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Süd Erster Hochbahnsteig ist fertig
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Erster Hochbahnsteig ist fertig
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13:47 27.11.2009
Von Sandra Schütte
Seit Montag ist der neue Hochbahnsteig "Peiner Straße" in Betrieb.
Seit Montag ist der neue Hochbahnsteig "Peiner Straße" in Betrieb. Quelle: Nico Herzog
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Nach rund sechs Monaten Bauzeit hat die Baufirma TransTecBau im Auftrag der Infrastrukturgesellschaft der Region Hannover (Infra) den Hochbahnsteig an der Station „Peiner Straße“ in Döhren fertiggestellt. Seit Montag können die Fahrgäste die Stadtbahnen der Linien 1, 2, 8 und 18 an der Hildesheimer Straße stufenfrei erreichen. Die Ersatzhaltestellen der Stadtbahnlinien 1, 2, 8 und 18 sowie die Ersatzhaltestellen der Buslinien 123, 128, 134 und 363 sind seit Montag aufgehoben. Bis zum Fahrplanwechsel am Montag, 13. Dezember, soll auch die Haltestelle „Wiehbergstraße“ in Wülfel fertig sein. Die Station ersetzt die Haltestelle Dorfstraße; anders als an der Peiner Straße wurde der Hochbahnsteig in Wülfel nicht an derselben Stelle, sondern weiter nördlich an der Wiehbergstraße neu errichtet. Daher hat sich die Üstra entschieden, der Haltestelle einen neuen Namen zu geben.

Der Bau der beiden Hochbahnsteige hat rund 4,75 Millionen Euro gekostet, 1,65 Millionen Euro zahlte das Land Niedersachsen, den Löwenanteil von 3,1 Millionen Euro übernahm die Region Hannover. Beide Haltestellen sind, beziehungsweise werden, mit Wetterhäuschen, einem Fahrkartenautomaten, Entwertern, elektronischen Informationstafeln, Lautsprechern und Ampeln mit Signalton für Sehbehinderte ausgestattet.

Für den Ausbau der Haltestelle „Peiner Straße“, die an jeder Seite einen neuen Hochbahnsteig bekommen hat, musste sich die Baufirma TransTecBau ordentlich ins Zeug legen. Unter anderem wurde Ende Juni das komplette Gleisdreieck mit der Zufahrt zum Üstra-Depot der Stadtbahnen ausgebaut und erneuert. „Mit vereinten Kräften haben wir das hingekriegt“, sagt Klaus-Jürgen Dallmann, Projektleiter bei TransTecBau. An der neuen Haltestelle Wiehbergstraße, an der die Fahrgäste von einem Mittelbahnsteig aus einsteigen, setze seine Firma tagsüber Verstärkung ein, um bis zum 13. Dezember fertig zu werden. „Wir liegen gut im Plan, machen aber Druck“, sagt Dallmann. Gut eine Woche bleibe noch Zeit, um am Gleisbett und die Nebenanlagen zu pflastern, erläutert der Projektleiter.

Für die Fahrgäste ist der Bau der Hochbahnsteige an der Hildesheimer Straße zum Vorteil, für die Anwohner der Loccumer Straße haben sich durch die umfangreichen Bauarbeiten in den vergangenen Monaten allerdings massive Probleme ergeben. Wie berichtet, war die Tempo-30-Zone wegen der Bauarbeiten von Juni bis Anfang September als Umleitungsstrecke ausgewiesen worden. Die Anwohner klagten über Lärm und Abgase, ständigen Stau vor der Haustür und vor allem über die Gefahren durch Lastwagen und Autofahrer, die sich nicht an das Tempolimit halten. Die Umleitung ist inzwischen aufgehoben, aber die Probleme sind geblieben.

„Es ist nicht besser geworden“, sagt Anwohner Günter Uhl, der in den achtziger Jahren Unterschriften gesammelt und sich für Ausweisung zur Tempo-30-Straße stark gemacht hat. Etwa 80 bis 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer auf der Loccumer Straße seien keine Anwohner, sondern Durchgangsverkehr, erläutert Uhl. „Daran wird sich auch nichts ändern.“ Mit dieser Situation hätte er auch kein Problem – „wenn sich die Autofahrer an die Geschwindigkeit halten“.

Kritischer betrachtet der Wülfeler den Lastwagenverkehr. Die Fahrer nutzten die Wohnstraße als Abkürzung zwischen der Straße Am Mittelfelde, die auf die Hildesheimer Straße mündet, und der Garkenburgstraße – obwohl die Durchfahrt für die Fahrzeuge der Speditionen verboten ist. „Die Lastwagen müssen draußen bleiben“, fordert Uhl. Als Lösung schlägt er Poller an der Ecke Loccumer Straße und Erythropelstraße vor. „Die große Kreuzung wirkt viel zu einladend“, meint Uhl. Die Poller sollen nicht den Autoverkehr behindern oder gar abhalten, in die Loccumer Straße einzubiegen, sondern die Lastwagenfahrer – zusätzlich zu den Verbotsschildern – darauf hinweisen, dass die Strecke für sie nicht geeignet sei. Die Stadt habe seinen Vorschlag bislang jedoch abgelehnt. „Damit gebe ich mich nicht zufrieden“, sagt Uhl.

26.11.2009
Manuel Becker 23.11.2009