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Süd Geschäftsleute mit Sanierung der Fiedelerstraße zufrieden
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Geschäftsleute mit Sanierung der Fiedelerstraße zufrieden
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13:44 13.01.2011
Die Geschäftsleute der Fiedelerstraße sind mit der Sanierung zufrieden.
Neun Bäume sollen noch in der Fiedelerstraße gepflanzt werden. Quelle: Schwarzenberger
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Attraktiv sei die Straße nun wieder geworden, sagt Ursula Rössel, Inhaberin eines Modegeschäfts und bis Ende 2010 Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft (AG) Fiedelerstraße. „Anlieger und Kunden sind sehr zufrieden“, meint Rössel, die sich nach fünf Jahren aus der Leitung der AG zurückgezogen hat. Zwei neue Sprecherinnen – Annett Richter von der „Puppenstube“ und Susanne Horst von der „Modemanufaktur“ – haben die Aufgabe übernommen, die Fiedelerstraße wieder mehr ins Bewusstsein der Döhrener zu rücken.

Einige Restarbeiten sind noch offen. Neun Bäume hätten noch im vergangenen Herbst gepflanzt werden sollen, sagt Richter, doch das sei im Vorjahr nicht passiert. „Vielleicht klappt es ja jetzt im Frühjahr“, hofft sie. Zudem fehlten neue Mülleimer und eine Halterung für Hundekottüten. Richter hatte vor einiger Zeit die Patenschaft für einen Tütenspender vor ihrem Geschäft übernommen. „Der verschwand während der Sanierung. Ich warte noch immer auf einen neuen, um ihn mit Tüten zu bestücken.“ Derzeit ärgert sie sich über viele Hinterlassenschaften von Hunden entlang der Straße.

Außerdem hält sie die Betonwürfel an der Kreuzung Spartanerstraße für eine Fehlplanung: „Zum Sitzen sind die nicht geeignet.“ Als Sitzgelegenheit werde ohnehin noch eine Bank installiert. Und um Autofahrer daran zu hindern, direkt an der Kreuzung zu parken, seien fest in den Boden eingelassene Poller besser.

Trotz der Kritikpunkte fällt ihr Urteil über die Umgestaltung eindeutig positiv aus. Geradezu begeistert hätten sich viele Kunden über das neue Ambiente geäußert, berichtet Rössel. Annett Richter kann das nur bestätigen, auch viele ihrer Kunden hätten das neue Erscheinungsbild der Straße gelobt.

Während der zweijährigen Bauzeit waren so manchem Geschäft Kundschaft und Umsatz weggeschmolzen – auf bis zu 60 Prozent hatte Rössel im Sommer vorigen Jahres die Verluste einiger Ladeninhaber geschätzt. „Zuletzt lagen die Nerven bei vielen Anliegern blank“, erinnert sich Richter. Inzwischen habe sich die Situation beruhigt. „Allerdings hatten wir ja auch das Weihnachtsgeschäft“, sagt Richter. Aus ihrer Sicht ist es noch zu früh für ein Urteil, ob die Fiedelerstraße durch die Sanierung und eine Steigerung der Attraktivität neue Kunden gewonnen habe.

„Nach wie vor macht uns die Verlegung der Stadtbahnhaltestelle an der Hildesheimer Straße zu schaffen“, gibt Rössel zu bedenken. Vor einigen Jahren stiegen Fahrgäste direkt an der Fiedelerstraße aus, und davon profitierte auch die Ladenzeile. Inzwischen gibt es den Hochbahnsteig in Höhe der Bernwardstraße. Um auch Bewohner aus anderen Wohnquartieren in die Fiedelerstraße zu holen, müssen sich die Geschäftsleute also einiges einfallen lassen. „Die Sanierung war nur ein Schritt zu mehr Attraktivität“, sagt Rössel.

Seit 1988 gibt es den Buchladen „Arte P“ an der Fiedelerstraße. Dessen Geschäftsführerin Petra Köpping sieht mittelständische Fachgeschäfte grundsätzlich in einer schwierigen Situation: „Stadtteile veröden, weil Kunden immer mehr im Internet oder bei den großen Ketten einkaufen.“ Noch gebe es in Döhren kreative, kleine Ladengeschäfte: „Aber es kommt darauf an, dass die Menschen dort auch hingehen.“ Mit der Straßensanierung allein sei es nicht getan.

„Allerdings habe ich beim Straßenfest zum Ende der Bauarbeiten im vergangenen Oktober neue Kraft bekommen“, meint Köpping. Geschäftsleute, Künstler und lokale Akteure hätten ein „wunderbares Fest“ auf die Beine gestellt. Dieses neue Miteinander mache Hoffnung. „Wir werden demnächst die Wünsche der Anlieger für neue Aktionen abfragen“, erläutert AG-Sprecherin Richter. Ein Straßenfest, sagt sie, könne durchaus ein fester Bestandteil des Lebens in der neuen Fiedelerstraße werden.

Marcel Schwarzenberger