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Süd Hannoveranerin erhält Auszeichnung
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Hannoveranerin erhält Auszeichnung
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02:16 15.06.2018
Christa Reetz bekommt von Oberbürgermeister Stefan Schostok die Verdienstmedaille des Verdienstordens verliehen. Quelle: Laura Ebeling
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Kirchrode/Mitte

Ehre, wem Ehre gebührt: Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok verlieh der 77-Jährigen Christa Reetz die Verdienstmedaille des Verdienstordens für soziales Engagement. „Ich freue mich natürlich sehr über die Auszeichnung“, sagte sie strahlend – und schaute noch etwas ungläubig auf den Orden an ihrer Jacke.Ihren Ehemann sowie Kollegen aus dem Seniorenbüro in Kirchrode und Freunde hatte Christa Reetz zu der Ehrung mit Feierstunde ins Neue Rathaus mitgebracht. Nach der Festrede des Oberbürgermeisters klang die Feier bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre aus. Ausgezeichnet worden war die 77-Jährige dafür, dass sie sich seit 20 Jahren ehrenamtlich im sozialen Bereich engagiert.

Damit habe sie einen wichtigen Beitrag für die Seniorenarbeit in Hannover geleistet, betonte Schostok. „Dadurch ist der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Sie aufmerksam geworden, und in seinem Namen habe ich die Ehre, die Verdienstmedaille des Verdienstordens zu überreichen“, sagte der Oberbürgermeister in seiner Rede.

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Seit 1996 wirkte Christa Reetz als Ehrenamtliche im Partnerbesuchsdienst (PBD) des kommunalen Seniorenservices der Landeshauptstadt Hannover mit und ist seit 1981 im Seniorendienst tätig. Dabei begleitet sie insbesondere alte und alleinstehende Menschen, die nicht von Angehörigen oder Bekannten unterstützt werden und in ihrer Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt sind.

Senioren aus Isolation geholt

Mit ihren regelmäßigen Besuchen holt die 77-Jährige die Senioren aus ihrer Isolation und hilft ihnen dabei, soziale Kontakte aufzubauen. „Ich hatte schon als junges Mädchen einen Hang zu älteren Menschen, vor allem zu meiner Großmutter“, erzählte die Geehrte. Daher habe sie sich auch ab 1996 im Kernteam des Seniorenbüros Kirchrode-Bemerode-Wülferode engagiert und mehr als 20 Jahre lang Klosterfahrten für Rentner organisiert. Im Jahr 2015 war Christa Reetz aus Altersgründen aus dem Team des Seniorenbüros ausgeschieden. Auch die Organisation der Fahrten hatte sie damit ruhen lassen. Allerdings hatte sie bereits zwei Jahre zuvor, 2013, einen Partnerbesuchsdienst eingerichtet. Diesen leitet sie bis heute. „Das Engagement ist ein Vorbild für alle anderen“, lobte der Oberbürgermeister.

Nachwuchs findet sich kaum

Für die Ehrenamtliche ist es jedoch immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. „Es ist wichtig im Besuchsdienst, die alten Menschen einmal in der Woche immer an einem bestimmten Tag zu besuchen“, sagt Christa Reetz. „Diese Regelmäßigkeit mögen viele junge Leute nicht.“ Aber auch die Senioren seien immer anspruchsvoller und schwieriger in ihren Wünschen geworden, findet sie. Und trotzdem: „Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, sagt Christa Reetz mit einem Lächeln.

Von Laura Ebeling

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