Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Gymnasium fordert weitere Sanierung
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Gymnasium fordert weitere Sanierung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:18 23.01.2014
Mitglieder des Bezirksrats Südstadt-Bult sehen sich die naturwissenschaftlichen Räume an, die zu einem großen Teil so alt sind, wie das Gebäude selbst. Es wurde 1957 gebaut. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Anzeige
Südstadt

Die gute Nachricht zuerst: Die Tellkampfschule bekommt neue Chemieräume. Die Stadt will die Fachräume ab Sommer 2014 für rund 1,55 Millionen Euro sanieren. Diese befinden sich zum großen Teil noch in ihrem Originalzustand von 1956, als das Gymnasium in das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude am Maschsee einzog. Die schlechte Nachricht: Auch die Biologie- und Physikräume sind in einem ähnlich veralteten Zustand. Für die Sanierung dieser Fachräume gibt es aber bislang weder Geld noch einen Terminplan. Dagegen protestieren Eltern wie Lehrer.

Der Bezirksrat Südstadt-Bult ist geschlossen auf die Seite der Schule eingeschwenkt. In der jüngsten Sitzung stimmten die Lokalpolitiker nicht nur einmütig dem jetzt vorliegenden Sanierungsplan für den Chemietrakt zu. Das Gremium verabschiedete zudem einen interfraktionellen Antrag für den städtischen Haushalt 2014, in dem sie eine rasche Erneuerung des Biologie- und Physiktraktes fordern. Der Südstädter SPD-Ratsherr Ewald Nagel will in seiner Fraktion für Unterstützung werben. „Wäre es denn nicht günstiger, alle Fachräume auf einmal zu modernisieren?“, fragte er. „Im Grunde: ja“, antwortete Stefan Bär vom städtischen Gebäudemanagement. Aber mehr Geld sei jetzt nicht vorhanden. „Eine Sanierung der Chemieräume ist absolut notwendig“, machte Bär die Prioritäten der Stadt klar.

Anzeige

Unmittelbar vor der Sitzung des Bezirksrates hatten mehrere Kommunalpolitiker die Schule besucht. Dabei zeigte sich: Das Gebäudeinnere entspricht den Anforderungen der 1950er Jahre; auch der Feuerschutz ist veraltet. Im Sanierungspaket für den Chemie-Trakt ist deshalb auch die Erneuerung von Zimmerdecken und Feuerschutzanlagen enthalten. „Noch ist in der Schule nichts gesperrt“, sagte Elternvertreter Peter Weinem. Aber er befürchtet, dass genau dies den Biologie- und Physikfachräumen drohen könnte, wenn sich die längst überfällige Sanierung noch um etliche Jahre verschiebt und dort Brandschutzauflagen nicht eingehalten werden können.

„2009 haben wir einen Antrag auf Sanierung der Naturwissenschaften gestellt“, sagte der stellvertretende Schulleiter Bernhard Bock. In den Jahren zuvor waren erste Modernisierungsarbeiten in der Tellkampfschule erfolgt: Auf eine Fassadensanierung in 2001 folgte - nach zähem Kampf der Lehrerschaft - 2008 die Modernisierung der Aula. „Die war zuvor sieben Jahre nicht nutzbar“, berichtete Bock.

„Der nächste Schritt wäre die Naturwissenschaft gewesen“, sagte Bock während er die Lokalpolitiker durch die Fachräume führte und dabei auf eine veraltete Technik und Elektrik, mangelhafte Lagermöglichkeiten für Chemikalien und Experimentieranlagen sowie die Enge in den Zimmern hinwies. In den kleinen Räumen mit ihrer starren Sitzordnung sei zu wenig Platz für die Arbeit in kleinen Gruppen. „Wir können nicht einmal ein praktisches Physik-Abitur garantieren, allenfalls ein theoretisches“, sagte Elternsprecherin Meilin Kretschmer-Japtok. Die mangelhafte Ausstattung lasse zu wenig Spielraum für die Ausbildung der Schüler.

„Was wir hier haben, ist eine abgebrochene Sanierung“, sagte Bock. Die Sanierungspläne für die Chemie seien ein erster Schritt, dem weitere folgen müssten. Grünen-Ratsfrau Sabine Nolte-Vogt, die auch im Schulausschuss sitzt, verwies auf das Schulsanierungsprogramm. „Das ist bis zum Jahr 2016 festgelegt“. Weitere Sanierungsabschnitte für die Tellkampfschule sind dort nicht enthalten. Das wollen die Eltern ändern und weiter auf die Notlage in den Fachräumen aufmerksam machen - voraussichtlich auch in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 22. Januar.

02.01.2014
Süd Bezirksrat lehnt Standort Bemerode ab - Widerstand gegen Flüchtlingswohnheime
23.01.2014