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Süd IGS-Schüler sprechen mit „Lebenden Büchern“
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Hannover-Bemerode: IGS-Schüler sprechen mit „Lebenden Büchern“ 

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20:00 09.06.2019
Beatrix Alznauer erzählt als „Lebendes Buch“ von ihrem Werdegang (Bild oben). Quelle: Amelie Rook
Bemerode

Es sind Menschen aus unterschiedlichen Berufen und Lebensbereichen, die aus ihrem Leben und von ihrem Werdegang erzählen – wie „Lebende Bücher“. Zwölf solcher „Lebenden Bücher“ waren jetzt im Stadtteilzentrum KroKuS zu Gast, um mit rund 170 Achtklässlern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kronsberg ins Gespräch zu kommen. Dabei sollen die Schüler die Vielfältigkeit unterschiedlicher Lebenswege kennenlernen. Einmal jährlich kann eine Schülergruppe mit 20 Teilnehmern jeweils für 30 Minuten mit einem „Lebenden Buch“ sprechen, danach wird gewechselt. Pro Gruppe sind Unterhaltungen mit drei Menschen vorgesehen. Das Projekt, das nun zum zehnten Mal stattfand, wird von den Freunden der Stadtbibliothek Hannover und dem Förderverein der IGS Kronsberg finanziell unterstützt.

„Haben Sie schon irgendwas im Leben bereut?“

Nachdem die Schüler sich im Deutschunterricht auf das Treffen mit den „Lebendigen Büchern“ vorbereitet, Biografien gelesen und Fragen entwickelt haben, sitzen sie ihnen im Stadtteilzentrum nun direkt gegenüber. Bianca Thomas erzählt in ihrem Vortrag „Eigene Räume bauen“ von ihrem Leben als 14-Jährige, wie sich ihr Leben entwickelt hat und dass sie nach der Schule nicht wusste, wie es weiter geht. Die heute 33-Jährige beschreibt die Differenzen mit ihrer Familie, dass es nicht immer leicht war und es immer Unsicherheiten gibt. Damit trifft sie bei den Jugendlichen einen offenbar den richtigen Nerv. „Hatten Sie schon mal Angst keinen Job zu finden?, „Was hat Sie in der Jugend geprägt?“, „Haben Sie schon irgendwas in Ihrem Leben bereut?“ Es sind viele persönliche Fragen, die die Jugendlichen stellen. Es folgt ein lebendiger Austausch über Erfolge, Ungewissheiten und Ängste. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir als Mädchen und als Frau nicht so viel zugetraut wurde“, sagt Thomas. Das Schwierige sei, weiter an sich zu glauben und sich selbst zu respektieren. Die Schüler hören interessiert zu, eine Schülerin sucht nach der Veranstaltung noch einmal das Gespräch mit Thomas.

Auch nach der Veranstaltung haben die Schüler noch Fragen an die Besucher. Quelle: Amelie Rook

Vielfältige Lebensgeschichten

Auch Maher Aslan beschreibt seinen Lebensweg vom Flüchtling zum Influencer. Dabei geht er auf die Schüler ein und fragt, wo sie sich in 15 Jahren sehen, welche Ziele und Träume sie haben. „Hätte ich so eine Veranstaltung damals gehabt, hätte es vielleicht was verändert und ich hätte mich inspiriert und motiviert gefühlt“, sagt Aslan. Beatrix Alznauer erzählt von ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und dass sie sich schon immer für andere Kulturen interessiert hat. Ein Polizist, eine Assistentin, ein Tischler und Innenarchitekt, ein alter Mann, ein Konzernmanager, ein Feuerwehrmann, ein Mitarbeiter der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, ein Mitarbeiter der Generationenhilfe und ein Veranstaltungstechniker stellen sich den Fragen der Schüler. Die zwölf „Lebenden Bücher“, darunter allerdings nur drei Frauen, erzählen ihre Lebensgeschichte. „Wir möchten jungen Menschen zeigen, dass es diverse Wege gibt und man mit 14, 15 Jahren noch nicht wissen muss, wie das Leben aussehen wird“, sagt Anna Strachowska von der Stadtteilkultur Hannover. Dabei sollen Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen und Lebensformen abgebaut werden. Die Reaktionen der Schüler sind überwiegend positiv. „Ich fand’s sehr interessant, es hat Spaß gemacht zu hören, was Leute in ihrem Leben gemacht und erreicht haben“, sagt die 14-jährige Lea Scheerbarth.

Von Amelie Rook

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