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Süd Ein Pirat schwimmt gegen den Strom
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ein Pirat schwimmt gegen den Strom
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15:10 15.05.2012
Von Michael Zgoll
 Vor Kurzem besuchte Sozialministerin Aygül Özkan (Mitte) die DRK-Lebensmittelausgabe am Musäusweg. Quelle: Privat
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Döhren-Wülfel

Gewöhnlich ist die Abstimmung über Zuwendungen, die ein Bezirksrat Vereinen oder Initiativen aus seinem eigenen Budget zukommen lässt, reine Formsache. Die Anträge werden zuvor in interfraktioneller Runde abgesprochen und dann in der eigentlichen Sitzung nur noch einmütig durchgewunken. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel ging das bei fünf von sechs Anträgen auch reibungslos über die Bühne - nur bei einer Vorlage gab es einen kleinen Eklat.

Zu entscheiden galt es über einen Zuschuss in Höhe von 2500 Euro, den der Ortsverein Döhren-Wülfel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur Anschaffung eines Kühlfahrzeugs für Lebensmitteltransporte beantragt hatte. Der Piraten-Vertreter Marc Herrmann verweigerte dem Antrag, den er ursprünglich schon unterzeichnet hatte, seine Zustimmung. Seine Begründung: Aufgrund der Querelen, die den DRK-Regionsverband in den vergangenen Monaten erschüttert hatten, wolle er dieser Institution keinen Zuschuss zubilligen. Dies werde sich auch nicht ändern, so lange dort Geschäftsführer Thomas Dettmer im Amt sei.

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Die CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob fand dies empörend. Es gehe bei dem Zuschuss-Antrag nicht um den Regionsverband, sondern um den DRK-Ortsverein Döhren-Wülfel. Die Arbeit der Lebensmittelausgabe für Bedürftige am Mittelfelder Musäusweg sei überaus ehrenwert. Sinnvoll sei es auch, die Lebensmitteltransporte zu erleichtern und die Kühllkette bei der Abholung von Waren nicht zu unterbrechen. Anderen Fraktionen war der „Querschläger“ des Piraten offenbar peinlich; sie drängten auf ein Ende der Debatte und eine rasche Abstimmung, die dem Zuschussantrag dann auch eine satte Mehrheit bescherte - mit eben einer Gegenstimme.

Die übrigen interfraktionellen Anträge auf eine aus dem Bezirksrats-Topf gespeiste Vergabe von Zuwendungen wurden allesamt einstimmig verabschiedet:

  • 2000 Euro bekommt das christliche Jugenddorf (CJD) in Mittelfeld; die Kita der Einrichtung am Gundelachweg plant eine Umgestaltung ihres Außengeländes und möchte mit Hilfe des Zuschusses ein Bodentrampolin für Kinder anschaffen.
  • Der Verein „Kanu-Wanderer“ aus Wülfel muss aufgrund einer Kündigung sein bisheriges Domizil nahe dem Jugendgästehaus an der Wilkenburger Straße verlassen. Die Sportler schlüpfen beim Nachbarverein, dem Paddelklub Niedersachsen, unter. Bislang ist in dort bislang nicht genutzten Räumen aber keine Heizung vorhanden, und auch die Elektrik muss erneuert werden. Für die Modernisierungsmaßnahmen hat der Bezirksrat den Kanu-Wanderern einen Zuschuss in Höhe von 738 Euro gewährt.
  • Die Betreuungseinrichtung „Traumfabrik“ in der Döhrener Grundschule Suthwiesenstraße darf sich über einen Zuschuss der Politiker in Höhe von 500 Euro freuen. Dieser hilft der Initiative, neue Spielgeräte für den Betreuungsraum anzuschaffen.
  • Ebenfalls 500 Euro bekommt die „Hip Hop Community“ aus dem eigenen Budget des Bezirksrats. Das Geld soll den Verein dabei unterstützen, das nahende Hip-Hop-Pfingstfestival zu finanzieren. Es wird dieses Jahr aufgrund des großen Zuspruchs nicht mehr ausschließlich im Jugendzentrum Döhren an der Peiner Straße, sondern auch im Haus der Jugend an der Südstädter Maschstraße über die Bühne gehen.
  • Der kleinste Betrag in Höhe von 200 Euro kommt schließlich dem „Hannoverschen Radsport Club“ zugute. Der Jugendabteilung des Vereins wird damit die Anschaffung von Pokalen für das Radrennen „Rund um Döhren“ erleichtert.
Christian Link 15.05.2012
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Michael Zgoll 10.05.2012