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Süd Ein Ballen hängt am Leinewehr – doch mutige Männer wollen helfen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ein Ballen hängt am Leinewehr – doch mutige Männer wollen helfen
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08:00 12.08.2010
Von Michael Zgoll
Ballen am Leinewehr
Leinewehr: Ein Ballen hängt fest Quelle: Handout
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Seit etlichen Tagen fällt der Blick von Spaziergängern am Döhrener Leinewehr unweigerlich auf einen Fremdkörper, der nicht ins Wasser gehört: auf einen Strohballen.

Wenige Zentimeter vor dem Rutsch in die Tiefe – wobei Tiefe doch arg aufschneiderisch daherkommt – hat sich das zylinderförmige Teil irgendwie verhakt. Irgendwie, aber wirkungsvoll. Auch ein Stück Plastikplane, die den Ballen womöglich vor Kurzem noch umhüllt hat, mag die Schussfahrt in die schäumende Gischt offenbar nicht antreten.

Welches Pferd das gepresste Etwas auf welchem Acker getreten hat, so dass es ins Leinewasser geplumpst ist? Wir wissen es nicht. Wie lange es dauern würde, bis das strömende Nass den Ballen in seine Einzelteile zerlegt und somit doch über die Kante befördert hätte? Jede Spekulation darüber erscheint uns unseriös.

Dafür wissen wir etwas anderes, was uns der Fachbereich Tiefbau der Stadt Hannover verraten hat. Wenn Unrat im Wasser liegt oder gar Gefahr durch Treibgut droht, so weiß Koordinator Paul Babel, dann rücken die Wasser- und Brückenbauer aus und schauen nach dem Rechten.

Wir müssen also nicht bis zum nächsten Hochwasser warten, bis die Fluten den Strohballen weiterbefördern. Sondern wir dürfen darauf bauen, dass mutige Männer in Wathosen oder in einem Boot dem Quertreiber zu Leibe rücken und ihn aus der Leine zerren werden. Und nach einer angemessenen Trockenperiode wird er vielleicht sogar wieder auf irgendeinem Acker im Hannöverschen landen.