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Süd Keine weiteren Hürden für Amazon
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Keine weiteren Hürden für Amazon
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20:35 17.05.2012
Von Andreas Schinkel
Die Verhandlungen mit dem Versanddienstleister Amazon dauern noch weiter an. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Aus den Reihen der Ratsopposition kommt jetzt die Mahnung, dass die Verhandlungen nicht an baulichen Vorgaben für die geplante Logistikhalle scheitern dürfen. „Es wäre ärgerlich, wenn das Unternehmen nicht nach Hannover käme, nur weil es die Hallenfassade begrünen muss“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Auch CDU-Ratsherr Dieter Küßner weist darauf hin, dass sich die Stadtspitze nicht sklavisch an die vom Rat beschlossenen Vorgaben halten solle. „Eine bewachsene Fassade ist zwar schön, im Zweifelsfall kann man die Wand aber auch grün anstreichen“, sagt er.

Tatsächlich knüpft der Rat den Bau der 110.000-Quadratmeter-Halle an Bedingungen. Die Verwaltung werde gebeten, so heißt es im beschlossenen rot-grünen Antrag, bei den Kaufverhandlungen unter anderem folgende Positionen zu vertreten: „Fassadenbegrünung zur besseren Einpassung des Gebäudes in das Landschaftsbild“, Installation einer „größtmöglichen Solaranlage“ auf dem Dach und „Umsetzung engagierter energetischer Standards, insbesondere Passivhausstandard für Bürotrakte“.

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Letzteres bleibt wohl ein frommer Wunsch. Denn wie die Ratspolitiker bei ihrem Besuch des Amazon-Logistikzentrums in Bad Hersfeld vor einigen Tagen erkennen konnten, werden die Hallen in Leichtbauweise errichtet. Zudem sind die Büros in die Hallen integriert. Die Fassade in Bad Hersfeld kommt in schmucklosem Grau daher, und eine Solaranlage ist zwar auf dem Betriebsgelände montiert, nicht aber auf dem Hallendach. „Das Dach würde auch nicht tragfähig genug sein“, meint CDU-Mann Küßner.

Dass eine Stadt überhaupt Bedingungen stelle, sei für die Amazon-Vertreter augenscheinlich neu, meint FDP-Chef Engelke. „Gewöhnlich liegen denen die Städte zu Füßen“, sagt er.

Michael Zgoll 16.05.2012
Michael Zgoll 16.05.2012