Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Flüchtlinge sollen nach Anderten ziehen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Flüchtlinge sollen nach Anderten ziehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:22 29.10.2014
Von Veronika Thomas
Auf dem Brachgelände gegenüber dem Alten Bahnhof Anderten soll ein Flüchtlingsheim entstehen. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Anderten

Weil die Landeshauptstadt kurzfristig deutlich mehr Flüchtlinge als geplant unterbringen muss, entsteht in Kürze eine neue Unterkunft an der Höverschen Straße - auf der Freifläche gegenüber dem S-Bahnhof. In einer sogenannten Modulanlage sollen rund 100 Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten vorübergehend eine Bleibe finden, berichtete Marc Schalow vom städtischen Fachbereich Stadterneuerung und Wohnen in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Misburg-Anderten.

Aktuell leben stadtweit 1560 Flüchtlinge und 1000 obdachlose Menschen in städtischen Unterkünften; wöchentlich kommen 30 bis 50 Flüchtlinge hinzu, für die die Stadt Wohnraum zur Verfügung stellen muss. Bis Juni 2015 wird das Land Niedersachsen weitere 1300 Flüchtlinge zuweisen. „Wir benötigen jetzt schnellstens 1000 Plätze, um all diese Menschen unterzubringen“, sagte Schalow. Kritik kam von Kerstin Seitz, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Bezirksrat.

Sie monierte, dass insbesondere Stadtbezirke wie Misburg-Anderten, in denen freie Flächen zur Verfügung stünden, deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müssten als andere. Bereits jetzt lebten in vier Gemeinschaftsunterkünften in Misburg und Anderten schon rund 250 Flüchtlinge.

Nach den Plänen der Stadt wird zurzeit das Schulzentrum Ahlem im Westen der Stadt für 150 bis 200 Menschen hergerichtet. Im leer stehenden Bettenhaus des ehemaligen Klinikums Oststadt-Heidehaus könnten bis zu 300 Personen unterkommen. Auf dem Gelände der ehemaligen Emil-Berliner-Schule in Ledeburg und am S-Bahnhof in Anderten sollen jeweils 100 Asylsuchende in Containersiedlungen untergebracht werden. Weitere Standorte werden händeringend gesucht. „Der Markt für Modulbauten wird knapp, wir sind froh, dass wir uns diese zwei Anlagen noch schnell sichern konnten“, berichtete Schalow.

Wann die neuen Flüchtlinge an der Höverschen Straße einziehen können, steht noch nicht fest, auch nicht, ob dort überwiegend Familien, Mütter mit kleinen Kindern oder alleinstehende Männer leben werden. „Die Anlage soll so schnell wie möglich bezugsfertig sein“, sagte Schalow. Bevor die Container aufgestellt werden können, muss der Untergrund des bewachsenen Geländes - hier soll einmal ein P+R-Platz entstehen - noch befestigt werden.

Es ist geplant, die Container möglichst nicht direkt an der Straße des städtischen Grundstücks aufzustellen, um die Lärmbelastung für die künftigen Bewohner zu minimieren. Eine gestapelte Bauweise sei nicht geplant. Ob nach dem Bezug der Container noch Platz für den Tannenbaumverkäufer bleibt, der das Gelände alljährlich vor Weihnachten mietet, ist ebenfalls ungewiss. Bisher sei kein Mietvertrag geschlossen worden, berichtete Schalow.

Die sozialarbeiterische Betreuung der Flüchtlinge will die Stadt aufgrund der kurzfristigen Maßnahme zunächst dem Deutschen Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt übertragen. Ein Sozialarbeiter mit einer Vollzeit- und einer mit einer halben Stelle kümmern sich jeweils um 50 Bewohner einer Flüchtlingseinrichtung - laut Beschluss des Rates ist das Standard in Hannover. Später soll die Betreuung deutschlandweit ausgeschrieben werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bezirksrat begrüßt die Stellungnahme der Verwaltung zum Nahverkehrsplan und fordert zudem den Anschluss des Altenbekener Damms an eine Buslinie.

Juliane Kaune 29.10.2014

Das Unternehmen Gundlach will das ehemalige AWO-Seniorenheim in der Zweibrückener Straße frühestens Mitte 2015 abreißen lassen, um dort Eigentumswohnungen zu bauen

Margret Jans-Lottmann 29.10.2014

Auf einem Abschnitt des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers werden Autofahrer künftig vom Gas gehen müssen. Zwischen Altenbekener Damm und der Straße An der Engesohde richtet die Stadt jetzt eine Tempo-30-Zone ein.

Frank Winternheimer 31.10.2014