Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Früherer SPD-Chef
 tritt in die CDU ein
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Früherer SPD-Chef
 tritt in die CDU ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 16.07.2009
Von Sandra Schütte
Klaus Geburek wechselt nach Streitereien
 in Döhren-Wülfel politisch die Seiten.
Klaus Geburek wechselt nach Streitereien
 in Döhren-Wülfel politisch die Seiten. Quelle: Martin Steiner
Anzeige

Die Streitereien um die geplante Innenhofbebauung der Franz-Kühnemann-Stiftung und die Verkehrsberuhigung in der Wiehbergstraße gaben offenbar den Ausschlag für den politischen Seitenwechsel. Geburek selbst spricht von „Unstimmigkeiten“ mit den Vertretern seiner früheren Partei, der er von 2002 bis 2008 angehörte.

„Mein Herz schlägt nach wie vor für soziale Sachen, daran wird sich auch nichts ändern“, sagt der langjährige Schiedsmann des Stadtbezirks. Er hätte sich allerdings in einigen Punkten mit den Sozialdemokraten ein „besseres Verständnis gewünscht“, betont Geburek, der Ende 2007 seine politischen Ämter im Bezirksrat Döhren-Wülfel niedergelegt hatte – damals allerdings aus privaten Gründen. Er müsse sich um seine erkrankte Frau kümmern, begründete der sichtlich bewegte Politiker damals seinen Abschied aus dem Bezirksrat.

Anders als die verbliebenen Mitglieder der SPD-Fraktion hatte sich der Döhrener danach allerdings gegen den von der Franz-Kühnemann-Stiftung geplanten Bau von Seniorenwohnungen an der Landwehrstraße gestellt. Als Sprecher vertrat er die Bewohner der umliegenden Häuser, die eine Einschränkung ihrer Lebensqualität fürchteten, weil für den Neubau mehrere Bäume gefällt werden müssten.

Zweiter Knackpunkt war die Verkehrsberuhigung in der Wiehbergstraße. Nachdem sich ein Bürgerforum mit Anliegern, Verkehrsexperten und Vertretern der Stadt nach monatelanger Diskussion dafür ausgesprochen hatte, die Ausweichroute zur Hildesheimer Straße auf einem Teilstück zur Einbahnstraße zu machen, rumorte es im Stadtteil heftig. Die SPD sprach sich für die Umsetzung der Ergebnisse aus dem Verkehrsforum aus, die CDU dagegen. Vor der Entscheidung im Bezirksrat Döhren-Wülfel Anfang Dezember vergangenen Jahres flatterte den Anliegern der Querstraßen ein Aufruf ins Haus, in dem sie vor dem zu erwartenden Schleichverkehr in den Wohnstraßen gewarnt wurden. Die Bewohner sollten im Bezirksrat auf ihre Lage aufmerksam machen. Unterzeichner waren WfH-Bezirksratsherr Heinrich Mix – und Klaus Geburek. Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck kritisierte die Initiatoren des Schreibens seinerzeit und bedauerte, dass auch Mitglieder des Bezirksrats zur Unruhe beigetragen hätten und „Sachverhalte nicht richtig deutlich gemacht“ wurden. Die Bezirksratssitzung am Abend des 4. Dezember 2008 blieb vielen Anwesenden noch lange im Gedächtnis: Selten gab es so viele persönliche Angriffe, die die sachlichen Argumente in den Hintergrund drängten. Geburek war schon am Vormittag aus der SPD ausgetreten.

„Die CDU hat sich um mich bemüht“, begründet Geburek nun seinen Wechsel. Bei den Christdemokraten habe es zuletzt viele Bewegung gegeben, „das hat sich alles angenähert“. Momentan wirkt der ehemalige SPD-Mann im CDU-Vorstand mit. Ob er sich bei den Kommunalwahlen 2011 noch einmal um einen Sitz im Bezirksrat Döhren-Wülfel bemühen wird, lässt Geburek zurzeit noch offen.