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Süd Kind will 96-Zentrum am Expo-Gelände
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kind will 96-Zentrum am Expo-Gelände
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21:00 19.01.2012
Von Bernd Haase
96-Klubchef Martin Kind sieht offensichtlich keine Perspektiven mehr für das bestehende Nachwuchsleistungszentrum des Vereins in der Eilenriede. Quelle: dpa
Hannover

Eine Entscheidung darüber solle noch in diesem Jahr fallen, kündigt er an. Die Stadt hat nach Angaben eines Sprechers noch keine konkreten Pläne für den Fall, das 96 das denkmalgeschützte Eilenriedestadion samt Nebenanlagen verlässt.

Kind sieht Handlungsdruck: „Die Leistungszentren der Profivereine werden von der Deutschen Fußball Liga zertifiziert. Dabei schneiden wir schlecht ab“, erklärt er. Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten in der Eilenriede seien nicht nur wegen des Denkmalschutzes, sondern auch wegen der verfügbaren Flächen nicht gegeben. Unter anderem befinden sich dort Baumbestände, die unbedingt erhalten bleiben sollen.

Nach Angaben von Kind benötigt Hannover 96 für das Leistungszentrum etwa zehn Hektar Fläche. Die stehen auch an der AWD-Arena nicht zur Verfügung. Die Option, die Jugendlichen dort trainieren zu lassen, sei geprüft, aber verworfen worden. Er persönlich bevorzuge deshalb einen Neubau auf dem südlichen Expo-Gelände. Dazu würden ein Stadion für mindestens 5000 Zuschauer für die Regionalliga- und die Jugendmannschaften gehören sowie Trainingsplätze und ein Kabinen- und Sanitärtrakt. Die notwendigen Investitionen könnten eine Größenordnung von 20 Millionen Euro erreichen, sagt Kind „Die Entscheidung, was kommt, trifft aber letztlich der Verein“, betont der 96-Chef.

Zumindest die Breitensportabteilungen von Hannover 96 könnten in der Eilenriede bleiben. Es gilt aber als ausgemacht, dass dies nicht ausreicht, um das Areal auszulasten. Das 1921 erbaute Stadion, in dem der Verein einst drei Amateurmeisterschaften feierte, ist bereits jetzt ein Sanierungsfall. Ihm würde es mit Sicherheit nicht gut tun, wenn es überhaupt nicht mehr regelmäßig genutzt wird. „Man kann dann eigentlich nur darauf warten, dass es in sich zusammenfällt“, sagt ein Insider, der dort jahrelang trainiert hat.

In jedem Fall muss Hannover 96 sich mit der Stadt einigen: Zwischen den beiden Parteien existiert ein auf neun Jahrzehnte geschlossener Erbpachtvertrag für das Gelände im Zooviertel. „Wir führen ständig Gespräche mit dem Verein. Für Angaben über eine eventuell mögliche Nachnutzung des Eilenriedestadions ist es aber noch viel zu früh“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer.

Die in der Nachbarschaft des Zoos gelegenen Sportplatzflächen zur Wohnbebauung freizugeben, gilt als ausgeschlossen. Die rot-grüne Ratsmehrheit hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie den Waldbestand der Eilenriede künftig eher vergrößern als weiter verkleinern lassen will. Deshalb könnte es dereinst zu einer Aufforstung der Flächen kommen. Dann bleibt aber immer noch die Frage, was mit dem Stadion anzufangen ist.

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