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Süd Fiedelerstraße: Straßenfest soll Umbruch bringen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Fiedelerstraße: Straßenfest soll Umbruch bringen
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13:08 23.09.2010
An einigen Stellen sieht die Fiedelerstraße schon richtig schick aus.
An einigen Stellen sieht die Fiedelerstraße schon richtig schick aus. Quelle: Schmidt
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Viele Anwohner und Geschäftsleute sehen endlich Licht am Ende des Tunnels der ewig währenden Bauarbeiten an der Fiedelerstraße. Andere listen schon jetzt Mängel der Sanierungsarbeiten auf. Da ist auf der einen Seite Karsten Scholz von der Arbeitsgemeinschaft Fiedelerstraße – die das Straßenfest zur Eröffnung am Sonnabend, 2. Oktober, maßgeblich organisiert –, der mahnt, die neue Straße wie „ein kleines Bäumchen“ zu pflegen. „Wir möchten, dass die Fiedelerstraße wieder Döhrens Haupteinkaufsmeile wird“, sagt der Architekt, dem das Haus Nr. 2 gehört. Auf der anderen Seite steht Axel Kramer, Besitzer des Hauses Nr. 19. Er ist eher verärgert und hat bereits eine ganze Akte gesammelt, in der er seinen Schriftverkehr zur Straße abheftet.

Viele Hausbesitzer und Geschäftsleute sind sich einig, dass sie eine verkehrsberuhigte Zone in der Fiedelerstraße nie gewollt haben. Auch die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle Fiedelerstraße in Richtung Bernwardstraße halten viele für eine Fehlentscheidung. „Bestimmt 20 Prozent der Menschen gehen jetzt durch die Bernwardstraße anstatt wie früher durch die Fiedelerstraße“, schätzt Karsten Scholz. Für die Geschäftsleute sei das schlecht, weil weniger Laufkundschaft vorbeikäme.

Scholz möchte mit dem Eröffnungsfest dennoch ein neues Kapitel aufschlagen und der Straße zu altem Glanz verhelfen. Um für das Fest besonders viele Attraktionen bieten zu können, hatte Scholz die Hauseigentümer aufgerufen, sich mit einer Spende von 300 Euro pro Haus oder 50 Euro pro Eigentumswohnung an den Festkosten zu beteiligen, da der Zuschuss vom Amt für Wirtschaftsförderung nicht für eine richtig schöne Feier ausreiche. „Wir hatten nicht genug Kinderattraktionen und haben dafür das Mütterzentrum ins Boot geholt“, erzählt Scholz. Die Spenden für das Mütterzentrum hätte man beim Finanzamt geltend machen können – doch nur ein Hausbesitzer sei der Aufforderung gefolgt und habe gespendet.

Nicht nur über diese „Aufforderung zur Steuerhinterziehung“ regt sich Axel Kramer auf. Er verweist auch auf ein Schreiben des Tiefbauamts der Stadt vom 22. Dezember 2009, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Fahrbahnbreite ursprünglich sechs Meter betragen habe und künftig auf fünfeinhalb Meter Breite reduziert werde. Stadtsprecher Dennis Dix hatte vergangene Woche behauptet, die Fahrbahnbreite habe früher auch nur fünfeinhalb Meter betragen. „Das ist die Hauptzufahrt zum Wochenmarkt“, schimpft Kramer, und die könne man nicht einfach schmaler machen.

Auch sieht er nicht ein, dass die Stadtwerke nicht an den Sanierungskosten beteiligt werden. „Die haben nach der Verlegung neuer Leitungen die Fahrbahn maßgeblich beschädigt und nur provisorisch verschlossen“, meint der Anlieger. Außerdem regt er sich darüber auf, dass einige neue Pflastersteine im Fußweg bereits Löcher aufwiesen und die Zementfugen zwischen dem neuen Fußweg und den Kellerschächten seines Hauses bereits eine Woche nach Abnahme schadhaft und rissig seien. „So etwas muss doch sofort nachgearbeitet werden“, sagt er.

Karsten Scholz dagegen ist der Ansicht, dass die Bauarbeiten erst einmal abgeschlossen werden müssten, bevor man Schäden geltend machen könne. In einem Punkt aber ist er mit Kramer einer Meinung: Die Geschäftsleute hätten durch die Baustelle, durch Bauzäune, Einbahnstraßenregelung und das Einfahrtsverbot von der Hildesheimer Straße aus große Einbußen hinnehmen müssen. Gerade deswegen solle das Fest ein neues, besseres Kapitel in der Geschichte der Fiedelerstraße einläuten.

Karin Vera Schmidt