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Süd Ehemalige Schule steht vor dem Verkauf
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ehemalige Schule steht vor dem Verkauf
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17:01 15.10.2009
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Bei der Baugemeinschaft für das sogenannte Projekt Südstadtschule läuft alles nach Plan: „Wir stehen mit der Stadt in den letzten Verhandlungen und würden jetzt auch kaufen wollen“, berichtet Volker Holtermann-Köhler von der Entwicklungsgesellschaft Conplan. Dafür muss jedoch noch der Bebauungsplan geändert werden, um auf der Fläche an der Ecke Krausen- und Schlägerstraße Wohnbebauung zu ermöglichen. Erst danach will Conplan das Grundstück der ehemaligen Sehbehindertenschule kaufen, allerdings zu einem geringeren Preis als von der Stadt erhofft.

Erst im März diesen Jahres hatte Holtermann-Köhler gemeinsam mit dem Architekten Kay Marlow vom Büro Mosaik das geplante Wohnprojekt öffentlich vorgestellt. Kaum ein halbes Jahr später seien bereits 75 Prozent der Fläche vergeben. „Noch sind etwa vier Wohnungen frei, aber die halten wir für Familien mit Kindern und in einem Fall für Senioren vor“, erklärt Holtermann-Köhler.

Wie berichtet, will Conplan auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Grundstück rund 5,5 Millionen Euro investieren und insgesamt 17 Eigentumswohnungen als Mehrgenerationenhaus sowie zwei Büros inklusive Tiefgarage errichten. Auch die Südstadtbücherei bekommt Räume in dem denkmalgeschützten Gebäude; diese Bedingung hatte die Stadt vorgegeben. Die Bücherei wird allerdings in den Teil der Schlägerstraße verlegt, von der der Stichweg zur Bandelstraße abzweigt. Das könnte schon Anfang nächsten Jahres geschehen. „Wir wollen in zwei Abschnitten arbeiten. Zuerst soll die Bücherei in ihre neuen Räume ziehen. Anschließend werden wir mit dem Wohnprojekt beginnen“, erläutert Holtermann-Köhler. Planerisch sei alles fertig, sodass ab Januar 2010 mit der Sanierung der neuen Büchereiräume begonnen werden und ab Mai dann das Bauprojekt folgen könnte. Der Änderung des Bebauungsplans haben die politischen Gremien, darunter auch der Bezirksrat Südstadt-Bult, bereits zugestimmt.

Über den Kaufpreis des Grundstücks hüllen sich beide Seiten in Schweigen, allerdings soll die Stadt dem Vernehmen nach weniger angeboten bekommen haben als erhofft. „Mit dem ursprünglich anvisierten Preis wäre kein vernünftiges Wohnprojekt zu entwickeln gewesen“, erklärt der Südstädter Ratsherr und baupolitische Sprecher der SPD, Thomas Hermann. Würde das Gelände für Conplan teurer, würde wohl der Quadratmeterpreis für die Wohnungen und Büros höher ausfallen. Allerdings hatte die Stadt auch mehr Ziele mit dem Verkauf erreichen wollen, als nur Kasse zu machen.

Die Lübecker Gesellschaft Conplan stand mit ihrem Angebot ursprünglich nur auf Platz vier aller sechs Interessenten für das Grundstück, erfüllte aber als einziger Bewerber alle Kriterien und Vorgaben für eine Nachnutzung. Die ersten drei Bieter kamen als Käufer nicht in Frage: Die Langenhagener Montessori-Schule konnte keinen Nachweis über die gesicherte Finanzierung vorlegen und sowohl Meravis als auch die Wahrendorffschen Anstalten bereitete der Denkmalschutz Probleme. Mit dem Nutzungsvorschlag von Conplan werde nun immerhin das reizvollste Projekt umgesetzt, meint Thomas Herrmann: „Das ist ein gutes Quartier zum Wohnen, und die Bücherei behält einen super Standort.“

von Daniela Beyer