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Süd Finanzkrise steigert die Lust auf Immobilien
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Finanzkrise steigert die Lust auf Immobilien
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06:15 15.09.2012
Von Christian Link
Die neuen Immobilien im Südosten Hannovers sind gefragt.
Die neuen Immobilien im Südosten Hannovers sind gefragt. Quelle: Christian Link
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Südöstliche Stadtteile

Alleine im Seelhorster Garten vergrößert sich der Stadtteil Bemerode um 185 neue Wohnhäuser - ein Großteil davon wurde bereits fertiggestellt, ein Teil ist noch in Planung. Für die Vermarktung der Siedlung ist die Nordeck-Gruppe zuständig, die als Tochterfirma des zerschlagenen Bahlsen-Konzerns viele Liegenschaften des ehemaligen Mutterunternehmens verwaltet. Bahlsen hatte in diesem Gebiet lange Zeit Äpfel und Quitten angebaut - bis die Stadt Hannover Mitte der neunziger Jahre andere Ideen entwickelte. „Die Verwaltung ist an Bahlsen herangetreten, weil die Fläche für stadtnahen Wohnraum prädestiniert ist“, erzählt Hanno Haccius, Immobilienmanager bei der Nordeck-Gruppe.

1998 wurden die ersten Grundstücke an die Häuslebauer verkauft, südlich der Bemeroder Straße entstanden im ersten Bauabschnitt bis 2003 die ersten Eigentumshäuser. Ab 2006 wuchsen nördlich der Straße die ersten Häuser in die Höhe, das Heimatwerk hatte dort ein großes Areal erworben. Als 2008 weitere Flächen im Norden verkauft wurden, war der Ansturm riesig. „Mit Beginn der Finanzkrise waren viele Menschen am Kauf von Immobilien interessiert“, sagt Haccius. Bereits im Jahr 2011 hatte er das letzte Grundstück veräußert.

Die Neubaugebiete in Anderten, Bemerode und Kirchrode stoßen bei zukünftigen Eigentümern auf große Nachfrage.

Zwei Bereiche werden derzeit noch bebaut: Nördlich der Bemeroder Straße will die Johanniter-Unfallhilfe eine Einrichtung für betreutes Wohnen errichten, auf der Südseite sollen weitere Mehrfamilienhäuser entstehen. „Wir sind momentan dabei, den Bau vorzubereiten“, erläutert Haccius.

Das große Interesse am Seelhorster Garten hat für den Immobilien-Experten mehrere Gründe: Die Innenstadt sei mit Stadtbahn oder Auto nur etwa 15 Minuten entfernt und es gebe gute Naherholungs- und Einkaufsmöglichkeiten. „Die Familien bekommen dort in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld alles, was sie brauchen“, sagt Haccius. Die große Besonderheit sei jedoch, dass die Interessenten im Seelhorster Garten ihren Traum vom Eigenheim ganz individuell verwirklichen könnten: Sie bauen dort ohne Bauträger, der ihnen Vorgaben macht. „Es gibt in Hannover nur relativ wenige Fläche, wo das möglich ist“, berichtet Haccius. Innerhalb des von der Stadt vorgegebenen Gestaltungsspielraums könnten die Hausbauer in Bemerode ihre Wünsche frei realisieren. „Das war für viele Käufer durchaus ein wichtiger Aspekt.“

Weitere Baugebiete im den südöstlichen Stadtteilen:

Büntekamp Kirchrode: An der Lange-Feld-Straße in Kirchrode arbeitet die Firma Delta-Bau zusammen mit Weber-Massivhaus und Hochtief seit vergangenem Jahr am neuen Wohngebiet Büntekamp. Im ersten Bauabschnitt entstehen bis 2013 insgesamt 22 Reihenhäuser, zwölf Doppelhaushälften und acht Gartenhofhäuser. Die zwei- bis zweieinhalbgeschossigen Gebäude haben jeweils eine Wohnfläche von 113 bis 161 Quadratmetern. Hinzu kommen bis zu 61 Quadratmeter Kellerfläche. „85 Prozent des Angebots sind schon verkauft“, sagte Delta-Bau-Sprecher Sven Klingelhöfer auf Anfrage des Stadt-Anzeigers. Ein zweiter Bauabschnitt mit Reihen- und Doppelhäusern sei derzeit in Vorbereitung. Allerdings gibt es in dieser Siedlung künftige Hausbesitzer, die Pfusch am Bau, daraus resultierende Nachbesserungen und erhebliche Zeitverzögerungen bei der Fertigstellung ihrer Immobilien beklagen.

Freiraum Kirchrode: Ebenfalls unter der Regie von Delta-Bau ist in der Nähe des Tiergartens an der Elly-Beinhorn-Straße in Kirchrode in diesem Frühjahr ein umfangreiches Neubaugebiet vollendet worden. Unter dem Projektnamen „Freiraum Kirchrode“ schuf das Unternehmen seit Herbst 2008 insgesamt 93 neue Wohneinheiten: 50 Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern, 19 Reihenhäuser und 24 Doppelhaushälften. Die Wohnungen haben jeweils eine Wohnfläche zwischen fast 150 und knapp 170 Quadratmetern. Mittlerweile sind alle Wohnungen und Häuser verkauft.

Neunkirchener Platz: Auf dem Grundstück des AWO-Seniorenwohnheims an der Zweibrückener Straße in Kirchrode soll ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit zwei Gebäudeteilen entstehen. Das Bauunternehmen Gundlach investiert laut Schätzungen rund 18 Millionen Euro in das Projekt. Insgesamt sollen hier 5300 Quadratmeter Wohnfläche - überwiegend in Dreizimmerwohnungen - entstehen. Weil der Bebauungsplan dafür noch geändert werden muss, rechnet die Firma Gundlach mit einem Baubeginn im Jahr 2014. Ein Jahr später soll das Gebäude stehen und bezogen werden.

Anderter Höfe: An der Schmetterlingswende und am Grillenweg in Anderten errichtet Delta-Bau zwischen Tiergarten und Mittellandkanal in zwei Bauabschnitten zehn Gartenhofhäuser. Die Gebäude mit einer Wohnfläche zwischen 131 und 141 Quadratmetern sollen bis zum Jahr 2013 fertig sein. Bisher sind laut Klingelhöfer die Hälfte der Grundstücke vergeben.

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