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Süd Farbanschlag trifft Bankfiliale
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Farbanschlag trifft Bankfiliale
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12:58 29.07.2010
Von Michael Zgoll
Unübersehbar: Die roten Farbkleckse an der Fassade der Commerzbank-Filiale in Döhren.
Unübersehbar: Die roten Farbkleckse an der Fassade der Commerzbank-Filiale in Döhren.
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Tiefrote Farbflecken verunstalten derzeit die Fassade der Commerzbank-Filiale an der Fiedelerstraße in Döhren. Sie sind das Ergebnis eines Farbanschlags in der Nacht zum 14. Juli. „Unbekannte Täter haben Einmachgläser gegen Fassade und Fensterscheiben geworfen“, erklärt Martina Stern, Pressesprecherin der Polizeidirektion Hannover. Einige der Gläser, die mit Lackfarbe gefüllt gewesen seien, hätten auch die Schaufenster durchschlagen. Die Inneneinrichtung der Bankfiliale sei durch die Farbe ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden.

In der gleichen Nacht wurde auch die Commerzbank-Filiale an der Podbielskistraße in Groß-Buchholz Ziel eines Farbanschlags. Der entstandene Sachschaden sei noch nicht beziffert, sagt Stern: „Wir warten noch auf die Schadensaufstellung der Bank.“ Immerhin liegt der Polizei mit einem Bekennerschreiben ein Hinweis auf die Täter vor. In dem Schreiben werde von einer nicht näher benannten Gruppierung ein Schulterschluss zwischen Bankwirtschaft und Militärkreisen angeprangert, sagte Stern. Auch die jüngste Finanzkrise und die daraus resultierenden Finanzhilfen an Banken werden darin kritisch bedacht. „Die Ermittlungen laufen noch“, ergänzt Stern.

Politisch oder anders motivierte Farbanschläge auf Banken kämen immer mal wieder vor, sagt Commerzbank-Sprecher Gunnar Meyer. „Aber da gibt es keine Häufung, auch in Hannover nicht.“ Andere Geldinstitute seien davon ebenfalls betroffen. So wurden jüngst Filialen der Deutschen Bank in Berlin Opfer von Anschlägen mit Farbbeuteln, im Februar dieses Jahres traf es eine Commerzbank-Nebenstelle in Flensburg.

Der Konzern steht seit einiger Zeit im Brennpunkt der Proteste von globalisierungskritischen Netzwerken. So macht eine Gruppierung, die sich selbst als „Revolutionäre Antimilitaristen“ bezeichnet, seit langem gegen den „Celler Trialog“ mobil. Bei dieser Veranstaltungsreihe, die 2007 erstmals stattfand, diskutieren Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bundeswehr über sicherheitsrelevante Themen. Der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, hatte das jährliche Treffen mitinitiiert. Im Juni sagte das Bundesverteidigungsministerium den für September in Kiel geplanten „Trialog 2010“ aus Spargründen ab. Im Internet kursiert unter anderem ein Schreiben der Gruppe, in der sie sich zu Farbanschlägen auf die Kieler Commerzbank-Zentrale bekennt. In dem Schreiben heißt es, dass die Commerzbank eine „führende Rolle“ in der Ausweitung der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“ einnehme.

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Michael Zgoll 29.07.2010
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