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Süd Baptisten am Kronsberg verabschieden ihren Pastor
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Baptisten am Kronsberg verabschieden ihren Pastor
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00:15 25.06.2018
Verlässt die Baptistengemeinde am Kronsberg mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Pastor Matthias Roth (rechts), hier mit Mitgliedern der Gemeinde bei der 15-Jahr-Feier im Kirchenzentrum Am Thie. Quelle: Foto: Franson
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Bemerode/Heideviertel

Wäre es allein nach seinem Willen gegangen, er wäre wohl noch eine Weile geblieben. Elf Jahr lang war Matthias Roth als hauptamtlicher Pastor der Baptisten am Kronsberg tätig. Als die Gemeinde Mitte Juni ihr 15-jähriges Bestehen feierte, wurde er verabschiedet. So gern der 55-Jährige auch geblieben wäre, so sehr schätzt er auch die Experimentierfreude der jungen, freikirchlichen Gemeinde am Kronsberg. Dort sei man nun offen für Neues, und auch er freue sich auf neue Aufgaben. Die warten nun im Heideviertel auf ihn, wo er bereits seit vier Jahren eine halbe Stelle als Pastor hat.

Gemeinsam feiern die Baptisten den 15. Geburtstag ihrer Gemeinde.

Ein wichtiges Thema, das die Gemeinde im Heideviertel derzeit beschäftigt, ist die neue Flüchtlingsunterkunft an der Baumschulenallee. Für die neuen Nachbarn haben die Baptisten ein Café der Nationen eingerichtet. „Wir wollen sagen: Ihr seid uns wichtig, und wir wollen helfen, dass ihr hier ankommen könnt“, sagt Roth.

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Mit internationalen Gemeindemitgliedern, wie Roth sie nennt, hat er auch am Kronsberg viele gute Erfahrungen gesammelt. Flüchtlinge aus der Unterkunft an der Wülferoder Straße oder jene, die vor drei Jahren im Deutschen Pavillon untergebracht waren, kämen in die Gemeinde. Menschen aus dem Nahen Osten, aus Afrika, aus Russland und Osteuropa besuchten die Gottesdienste im Kirchenzentrum am Kronsberg. „Wir sind eine bunte Gemeinde, das funktioniert. Wir lernen voneinander“, sagt der Pastor. „Diese Vielfalt ist genial.“

Immer mehr Menschen kommen zusammen

Nach 15 Jahren zählt die Gemeinde heute 45 Mitglieder, rund 60 Gottesdienstbesucher werden jede Woche gezählt. Roth erinnert sich noch gut an andere Zeiten. In den zarten Anfängen, so erzählt er schmunzelnd, hatte er 18 Schafe zu hüten. Mit den Jahren jedoch entwickelte sich die einstige Tochtergemeinde der Freikirche am Döhrener Turm, wurde 2008 selbstständig und bietet mittlerweile immer mehr Menschen am Kronsberg einen Treffpunkt.

Zu den Angeboten gehören der Nachbarschaftsbrunch im Krokus, das monatliche gemeinsame Mittagessen, der Kindergottesdienst Entdeckerinsel und der Heiligabendgottesdienst mit Aufführung. Daran nehmen immer wieder auch Kinder teil, die nicht zur Gemeinde gehören. Mal zeigen sie ein selbst geschriebenes Theaterstück, mal ein Musical. Nach Vorführungen in einem Stall, im Stadtteilzentrum und sogar in einem Kaufhaus hat die Gemeinde mit der Halle des TSV Wülferode in den vergangenen Jahren endlich ein Heim für den Gottesdienst an Heiligabend gefunden. Diese flexible Gemeinde verlässt Matthias Roth – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Von Johanna Stein

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