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Süd Infra enteignet Grundstückseigentümer
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Infra enteignet Grundstückseigentümer
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00:15 29.01.2014
Von Conrad von Meding
Baustelle an der Ecke Tiergartenstraße: Hier soll ein Hochbahnsteig entstehen. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Mehrere Kirchröder Grundstückseigentümer stehen vor einer Enteignung, allerdings geht es nur um eine Fläche von wenigen Quadratmetern. Die Infra, Gleisbaugesellschaft der Region, braucht Flächen für die neuen Hochbahnsteige an der Tiergartenstraße. Kurios: Bis auf einen Betroffenen haben alle Grundeigentümer zugestimmt. Doch wegen der einen fehlenden Zustimmung ist jetzt das formale Enteignungsverfahren gestartet worden. „Wir haben mit so etwas keine Erfahrung“, gesteht Infra-Chef Stefan Harcke: „So lange es uns gibt, hat es noch nie eine Enteignung gegeben – wir haben uns immer gütlich geeinigt.“

Noch in diesem Jahr soll die Stadtbahntrasse Richtung Anderten mit Hochbahnsteigen ausgestattet werden – Teil des Üstra-Konzepts, das gesamte Stadtbahnnetz bis 2018 barrierefrei zu bekommen. Doch an einigen Stellen wird es eng – zum Beispiel in der Tiergartenstraße gegenüber der Einmündung Lange-Hop-Straße. Dort benötigt die Infra ein kleines Teilstück eines Grundstücks, auf dem ein Garagenhof steht. Damit fangen die Probleme an. „Die große Mehrheit der Eigentümer hat dem Verkauf frühzeitig zugestimmt und will auch gar nicht über den Preis verhandeln“, sagt Joachim Tränkmann.

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Der ehemalige MHH-Professor ist einer von fünf Eigentümern des 205 Quadratmeter großen Garagenhofgrundstücks. Dass in den amtlichen Bekanntmachungen zu einer Enteignung plötzlich sein Name auftaucht, ist ihm unangenehm. Zumal der ganze Vorgang eher eine Lappalie ist: Der Teil, den die Infra für den Hochbahnsteig Saarbrückener Straße braucht, misst nur sieben Quadratmeter.

Das Problem liegt in einem verschollenen Eigentümer. „Er wohnt nicht mehr dort und hat auf keine unserer Briefe geantwortet“, sagt Infra-Geschäftsführer Harcke: „Ein freihändiger Erwerb ist für uns nicht möglich, wenn nicht alle zustimmen.“ Das Innenministerium hat daher den Termin für die „vorzeitige Besitzeinweisung und Enteignung“ anberaumt, Mitte Februar trifft man sich zur Verhandlung. Finanziell geht es um einen geringen vierstelligen Betrag, der ohnehin nicht verhandelbar ist, wie Harcke sagt. „Wir sind ein öffentliches Unternehmen, wir lassen den Wert von einem vereidigten Gutachter feststellen und zahlen dann genau die Summe.“

Der Infra-Chef ist sicher, dass der Ausbau der Stadtbahntrasse durch die Enteignung nicht verzögert wird. „Wir liegen gut in der Zeit, das Verfahren stellt kein Problem für uns dar.“ Auch die Garagen können bleiben, wo sie sind – neben ihnen wird nur eine kleine Spundwand eingezogen. Es ist also viel Aufregung um eine kleine Angelegenheit, aber immerhin die erste Enteignung in der Geschichte der Infra. „Wir bleiben aber weiterhin dabei, uns bei Bauprojekten mit allen Grundstückseigentümern zu einigen“, verspricht Harcke – „wenn wir Kontakt zu ihnen bekommen“.

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