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Süd Eine Ulme mit Geschichte
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Eine Ulme mit Geschichte
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12:32 02.08.2012
Mit Kraft: Marcus Herbeck vom städtischen Bereich Umwelt und Stadtgrün schneidet die Scheibe ab. Quelle: Karin Vera Schmidt
Döhren

Nur zehn Minuten hat es gedauert, bis der Stumpf der alten Ulme am Fiedelerplatz um weitere 15 Zentimeter kürzer war. Der etwa 80 bis 100 Jahre alte Baum vor dem Geschäft von Partyservice Eikemeier war kürzlich gefällt worden, weil der Ulmensplintkäfer die Sporen eines Schlauchpilzes auf den Stamm übertragen und den Baum nachhaltig geschädigt hatte. Abgesehen davon, dass viele Döhrener den Verlust des großen Baumes nur ungern in Kauf nahmen, hat die Fällung jetzt dennoch eine dem Stadtteil zuträgliche Idee zutage gefördert. Der Döhrener Harald Kreil hatte den Einfall, eine etwa 15 Zentimeter dicke Scheibe des Stumpfes abzuschneiden, sie zu konservieren und anhand der Jahresringe eine Geschichte des Stadtteils zu erstellen. Wenn diese Arbeiten erledigt sind, soll die Ulmenscheibe möglichst in einem Geschäft am Platz ausgestellt werden und den Stadtteilbewohnern über Döhrens Geschichte erzählen.

Zwar ist noch kein Geschäftsschaufenster gefunden, doch ist die Umsetzung der Idee im vollen Gange, nachdem der Bezirksrat Döhren-Wülfel einstimmig beschlossen hatte, Harald Kreil in seinem Unterfangen zu unterstützen und auch die Verwaltung darum zu bitten. Die hat ihren Beitrag nunmehr geleistet. Vor einigen Tagen rückten Mitarbeiter des städtischen Bereichs Umwelt und Stadtgrün ein weiteres Mal an, um die Stumpfscheibe möglichst gerade abzusägen und an die Berufsschule zu liefern, die sich mit der Verarbeitung von Holz beschäftigt.

Hier soll die derzeit noch etwa 100 Kilogramm schwere Holzscheibe begradigt, getrocknet und konserviert werden. Die Berufsbildende Schule hat bereits signalisiert, sich dem Projekt gratis zu widmen. Dennoch will Harald Kreil Spenden sammeln, um seine Idee zu Ende zu führen. Während der Baumscheibenaktion erklärte er Mitgliedern des Bezirksrates, wie er gedenkt, auf diverse geschichtliche Fakten anhand der Jahresringe hinzuweisen, die auf der Scheibe gut zu sehen sind.

„Ich bin ein Kind des Stadtteils, und mir liegen Döhren und seine Bewohner am Herzen“, erklärt Kreil. Vermutlich wird er auf Menschen, Handel und Wandel sowie Gebäude mithilfe von Fäden hinweisen, die mithilfe von Nadeln an den entsprechenden Jahresringen fixiert werden und zu einem erläuternden Schild am Rand der Baumscheibe führen. Die Scheibe muss, damit der Betrachter die Stadtteilgeschichte gut auf der Scheibe nachvollziehen kann, hochkant ausgestellt sein. „Das wäre ja auch ein Anziehungspunkt, der Kundschaft für das entsprechende Geschäft anlocken würde“, sagt Kreil.

Der Ulmenstumpf wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ausgefräst werden und einen Rahmen für einen neuen Baum bilden. Wahrscheinlich wird eine Robinie aufgestellt.

Karin Vera Schmidt

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