partys, Graffiti-Aktionen und Tanz-Battles. Bei Letzteren kooperierte das Pfingstcamp erstmals mit dem alljährlich stattfindenden Battle of the Year (BOTY).

„Wir wollten eine Synergie schaffen. Beide Veranstaltungen finden einmal im Jahr statt, da dachten wir, man könnte beides zusammen bündeln“, erklärt Sebastian, einer der Organisatoren des BOTY. Der seit 29 Jahren stattfindende Wettbewerb lockt die jungen Tänzer wegen der attraktiven Preise an: Die Sieger haben die Möglichkeit, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Einige könnten sogar an der Breakdance-Weltmeisterschaft in Montpellier teilnehmen.

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Großer Andrang im Freizeiheim

Beim Eins-versus-eins-Battle haben zwei Tänzer je 45 Sekunden Zeit, die Jury zu überzeugen. Diese besteht aus renommierten internationalen Tänzern. Auf ihren Auftritt bereiten sich die Tänzer schon Stunden vor dem Wettkampf vor. Und es treten nicht nur Erwachsene an, die Tänzerinnen und Tänzer sind im Alter zwischen neun und Mitte 30. Die Halle des Freizeitheims Döhren ist voll. „Wir rechnen hier mit rund 1000 Gästen. Es haben sich 60 Leute für das eins versus eins angemeldet. Das sind wirklich viele. Wir mussten die Halle in zwei Teile teilen, damit Wettkämpfe parallel laufen können“, sagt Eva Schrader, die Organisatorin des Pfingstcamps.

Die Tänzer präsentieren sich international: Auch Teams aus den Niederlanden, Russland, Dänemark, Frankreich, Belgien, Schweiz sowie aus Hannovers polnischer Partnerstadt Poznan sind nach Döhren gekommen. Sie tanzen sich gegenseitig vor, werden von den Mittänzern angefeuert und kritisieren sich gegenseitig konstruktiv. Die Temperatur im Saal steigt, die Konzentration, die für die schwierigen Tanzmoves nötig ist, ist greifbar, alle schwitzen.

Drei Tage lang haben bekannte Künstler der Hip Hop-Szene in Döhren das Pfingstcamp begleitet.

Eine der Tänzerinnen ist Frieda Frost. Die 33-Jährige tanzt seit 16 Jahren und ist seit 2005 immer mal wieder dabei, sowohl beim ­BOTY als auch beim Pfingstcamp. „Beim Breakdance finde ich alles, Leidenschaft, Spaß und die Möglichkeit, mich auszudrücken“, erzählt sie. „Es bietet ein rundes Paket an allem, was mir wichtig ist.“ Dieses Jahr tritt Frost mit ihrer Gruppe Jimakeno, die aus zehn Leuten besteht, sowie im Zwei-versus-zwei-Battle beim BOTY an. „Mir geht es gar nicht mehr so viel um Leistung, sondern mehr um den Spaß, mit meinen Freunden zu tanzen“, sagt die Tänzerin.

Rapper Sami Deluxe tanzt

Der Community-Gedanke steht bei beiden Wettbewerben spürbar im Vordergrund: Sowohl auf als auch neben der Bühne ist der Respekt vor dem Gegenüber und vor der Sportart spürbar. Davon ist auch Frost überzeugt: „Das Battle of the Year und das Pfingstcamp, beide bieten der Hip-Hop-Szene einen Ort für ein Zusammentreffen.“

Am Sonnabendabend tritt überraschend der Rapper Sami Deluxe auf. „Das war ein schöner Moment“, bilanziert Sebastian. „Die Zuschauer waren im ersten Moment völlig baff, weil sie nicht damit gerechnet haben. Die Stimmung war unglaublich.“

Von Nele Schröder